Katastrophenmanagement

Nach einer Naturkatastrophe ist es entscheidend, dass Hilfsgüter schnell in die betroffene Region gelangen und Flughäfen nicht zu Nadelöhren werden. Die Aufgabe unseres Konzernprogramms GoHelp besteht darin, Flughäfen in bedrohten Gebieten umfassend auf logistische Herausforderungen vorzubereiten und im Katastrophenfall schnell und wirkungsvoll zu helfen. Den Rahmen von GoHelp bildet eine seit 2005 bestehende strategische Partnerschaft mit den Vereinten Nationen, über die wir in die weltweite humanitäre Gemeinschaft eingebunden sind. Auf Anforderung der UN stellen wir die logistische Kernkompetenz, das globale Netzwerk und das Engagement der Mitarbeiter unseres Konzerns unentgeltlich zur Verfügung.

Disaster Response Teams

In Zusammenarbeit mit dem Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen (OCHA) haben wir ein Netz aus rund 500 trainierten freiwilligen Mitarbeitern aufgebaut, die sich in unseren Katastrophenschutzteams in den Regionen Naher Osten/Afrika, Asien-Pazifik und Amerika engagieren. Nach Abruf durch die Vereinten Nationen sind unsere Helfer binnen 72 Stunden im Einsatzgebiet.

In enger Kooperation mit der internationalen Gemeinschaft übernehmen die DRTs am Flughafen unentgeltlich logistische Aufgaben. Sie entladen Flugzeugpaletten, lagern Hilfsgüter ein und inventarisieren diese. Zudem koordinieren sie die geordnete Abgabe lebenswichtiger Güter an die Hilfsorganisationen im Katastrophengebiet.

Unser GoHelp Programm umfasst keinen kostenlosen Transport in betroffene Gebiete. Aufgrund der Hektik, die nach einer solchen Katastrophe am Flughafen vorherrscht, bitten wir Sie von einem Versand von Paketen abzusehen und stattdessen Spenden finanzieller Art an große, international agierende Hilfsorganisationen zu tätigen. Dies optimiert den Fluss der Hilfsgüter, während viele kleine Pakete den Flughafen überproportional belasten und so unter Umständen Engpässe zu erzeugen können.

Ursprung

Am 26. Dezember 2003 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 6,6 auf der Richter-Skala die iranische Stadt Bam, die schwer beschädigt wurde. Schnell konnte das Netzwerk von Deutsche Post DHL Group mobilisiert werden, um Hilfslieferungen zum Flughafen Bam zu transportieren.

Da die Infrastruktur des Flughafens dem plötzlichen Anstieg eintreffender Hilfsgüter nicht gewachsen war, führte die Situation vor Ort zu einer baldigen notgedrungenen Schließung des Flughafens. In diesem Zusammenhang erkannten unsere Kollegen vor Ort, wie sie die logistische Expertise und das Engagement unserer Mitarbeiter zur Unterstützung von Bedürftigen weltweit einsetzen konnten.

Wir helfen gemeinsam

Im Rahmen des DRT Programms kooperieren wir mit dem Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA).

OCHA ist für die Mobilisierung und Koordinierung humanitärer Hilfe mit nationalen und internationalen Partnern zuständig. Im Katastrophenfall fordert es die DRTs an. Unsere Zusammenarbeit mit lokalen Behörden vor Ort wird durch eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) geregelt.

Einsatzgebiet

Das globale DRT-Netzwerk deckt weltweit rund 80% der Länder ab, die einem erhöhten Risiko großer Naturkatastrophen ausgesetzt sind. Ein Team in Singapur ist für den Einsatz im Raum Asien-Pazifik verantwortlich. Ein zweites Team, das DRT Americas in Panama, ist für Lateinamerika und die Karibik zuständig, während das in Dubai stationierte dritte Team den Nahen Osten und Afrika abdeckt.

