DHL Paketkopter

Der DHL Paketkopter kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn ein Transport über etablierte Infrastrukturen schlecht möglich ist oder deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen würde. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht an das Straßennetz gebunden ist. "Natürliche Barrieren" wie Wasser oder Berge stellen kein Hindernis für ihn dar. Der DHL Paketkopter trägt so zur Verbesserung der Infrastruktur in schwer erreichbaren Gebieten bei und bietet einen gesellschaftlichen Mehrwert für die Menschen vor Ort.

Medikamentenversorgung mit Paketdrohne in Ostafrika erfolgreich erprobt

Die Medizinversorgung entlegener Gebiete mit Hilfe von Drohnen revolutionieren – das Pilotprojekt "Deliver Future" beweist, dass dies keine Zukunftsmusik ist. Möglich machen das Projekt drei Experten auf ihrem Gebiet: DHL, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) und der deutsche Drohnenhersteller Wingcopter. Erfolgreich haben sie über sechs Monate hinweg die Lieferung von Medikamenten per Drohne auf eine Insel im Viktoriasee erprobt. 

Der selbständig fliegende "DHL-Paketkopter 4.0" schaffte dabei die 60 km Flugstrecke vom Festland bis zur Insel in durchschnittlich 40 Minuten. Insgesamt wurden in dem Pilotprojekt mehr als 2.200 km geflogen und rund 2.000 Flugminuten geleistet.

Die Drohne eröffnet neue Möglichkeiten, denn in vielen Regionen Afrikas stellt die Logistik im Gesundheitswesen, insbesondere die Medizinversorgung von ländlichen Krankenhäusern und Apotheken, eine enorme Herausforderung dar.

Pressemitteilung

Entwicklungsstufen des Paketkopters

  • Der DHL Paketkopter startete zu seinem Jungfernflug über den Rhein und landete in den Rheinauen vor der Zentrale der Deutschen Post DHL Group in Bonn. Während eines einwöchigen Testbetriebs im Dezember 2013 konnten Mitarbeiter des Konzerns  Medikamente bei einer Partner-Apotheke auf der anderen Seite des Rheins  bestellen. Diese wurden binnen kürzester Zeit mit dem DHL Paketkopter transportiert.  Ziel des Pilotprojektes war es, Grundlagenforschung zum Einsatz von unbemannten Luftfahrzeugen im Bereich der Logistik zu betreiben.

    Die Flugstrecke betrug ca. 1 km und befand sich somit innerhalb der Sichtweite. Hierbei wurde der DHL Paketkopter manuell durch einen Piloten gesteuert. Erste Erkenntnisse bezüglich Flugverhalten und Zuverlässigkeit bei verschiedenen Wetter- und Windbedingungen konnten erlangt werden. Dadurch wurde die Medikamentenbelieferung als sinnvoller und nützlicher Anwendungsfall identifiziert.

  • DHL Paket hat in 2014 ein weltweit einzigartiges Pilotprojekt auf der Nordseeinsel Juist gestartet. In dringenden Fällen versorgte der DHL Paketkopter die Bewohner der Insel mit notwendigen und eiligen Medikamenten. Von September bis Dezember 2014 wurden Transportflüge über eine Strecke von ca. 12 km im Rahmen einer Eil- und Notfallversorgung vom  Festland auf die Nordseeinsel Juist durchgeführt, insbesondere zu Zeiten, in denen es weder reguläre Fähr- noch Flugverbindungen gab. Der DHL Paketkopter stellte somit die Versorgung der Nordseeinsel mit ihren rund 1.500 Bewohnern sicher.

    Der DHL Paketkopter wurde nach seinem Jungfernflug im Dezember 2013 speziell für diesen neuen Anwendungsfall weiterentwickelt. Flugdauer, Flugreichweite und Geschwindigkeit wurden optimiert, um den besonderen Herausforderungen, wie Wind und Seewetter an der Nordseeküste gerecht zu werden. Der Flug fand dabei erstmals vollständig autonom statt, das heißt in keiner Flugphase war ein Eingreifen des Piloten erforderlich. Hierzu wurde der Autopilot mit automatischer Start- und Landefunktion entwickelt, sodass der DHL Paketkopter stets zuverlässig und sicher flog und landete.

    Der Flug erfolgte von Norddeich nach Juist, auf einen für den Paketkopter festgelegten Start- und Landeplatz am Küstenrand. Die dort gelandeten Waren wurden durch einen DHL Zusteller weiter zu ihrem Empfänger transportiert. Insgesamt wurden während des Forschungszeitraumes 40 Paketkopter-Flüge realisiert und er konnte bei zwei Notfällen Hilfe schaffen. Erstmals durfte mit dem DHL Paketkopter ein unbemanntes Luftfahrzeug, außerhalb der Sichtweite eines Piloten, in der realen Welt eine Transportaufgabe erledigen. Ohne dieses Höchstmaß an Innovation bei den beteiligten Behörden und Gemeinden, wäre ein solches Projekt nicht möglich gewesen.

  • Von Januar bis März 2016 testete DHL Paket die dritte Generation des Paketkopters erfolgreich in der bayerischen Gemeinde Reit im Winkl. Dabei ist es DHL gelungen, als erster Paketdienstleister weltweit einen Paketkopter direkt in die logistischen Abläufe der Paketzustellung einzubinden. Mittels einer speziell entwickelten Packstation, dem Parcelcopter SkyPort, konnten Privatkunden in Reit im Winkl und auf der Winklmoosalm während der dreimonatigen Testphase ihre Pakete durch das automatisierte Einlegen der Sendungen in den Skyport direkt per Paketkopter versenden und empfangen. Insgesamt wurden 130 autonome Be- und Entladungen bei diesem Projekt durchgeführt.

    Zudem konnte das technisch weiterentwickelte Fluggerät während des Testbetriebs eine höhere Traglast, eine weitere Entfernung sowie die Belieferung einer Bergregion unter anspruchsvollen meteorologischen und geographischen Bedingungen realisieren. Nachdem die anfänglichen Herausforderungen durch schnell wechselnde Wetterbedingungen und hohe Temperaturschwankungen in diesem Testgebiet erfolgreich gemeistert werden konnten, wurde eine Reihe von erfolgreichen Komplettflügen störungsfrei absolviert. Vom Tal bis zur Alm auf 1.200 Meter Höhe legte der Paketkopter dabei pro Strecke eine Distanz von acht Kilometern zurück. Eilige Medikamente oder kurzfristig benötigte Sportartikel konnten dabei innerhalb von nur acht Minuten geliefert werden - eine Abholung mit dem Auto hätte im Winter mehr als 30 Minuten gedauert.

Alexander Edenhofer

Themen: Postprodukte / -dienstleistungen, Corporate Incubations, Elektromobilität / StreetScooter

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