Junge Talente fördern

Für junge Modedesigner ist das Blitzlichtgewitter der großen Laufstegshows in der Regel noch ein weit entfernter Traum. Doch gerade für Mode-Startups spielt Logistik eine wichtige Rolle: Vom Musterversand über die Belieferung von Boutiquen bis hin zum eigenen Onlineshop und dem Management der Retouren reicht die Palette der Herausforderungen, die sich gerade für kleine Unternehmen in besonderer Weise stellen.

Rixo Fashion
Rixo London: Das britische Label ist für seine charakteristischen Muster bekannt und wurde 2017 mit dem "DHL Award for Fashion Potential" ausgezeichnet.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Geschichte des angesagten britischen Labels Rixo: Als der eigene Onlineshop Fahrt aufnahm, brachten die beiden Gründerinnen Henrietta Rix und Orlagh McCloskey die Pakete nicht mehr selbst weg, sondern ließen die Paketsendungen von DHL abholen. Das Auslagern der ersten Meile an DHL war nur ein kleiner Schritt - aber einer, durch den die jungen Unternehmerinnen ihre Prozesse verbessern und sich auf ihr eigentliches Geschäft konzentrieren konnten.

Die Geschichte von DHL und Rixo endet selbstverständlich nicht mit ein paar abgeholten Paketen. Längst ist das Label der Studenten-WG entwachsen - und mehr als das: Die Kreationen von Rixo haben es in die großen Modekaufhäuser geschafft, der Onlinehandel boomt und ihre Mode wird von Prominenten wie Lily James und Sandra Bullock getragen. Und das alles aus eigener Kraft, ohne die Unterstützung externer Investoren. Auch deswegen wurde das Unternehmen 2017 mit dem britischen DHL Award for Fashion Potential ausgezeichnet.

Rixo ist nur ein Beispiel dafür, wie DHL in die Förderung junge Labels und Unternehmen investiert. "Gerade zu Beginn ihrer Karriere stehen Designer oft vor großen Herausforderungen", so Arjan Sissing, Leiter Global Brand Marketing bei Deutsche Post DHL Group. "Wir wollen dazu beitragen, Hürden für junge Talente abzubauen." Ein Instrument dafür sind Auszeichnungen wie der DHL Award for Fashion Potential, an denen das Unternehmen beteiligt ist. Mithilfe des Preisgelds in Höhe von 20.000 Pfund konnte Rixo international expandieren. Als Sponsor solcher Awards unterstützt DHL die Preisträger meist zusätzlich mit Transport- und Logistikleistungen.

Talente brauchen Vorbilder
Manchmal braucht es nicht einmal materielle Hilfestellung, um jungen Designern den nötigen Anschub zu geben. "Oft fehlt jungen Designern einfach das Wissen darüber, was es beim Aufbau eines Labels zu beachten gilt", erklärt Sissing. Gemeinsam mit dem Online-Magazin The Business of Fashion (BoF) hat DHL deshalb den Podcast Drive ins Leben gerufen, in dem erfolgreiche Designer und Gründer erzählen, wie sie es auf das internationale Modeparkett geschafft haben.

Moderiert wird der englischsprachige Podcast von Imran Amed, dem Gründer und CEO von BoF. Die Bandbreite der Experten in den bislang erschienenen vier Teilen ist groß: Sie reicht von José Neves, dem Gründer des Luxusmode-Onlineshops Farfetch, über Diane von Fürstenberg, Mode-Ikone und Erfinderin des legendären Wickelkleids, bis zu Bobby Kim, dem Gründer des Streetwear-Labels The Hundreds, und Alexandre Mattiussi, Chef des Herrenmodelabels AMI. Mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven bieten sie spannende Einblicke in das Mode-Business und dienen als Vorbilder für junge Talente. "Diese Art der Kooperation und auch das Medium Podcast waren für uns absolutes Neuland", gibt Sissing zu. "Aber die Rückmeldungen, die wir seit dem Launch bekommen, bestätigen, dass der Podcast gut ankommt und Nachwuchsdesignern wichtige Anregungen mitgibt." Das liegt wohl auch daran, dass es bei Drive nicht nur um die Erfolgsgeschichten geht, sondern auch um das, was davor war: die kreativen Prozesse, die großen Ideen, aber eben auch die Hindernisse und Rückschläge.

Auf der Suche nach Trends und Visionen
Eine andere praktische Hilfestellung ist das "Designer's Playbook", das DHL 2017 gemeinsam mit dem Council of Fashion Designers of America (CFDA) herausgegeben hat. Das Playbook gibt jungen Designern praktische Hilfestellungen für den Aufbau ihres Unternehmens an die Hand und ist das Ergebnis einer Studie, die DHL und CFDA ebenfalls 2017 unter dem Namen "The Human-Centered Supply Chain" veröffentlicht haben. "Wir haben uns darin mit der Frage beschäftigt, welche Herausforderungen sich in Zukunft für die Lieferketten in der Modeindustrie stellen und wie sie sich lösen lassen", erklärt Arjan Sissing, Leiter Global Brand Marketing bei Deutsche Post DHL Group bei DHL. Zukunftsstudien wie diese spielen für DHL eine wichtige Rolle: "Als Anbieter von Modelogistik sind wir natürlich immer nah an den Trends und Entwicklungen in der Branche. Aber in unserem hektischen Tagesgeschäft fehlt uns bisweilen der Blick für die langfristigen Trends und Entwicklungen", erklärt Sissing. Deshalb kooperiert DHL seit Jahren mit bedeutenden Branchenverbänden wie dem CFDA, dem British Fashion Council (BFC) oder der Camera Nazionale della Moda Italiana (CNMI) und arbeitet allein und gemeinsam mit den Verbänden an den Zukunftsfragen der Mode und der Modelogistik.

Mitunter sind die Ergebnisse nicht nur für die Branche, sondern auch für die Allgemeinheit interessant: Vor kurzem etwa ging DHL mit einer Studie an die Öffentlichkeit, in der es um die wichtigsten Modetrends und Fashion-Ikonen der vergangenen 100 Jahre ging. Dafür wurden 6.000 Frauen aus den USA, Großbritannien, Australien und Japan befragt. Das Ergebnis: In Sachen modische Innovation ist die Schauspielerin Audrey Hepburn noch heute, 25 Jahre nach ihrem Tod, die wichtigste Modeikone. "Unsere Studie zeigt: Mit ihrem einzigartigen Stil hat Hepburn modische Maßstäbe gesetzt - ob im kleinen Schwarzen oder mit Rollkragenpullover und Ballerinas, ihre Outfits sind auch nach Jahrzehnten noch im kollektiven Gedächtnis", sagt Arjan Sissing. Zur innovativsten Epoche wählten die Teilnehmerinnen der Studie die "Swinging Sixties".