Wir sichern die Einsatzbereitschaft mit regelmäßigen Trainings

Damit unsere DRTs ständig einsatzbereit sind und ihre Arbeit die hohen Anforderungen der UN erfüllt, werden die Mitarbeiter regelmäßig für kommende Einsätze geschult. Dabei werden die Freiwilligen mit vielfältigen Aspekten der Katastrophenhilfe vertraut gemacht. Rund 100 Mitarbeiter werden jährlich in DRT Schulungen ausgebildet, die mindestens einmal pro Jahr in jeder der drei Einsatzgebiete stattfinden.

DHL Speedballs

Sobald Hilfsgüter am Flughafen eintreffen, laden die DRT-Freiwilligen die Sendungen um, sortieren sie im Lager und bereiten den Weitertransport per Lkw vor. Weil aber Lebensmittel, Trinkwasser und Gesundheitsartikel besonders dringend für die notleidenden Menschen gebraucht werden, laden die Helfer sie zuerst um und sortieren sie in DHL Versandbeutel aus Polypropylen – Hunderte von DHL Speedballs sind so schnell gepackt.

Bei Überschwemmungen oder unpassierbaren Straßen können die Beutel in Hubschrauber verladen, direkt in die betroffenen Gebiete geflogen und ins Wasser abgeworfen werden. Die Säcke schwimmen und sind so gepackt, dass eine Person sie gut tragen kann.

Absichtserklärung

Für unsere Einsätze haben wir mit mehreren Ländern in von Naturkatastrophen bedrohten Gebieten eine bilaterale Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) geschlossen. Darin enthalten sind beispielsweise Bestimmungen für die Einreise der freiwilligen Helfer. Damit werden unsere Einsätze erheblich erleichtert und beschleunigt. Außerdem können die Regierungen über die Absichtserklärung unsere DRT direkt anfordern.

DRT-Einsätze

  • Fast dreieinhalb Millionen Menschen waren von den Verwüstungen durch Hurrican Maria betroffen. Das Stromnetz auf  Puerto Rico war in Teilen zusammengebrochen. Telefonleitungen waren gekappt. Unser Disaster Response Team (DRT) für die Region Americas war vor Ort, um bei der Koordinierung der Hilfslieferungen zu unterstützen.

  • Fidschi, ein Archipel im Südpazifik, nahe der Ostküste Australiens wurde am 20. Februar von einem Wirbelsturm heimgesucht, der nicht nur auf vielen der Inseln eine Spur der Verwüstung hinterließ, sondern auch über 40 Menschen das Leben kostete. Rund 350.000 Menschen waren davon betroffen, rund ein Drittel Kinder. Das für genau solche Fälle ausgebildete Disaster Response Team (DRT) von Deutsche Post DHL Group half mit Freiwilligen aus Australien und Neuseeland am Flughafen Suva bei der Koordinierung der Hilfslieferungen. So sorgten sie für eine schnelle und effiziente Verteilung von Hilfsgütern an NGOs, die sie dann wiederrum dort verteilen, wo sie gebraucht werden.

  • Nach einem schweren Erdbeben am 25. April 2015 (Stärke 7,8 auf der Richter-Skala) in Nepal, wurde ein DRT am Flughafen von Kathmandu eingesetzt. Das Beben verursachte schwere Schäden im mittleren Teil des Landes, in welchem auch die Hauptstadt Kathmandu liegt. Dieses, wie auch ein weiteres Nachbeben der Stärke 7,2 sorgten für eine Welle von Hilfslieferungen, welche überwiegend per Flugzeug ins Land gebracht wurden. Insgesamt bewegten 33 Freiwillige während des 27-tägigen Einsatzes ca. 2.000 Tonnen Hilfsgüter vom Flughafen zur "Humanitarian Staging Area" des World Food Programmes.

  • Bei einem Waldbrand in Valparaiso wurden im April 2014 15 Menschen getötet, 10.000 Menschen mussten evakuiert werden, Tausende verloren ihr Hab und Gut. In Kooperation mit den Hilfsorganisationen TECHO, Hogar de Cristo sowie Chiles nationalem Katastrophenschutz half unser Disaster Response Team Americas bei der Flughafenlogistik und beim Wiederaufbau.

