23.06.2021, 10:00 MESZ

Adressqualität deutscher Unternehmen hat sich leicht gebessert

Jede siebte Adresse in den Kundendatenbanken deutscher Unternehmen ist falsch.

Zustellung von Post.

  • 14,7 Prozent fehlerhafte Kundendaten: Anteil ist im Vergleich zu 2018 um 1,7 Prozentpunkte gesunken 
  • Adress-Studie 2021 der Deutschen Post Direkt vergleicht die Adressqualität von 200 Unternehmen in zehn Branchen 
  • Versicherungen haben die beste Adressqualität, Touristik ist das Schlusslicht

Bonn - Kundendaten und insbesondere Adressen sind der Treibstoff im Marketing. Aber immer noch ist jede siebte Adresse in den Kundendatenbanken deutscher Unternehmen falsch. So lautet das Resümee der aktuellen Adress-Studie 2021 der Deutschen Post Direkt. Ein Lichtblick bei den Ergebnissen: Die Datenqualität hat sich im Laufe der vergangenen drei Jahre wieder leicht gebessert. Der Anteil fehlerhafter Kundendaten sank von 16,4 auf 14,7 Prozent, wie die Untersuchung zeigt. Die auf Adress- und Datenmanagement spezialisierte Tochtergesellschaft der Deutschen Post hat für die Studie eine Stichprobe der in 2020 durchgeführten Adressbereinigungs-Projekte untersucht. Dafür wurden Ergebnisstatistiken von 200 Unternehmen in zehn Branchen anonymisiert und ausgewertet. 

Gepflegte Kundendaten sind unverzichtbar für das Dialogmarketing

Das Ziel der Studie besteht darin, zu untersuchen, warum Post nicht an Kunden zugestellt werden kann. Die Hauptursache mit einem Anteil von 8 Prozent liegt darin, dass eine Person ohne Bekanntgabe ihrer neuen Anschrift umgezogen oder die Person verstorben ist. 2,8 Prozent der Adressen sind zwar bei den Unternehmen nicht aktuell und wären eigentlich unzustellbar. Aber zu diesen Adressen liegen bei Deutsche Post Direkt Nachsendeaufträge oder andere Umzugs-Informationen vor. Das heißt, durch eine Adressbereinigung kann diese Ursache für Unzustellbarkeit beseitigt werden. Das gilt auch für Rechtschreibfehler. Die führen zwar nicht direkt dazu, dass ein Brief nicht zugestellt werden kann. Aber sie werfen ein schlechtes Licht auf den Absender und haben einen negativen Einfluss auf das Image. Bei durchschnittlich 6,5 Prozent der Adressen mussten Schreibfehler korrigiert werden: besonders viele in den Bereichen Touristik (10,7 Prozent) und im Einzelhandel (10,1 Prozent), besonders wenige bei Versicherungen (3,0 Prozent) und Verlagen (4,3 Prozent). 

"Angesichts von knapp 15 Prozent falschen und veralteten Daten gibt es noch viel zu tun. Denn gepflegte Kundenadressen sind auch für das Dialogmarketing unverzichtbar und Voraussetzung dafür, dass Geschäftspost und Pakete zugestellt werden können", sagt Petra Weber, Geschäftsführerin der Deutschen Post Direkt. "Die Studienergebnisse ermöglichen es Unternehmen, den Zustand der eigenen Kundendatenbank ins Verhältnis zu ihrer Branche wie auch zur Gesamtwirtschaft zu setzen. Dazu können sie den kostenfreien Adress-Check der Deutschen Post Direkt nutzen und gratis die Adressqualität testen lassen."

Verlage und der öffentliche Sektor haben die Adressqualität deutlich verbessert

Die Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen den zehn untersuchten Branchen. So haben Versicherungen als Gewinner des Adressqualitäts-Vergleichs annähernd 89 Prozent aktuelle und richtige Interessenten- und Kundendaten, nur 11,4 Prozent waren unzustellbar. Sie lösen auf Platz 1 die Banken ab. Deren Adressqualität hat sich im Vergleich zu 2018, als die Deutsche Post Direkt ihre letzte Adress-Studie durchführte, verschlechtert: von 7 Prozent unzustellbarer Adressen auf 13 Prozent - Platz 5. Deutlich verbessert haben sich dagegen Verlage und Versandhandel: 2018 zeigten sich hier noch eklatante Probleme bei der Adressqualität. 2021 stehen sie mit 12 Prozent (Verlage) bzw. 12,3 Prozent (Versandhandel) auf den Plätzen zwei und drei. Auch im öffentlichen Sektor hat sich die Adressqualität verbessert: Lag 2018 der Anteil unzustellbarer Adressen noch bei 26,7 Prozent, liegt er 2021 bei 14,9 Prozent. Bei Unternehmen des Touristik-Sektors dagegen sind 21 Prozent der Adressen nicht zustellbar. Sie landen wie 2018 am Schluss des Branchenvergleichs.

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass Adressen permanenten Änderungen unterliegen. 2020 änderten sich in Deutschland 100 Ortsnamen und rund 9.000 Straßen wurden neu angelegt, aufgeteilt oder umbenannt. Zudem veralteten Adressen durch etwa 14 Millionen Umzüge, 990.000 Todesfälle sowie 370.000 Hochzeiten und 150.000 Scheidungen und die damit verbundenen Namensänderungen. 

Die Studie kann unter postdirekt.de/studien heruntergeladen werden.

Alexander Edenhofer

Pressesprecher für die Themen Briefprodukte / -dienstleistungen, Regulierung, Postpolitik, Corporate Incubations, Elektromobilität

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