Feuer ohne Rauch: Kocher für Lesotho

In Lesotho, einem kleinen, bergigen Land im südlichen Afrika, bereiten die Menschen ihre Mahlzeiten üblicherweise auf offenem Feuer in ihren Hütten zu. Der Rauch dieser Feuer belastet die Umwelt, verschmutzt die Luft in den Hütten – und gefährdet die Gesundheit der Menschen. Die saubere Alternative heißt "Save80" und ist ein hocheffizienter Brennholzkocher. Im Rahmen des klimaneutralen GoGreen-Services subventioniert Deutsche Post DHL Group diese Kocher.

Je mehr Menschen sie benutzen, desto weniger CO2 entsteht. Der Konzern bekommt dafür Emissions-Zertifikate gutgeschrieben, die ausschließlich für den Emissionsausgleich des klimaneutralen Versandes genutzt werden – ein exklusives Projekt für GoGreen-Kunden.

"Als wir zum ersten Mal einen Kocher zu Demonstrationszwecken in einem Dorf aufgebaut haben, waren die Leute zunächst sehr skeptisch", sagt Guido Sattler, der das Lesotho-Projekt bei Deutsche Post DHL Group implementiert hat. "Sie konnten einfach nicht glauben, dass wir einen Topf Wasser mit einem in ihren Augen mickrigen Haufen Holz zum Kochen bringen wollten."

Die Reaktion sei wenig überraschend angesichts dessen, dass eine Familie in Lesotho durchschnittlich rund zehn Stunden wöchentlich mit dem Sammeln von Feuerholz verbringt. "Ich werde nie vergessen, wie sich Haltung und Ausdruck der Menschen veränderten, als sie den Kocher in Aktion sahen", sagt Sattler. "Die Dorfbewohner strömten in Scharen herbei, um den neuen Kocher mit eigenen Augen zu sehen. Es war ein richtiges Erlebnis!"

Weniger Holz, weniger Rauch

Im Juli 2010 startete Deutsche Post DHL Group die Lieferung der ersten hoch effizienten Save80-Kochern in die Dörfer Lesothos. Für die örtlichen Anforderungen konzipiert, sind sie mit einem Satz spezieller Töpfe und einer Wärmebox zum Garen mit Restwärme ausgestattet. Getreu ihrer Bezeichnung benötigen sie bis zu 80 Prozent weniger Feuerholz als für das Kochen über traditionellen Feuerstellen nötig ist. "Weniger Holz bedeutet weniger Rauch - und eine Riesenersparnis an CO2", erklärt Sattler. "Mit der Umstellung auf Save80-Kocher können die Menschen in Lesotho ihre Tradition bewahren und das Neue integrieren. Das ist der Schlüssel zum Erfolg des Projekts."

In Zusammenarbeit mit atmosfair, einem führenden deutschen Anbieter für die Kompensation von Treibhausgasen, hat Deutsche Post DHL Group zwischen 2010 und 2013 etwa 10.000 Edelstahlkocher in die Dörfer Lesothos geliefert. Das Projekt entspricht höchsten Umwelt- und Sozialstandards. Es ist auf zehn Jahre angelegt und wurde nach dem Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung der Vereinten Nationen sowie dem "Gold Standard", dem globalen Qualitätsstandard für Klimaschutzprojekte, erfolgreich verifiziert. Seit 2013 werden die erworbenen Emissionsrechte von Deutsche Post DHL Group im Rahmen des klimaneutralen GoGeen-Services genutzt. Jeder Kocher spart rund zwei Tonnen CO2 pro Jahr ein. Damit können rund 20.000 Tonnen CO2 jährlich kompensiert werden.

Fairtrade Klimastandard für faire Bedingungen

Seit 2016 ist das Projekt zusätzlich von Fairtrade zertifiziert. Damit ist nachgewiesen, dass die Menschen in Lesotho eine faire und angemessene Beteiligung an den Verkaufserlösen der CO2-Gutschriften erhalten. Darüber hinaus erhalten die Menschen für die Nutzung der Kocher ein Fairtrade-Premium. Diesen Betrag können die Dorfgemeinschaften in Maßnahmen zur Klimaadaption investieren und damit vor Ort die negativen Folgen des Klimawandels abfedern. Das Save80-Projekt in Lesotho generiert im ersten Jahr insgesamt gut 10.000 Fairtrade CO2-Gutschriften, dieser Anteil wird in den nächsten Jahren durch die Ausweitung auf weitere Nutzer gesteigert. Es ist das weltweit erste Projekt mit dem Fairtrade Klimastandard.