  • Nachdem der Taifun Haiyan im November große Schäden auf den Philippinen angerichtet hatte, reiste das DRT Asien-Pazifik unverzüglich zum Einsatz an den Flughafen Mactan auf der Insel Cebu. Der Flughafen neben der am schwersten betroffenen Insel Leyte wurde daraufhin zu einer zentralen Drehscheibe für Hilfsgüter umfunktioniert. Das Katastropheneinsatzteam steuerte die Logistik der Hilfsgüterund sorgte für einen schnellen und konstanten Nachschub von Gütern zu den notleidenden Menschen. Das Team war über einen Zeitraum von drei Wochen kontinuierlich im Einsatz. Nach Angaben des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UNOCHA) waren über zehn Millionen Menschen unmittelbar von der Katastrophe betroffen, über 660.000 Menschen waren auf der Flucht.

  • Am 7. November erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,2 die Pazifikküste Guatemalas. Das Epizentrum lag in einer Tiefe von etwa 32 Kilometern, 24 Kilometer vor der Küstenstadt Champerico, etwa 160 Kilometer südwestlich von Guatemala-Stadt. Das Beben verursachte in mehreren Provinzen des Landes schwere Schäden und forderte viele Tote und Verletzte. Am schwersten war die Region San Marcos betroffen. Daraufhin reisten 59 Mitarbeiter des DRT Amerikas ins Krisengebiet. Am internationalen Flughafen von Guatemala-Stadt halfen sie, vom Staat und von Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellte Hilfsgüter in sogenannten CONRED-Lagern (Coordinating Agency for Disaster Reduction) anzunehmen und zu verteilen. Dabei wurden an neun Einsatztagen rund 70 Tonnen Hilfsgüter umgeschlagen.

  • Heftige Regenfälle führten im Oktober in ganz El Salvador zu Überschwemmungen und Erdrutschen. 34 Menschen starben, fast 50.000 suchten Zuflucht in Notunterkünften. Über 50 ausgebildete Freiwillige des DRT leben in El Salvador. Dadurch war das Team wesentlich schneller als innerhalb der üblichen 72 Stunden einsatzbereit. Insgesamt 58 Freiwillige des DRT waren 10 Tage lang im Einsatz. Mario Arévalo Meléndez, GoHelp Manager DRT Americas und Security Manager für El Salvador, hat den Einsatz geleitet: "Selbst zu erfahren, wie die Arbeit als Freiwilliger das Leid anderer in schweren Zeiten lindert, macht mich stolz auf mein Unternehmen und mein Team und inspiriert mich, auch weiterhin zu helfen."

  • In Abstimmung mit Pakistans Katastrophenschutzbehörde wurde unser DRT im militärischen Teil des Flughafens Islamabad eingesetzt. 30 DHL-Mitarbeiter aus zehn Ländern im Nahen Osten und dem Asien-Pazifik-Raum nahmen Hilfsgüter in Empfang und bereiteten den Weitertransport vor. In Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm wurden während des fünfwöchigen Aufenthalts des DRT rund 4.500 Tonnen Hilfsgüter umgeschlagen und mehr als 2.500 Speedballs gepackt.

  • Die indonesische Regierung bat die internationale Staatengemeinschaft um Hilfe, und auf Anfrage von OCHA wurde unser DRT zu einem einwöchigen Einsatz gerufen, um die Verteilung der Hilfsgüter am Flughafen Padang zu unterstützen. Das DRT setzte sich aus ehrenamtlichen DHL-Mitarbeitern aus Indonesien, Singapur sowie dem Nahen Osten zusammen.

    Der Einsatz in Indonesien war gleichzeitig ein Test, ob das GARD-Training im August erfolgreich war. Einer der Teilnehmer war Mulatno Msi, leitender Logistiker der philippinischen Katastrophenschutzbehörde, der nach dem Beben für die Entgegennahme der Hilfsgüter verantwortlich war und so sein erworbenes Wissen direkt anwenden konnte.

  • Nachdem im September und Oktober 2008 eine Serie heftiger Wirbelstürme die Karibik verwüstet hatte, waren Disaster Response Teams in Honduras und auf den Turcs- und Caicosinseln im Einsatz. Sie berieten in logistischen Fragen und unterstützten lokale Hilfsorganisationen beim Aufbau von zwei Lagern. Zu schweren Überschwemmungen kam es im November 2008 in Panama. Zehntausende Menschen waren betroffen, viele von ihnen kampierten in Notunterkünften. Vor allem Trinkwasser und Decken wurden dringend benötigt. Hier half das Disaster Response Team Americas im UN-Auftrag, indem es den Transport von Hilfsgütern koordinierte und das Lagermanagement am Flughafen David in der Provinz Chiriquí übernahm.

  • Der Süden Perus wurde Mitte August 2007 von einem schweren Erdbeben erschüttert. Bereits drei Tage danach war das DHL Disaster Response Team Americas auf der Luftwaffenbasis Pisco im Einsatz. Unterstützt durch Mitarbeiter von DHL Peru und anderen Helfern vor Ort, organisierte das DHL-Team die Lagerung und Verteilung großer Mengen von Hilfsgütern, die nationale und internationale Hilfsorganisationen, Regierungen, Kirchen, NGOs und private Spender nach Peru gesandt hatten. Zwei Wochen nach dem Erdbeben verließ das Disaster Response Team Pisco. Zuvor hatte das Team Mitglieder des peruanischen Zivilschutzes (INDECI) geschult, so dass sie das Management des Lagers und der Lagerbestände eigenständig übernehmen konnten.

  • Mehr als 6.200 Menschen starben, 30.000 wurden verletzt und beinahe 650.000 wurden obdachlos, als ein Erdbeben im Mai 2006 die indonesische Insel Java heimsuchte. Auf Anfrage der indonesischen Koordinierungsagentur für Katastrophenhilfe (Bakornas) und des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) wurde das DRT Asia-Pacific auf Java am Flughafen Adisoemarmo in Solo eingesetzt. Innerhalb von drei Wochen schlug das 14-köpfige DHL-Team über 6.500 Sendungen mit rund 200 Tonnen Hilfsgütern um, in erster Linie Arzneimittel, Zelte, Decken und Nahrungsmittel. Darüber hinaus schulte es örtliche Arbeitskräfte, die eine Fortsetzung der Hilfslieferungen nach Abreise des Teams sicherstellen sollten.

  • Mehr als 6.200 Menschen starben, 30.000 wurden verletzt und beinahe 650.000 wurden obdachlos, als ein Erdbeben im Mai 2006 die indonesische Insel Java heimsuchte. Auf Anfrage der indonesischen Koordinierungsagentur für Katastrophenhilfe (Bakornas) und des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) wurde das DRT Asia-Pacific auf Java am Flughafen Adisoemarmo in Solo eingesetzt. Innerhalb von drei Wochen schlug das 14-köpfige DHL-Team über 6.500 Sendungen mit rund 200 Tonnen Hilfsgütern um, in erster Linie Arzneimittel, Zelte, Decken und Nahrungsmittel. Darüber hinaus schulte es örtliche Arbeitskräfte, die eine Fortsetzung der Hilfslieferungen nach Abreise des Teams sicherstellen sollten.

  • Innerhalb weniger Stunden nach der verheerenden Flutkatastrophe 2004 an den Küstengebieten im Indischen Ozean begann Deutsche Post DHL Group mit der Organisation der Logistik und des Transports von Hilfsgüterlieferungen. DHL-Fahrzeuge brachten Touristen im thailändischen Phuket in Sicherheit und halfen bei der Beförderung von Bundespolizeikräften in das Katastrophengebiet in Indien. Das Airport Emergency Team – der Vorläufer der heutigen Disaster Response Teams – wurde mobilisiert und zum Flughafen Colombo auf Sri Lanka entsandt. In den darauf folgenden Wochen leisteten Deutsche Post DHL Group und ihre Mitarbeiter weitere Beiträge, um die Not zu lindern. Das Unternehmen spendete beispielsweise 1 Mio. € und unternahm unentgeltlich Sonderfrachtflüge in das Katastrophengebiet. Tausende Mitarbeiter spendeten aus eigener Kasse. Eine Gemeinschaftsaktion von Deutsche Post DHL Group und eBay erbrachte über 2 Mio. €.

Katastrophenvorsorge

"Get Airports Ready for Disaster" (GARD)

Nach einer Naturkatastrophe erweisen sich vor allem die Flughäfen innerhalb oder am Rande des betroffenen Gebiets häufig als Engpass in der Verteilung von Hilfsgütern. In Kooperation mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) führen wir mit Flughafenmitarbeitern und Mitarbeitern von Katastrophenschutzorganisationen mehrtägige Workshops durch, um sie auf die logistischen Herausforderungen in diesen Fällen vorzubereiten und die Prozesse bei der Abfertigung großer Passagier- und Hilfsgüteraufkommen zu verbessern.

Partnerschaft mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen

Im Rahmen von GARD sind wir mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) eine langfristige, strategische Partnerschaft eingegangen. Über diese Partnerschaft kooperieren wir eng mit lokalen Behörden und Ministerien der Länder, in denen GARD Workshops stattfinden. Dies erleichtert die Koordination und die Durchführung der Workshops sowie die Umsetzung der Folgemaßnahmen. Außerdem wird GARD hierdurch zu einer globalen Plattform, über die sich Experten der humanitären Logistik und des Katastrophenmanagements austauschen können.

GARD: Bisher Erreichtes und Ausblick

Das GARD Programm wird kontinuierlich weiterentwickelt. Seit dem Pilotworkshop 2009 wurden weltweit mehr als 40 Flughäfen auf einen Katastrophenfall vorbereitet und über 1.000 Teilnehmer im Rahmen unserer Workshops geschult.

Workshop-Formate

Während der fünftägigen GARD Workshops sind die Luftfrachtexperten von Deutsche Post DHL Group vornehmlich als Trainer im Einsatz. Der Workshop besteht aus einer Mischung von Theorie und Praxis. Dabei wird analysiert, wie viele Güter und Passagiere maximal am Flughafen abgefertigt werden können. Die Teilnehmer identifizieren Maßnahmen, die erforderlich sind, um die Kapazität im Katastrophenfall kurzfristig zu erhöhen. Die Teilnehmer der Workshops, darunter Mitarbeiter des Flughafens und Vertreter von Katastrophenschutzbehörden, identifizieren mit den Trainern auch mögliche Engpässe am Flughafen und erarbeiten konkrete Maßnahmen, wie diese beseitigt werden können. Solche Erkenntnisse werden in einem Notfallplan zur Steigerung der Spitzenkapazität des Flughafens (Airport Surge Capacity Assessment Report) dokumentiert. Wesentlich für den Erfolg der Notfallpläne ist, dass sie die individuellen baulichen und räumlichen Gegebenheiten am Flughafen berücksichtigen. Daher finden die Workshops immer direkt am Flughafen statt.

Unsere Trainer haben das Nachfolgeprogramm GARD Plus entwickelt, um den Umsetzungsfortschritt der im GARD Workshop erkannten Mängel zu überwachen. Maßnahmen von hoher Priorität werden dabei rund zwölf Monate nach dem ersten GARD Workshop überprüft. Unser GARD Plus Programm beinhaltet zudem eine praktische Übung, um das im GARD Workshop erlernte Wissen zu festigen.

Aufgrund der steigenden Anforderungen, auch regionale Flughäfen besser auf Naturkatastrophen vorzubereiten, wurde GARD Train the Facilitator ins Leben gerufen. Ziel ist es, das GARD Programm flächendeckend in Ländern zu etablieren, die ein überdurchschnittliches Risiko für Naturkatastrophen aufweisen. Um dies zu erreichen, bildet das GARD Train the Facilitator Programm lokale Experten zu Trainern aus, die anschließend GARD Workshops in ihren eigenen Ländern durchführen können.

GARD-Workshop auf den Maldiven

GARD-Workshops - Beispiele

  • Gemeinsam mit UNDP hat Deutsche Post DHL Group die Behörden der Malediven bei ihren Bemühungen unterstützt, Katastrophenvorsorge-Maßnahmen für den internationalen Flughafen Velana zu erörtern.

    Im Rahmen eines GARD Workshops kamen zu diesem Zweck zahlreiche Regierungsbeamte, Vertreter der Maldives Airports Company Limited und des National Disaster Management Center, sowie Repräsentanten militärischer und humanitärer Behörden zusammen. Experten von Deutsche Post DHL Group und UNDP bereiteten die Teilnehmer mit Best-Practice Logistikmaßnahmen umfassend auf künftige Naturkatastrophen vor und erstellten eine detaillierte Risikoanalyse der Flughafeninfrastruktur. Darauf basierend wurden Notfallpläne für die spezifischen Gegebenheiten vor Ort erarbeitet.

    Aufgrund der geographischen Lage stützen sich die Malediven im Falle einer Naturkatastrophe insbesondere auf Luftwege, um Hilfsmittel und Versorgungsmaterialien zu transportieren. Der Workshop konnte das Bewusstsein für Aktivitäten im Bereich Disaster Risk Reduction deutlich steigern und zudem Prioritäten für Investitionen in die nationale Infrastruktur identifizieren. Umfassende Vorbereitungsmaßnahmen dieser Art tragen dazu bei, die Notfallversorgung im Falle künftiger Naturkatastrophen zu gewährleisten. 

  • Im Februar wurde in Mauritius ein erster GARD Workshop auf dem afrikanischen Kontinent durchgeführt. Am internationalen Flughafen Sir Seewoosagur Ramgoolam, rund 40 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Port Luis gelegen, wurden vier Tage lang 29 Experten auf den Ernstfall vorbereitet und ein entsprechender Notfallplan erstellt. Aufgrund der geografischen Lage ist Mauritius häufig Naturereignissen - insbesondere Zyklonen - ausgesetzt.

    Der Workshop hat sich als sehr erfolgreich herausgestellt. "Es ist großartig, mit so motivierten Menschen zu arbeiten", lobte der Leiter des GARD-Trainings Kim Melville. Die Flughafen-Experten hätten schnell die Vorteile des GARD-Programms zu schätzen gelernt und fühlten sich nun besser auf den Katastrophenfall vorbereitet. Das Feedback der Teilnehmer spiegelte dies wider.

  • Die Dominikanische Republik liegt in einer Erdbeben- und Wirbelsturmregion. Um den Flughafen Las Américas, einen der größten in der Karibik, auf Hilfslieferungen vorzubereiten, fand im Oktober 2014 und ebenfalls Anfang Oktober 2015 am Flughafen Cibao International Airport ein GARD Workshop statt. Unter den 32 Teilnehmern aus lokalen Regierungsbehörden, Feuerwehr, Sicherheitsbehörden und Fach- und Führungskräften des Flughafens waren auch Vertreter der UN Organisationen OCHA, WFP und UNDAC vor Ort. Zusammen mit den elf  GARD Trainern identifizierten die Teilnehmer die Herausforderungen, die nach Naturkatastrophen den Transport von Hilfsgütern erschweren. Anschließend wurden konkrete Lösungen erarbeitet, um die Kapazität des Flughafens im Notfall steigern zu können.

  • Im Oktober 2013 fand am internationalen Flughafen Swartnoz nahe der armenischen Hauptstadt Jerewan ein GARD Workshop statt. Beim Nachfolgekurs GARD Plus im Juli 2014 galt es nun, die zuvor getroffene Risikoanalyse zu präzisieren und die Empfehlungen des vorangegangenen GARD Workshops in das nationale Katastrophenmanagement-Programm zu integrieren. Der Leiter des Workshops, DHL GoHelp Manager Paul Dowling, zeigte sich "beeindruckt von der Arbeit der Vereinten Nationen und des armenischen Katastrophenschutz-Ministeriums. Es war deutlich spürbar, wie viel Arbeit die Workshop-Teilnehmer seit dem ersten GARD Workshop in das Projekt investiert haben."

  • Vom 27. bis 30. Mai nahmen 32 Vertreter des Flughafenmanagements an dem viertägigen GARD Workshop auf den Philippinen teil. Geleitet wurde der GARD Workshop von insgesamt sieben Trainern. Als Teil des pazifischen "Feuerrings" sind die Philippinen stark durch Erdbeben gefährdet. Zugleich liegt der Inselstaat in einer Region mit häufig vorkommenden Wirbelstürmen. "Daher sind regelmäßige Trainings vor Ort sehr wichtig", erklärte Toshihiro Tanaka, Leiter des United Nations Development Programme (UNDP) in den Philippinen. "Mit GARD haben wir die Möglichkeit, die Risiken für die Bevölkerung zu senken."

    Video

  • GARD wurde erfolgreich in Europas größter Metropolregion und einer der am schnellsten wachsenden Städte durchgeführt: Istanbul. Die Türkei erlebt jährlich hunderte Erdbeben. Während die Mehrzahl der Beben relativ schwach ist, können einige eine Stärke von über 7,0 auf der Richterskala erreichen. Ein schweres Erdbeben wird innerhalb der nächsten Jahre in Istanbul erwartet. Der GARD Workshop leistete somit einen wichtigen Beitrag zur Katastrophenvorsorge der Region.

  • Bangladesch liegt in einem Risikogebiet für Erdbeben und Tsunamis und ist zudem aufgrund der Lage im Ganges Delta von regelmäßigen Überschwemmungen betroffen. Zahlreiche Städte des Landes liegen nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. Um in Zukunft besser auf Katastrophensituationen vorbereitet zu sein, nahmen insgesamt 20 Mitarbeiter von Flughäfen und Vertreter von Organisationen des Katastrophenschutzes am GARD Workshop teil. Die Workshops wurden in der Hauptstadt Dhaka und in der südlich davon gelegenen Stadt Chittagong durchgeführt.

  • Nepal war das erste Land, in dem ein GARD Workshop nach der Pilotierung des Programmes in Indonesien 2009 durchgeführt wurde. Das Land wurde aufgrund des hohen Risikos von Erdbeben, Schlammlawinen und Dürren ausgewählt. Daher evaluierten die insgesamt 24 Teilnehmer fünf verschiedene Flughäfen in Nepal und leisteten so einen großen Beitrag zur Katastrophenvorsorge des Landes.

  • Die Pilotierung des GARD Programmes fand im August 2009 an den Flughäfen Makassar und Palu statt. Die mehrmonatige Vorbereitung des Workshops beinhaltete unter anderem Treffen mit UNDP, zahlreiche Kontakte mit der indonesischen Regierung und ihrer nationalen Agentur für Katastrophenmanagement sowie die Kooperation mit den beiden Flughafenbehörden. Das kleine GARD Team schulte drei lokale DHL Experten, die dann mit rund 17 Programmteilnehmern, bestehend aus Vertretern der Flughafenbehörden und -betreibern sowie Katastrophenschutzbehörden, vor Ort an den Flughäfen Makassar und Palu zusammenarbeiteten. Nach Auswertung des einwöchigen Pilotprogramms hatten die beiden Flughäfen nicht nur geschultes Personal, sondern auch einen detaillierten Bericht mit Empfehlungen für humanitäre Einsätze nach Naturkatastrophen.