15.05.2019, 10:25 MESZ

Vorstandsvorsitzender Frank Appel auf der Hauptversammlung: "Wir werden in diesem Jahr einen großen Schritt nach vorne machen"

Herausforderndes Jahr 2018 mit Umsatzwachstum abgeschlossen; stabile Dividende von 1,15 Euro vorgeschlagen.

Bei der Hauptversammlung bestätigte Frank Appel vor den Aktionären die Prognosen für das laufende und das kommende Jahr.

  • Herausforderndes Jahr 2018 mit Umsatzwachstum abgeschlossen 
  • Stabile Dividende von 1,15 Euro vorgeschlagen
  • Restrukturierung von Post- und Paket (P&P) kommt gut und planmäßig voran
  • CEO Frank Appel: "Wir haben die Weichen richtig gestellt"

Bonn - Der weltweit führende Post- und Logistikkonzern Deutsche Post DHL Group sieht sich nach einem herausfordernden Geschäftsjahr 2018 gut für die Zukunft gerüstet. "Deutsche Post DHL Group ist gut aufgestellt. Wir haben die Weichen richtig gestellt. Das hat zwar Geld gekostet und kurzfristig das Ergebnis belastet, aber es schafft die Basis für ein gutes 2019, und vor allem darüber hinaus", sagte der Vorstandsvorsitzende Frank Appel auf der Hauptversammlung des Konzerns in Bonn. "Wir richten uns auf die Zukunft aus. 2019 werden wir einen großen Schritt nach vorne machen." Appel bestätigte vor den Aktionären die Prognosen für das laufende und das kommende Jahr. Demnach soll das operative Ergebnis (EBIT) 2019 auf 3,9 bis 4,3 Milliarden Euro steigen. Im Jahr 2020 soll das Konzern-EBIT dann mehr als 5,0 Milliarden Euro betragen. Das sei "ambitioniert, aber nicht überhöht", so Appel.

Die wichtigsten Wachstumstreiber des Konzerns, das deutsche Paketgeschäft sowie das internationale Express-Geschäft, seien unverändert intakt. Doch auch die Frachtsparte und die Division Supply Chain hätten sich gut entwickelt. Die Restrukturierung des deutschen Post- und Paketgeschäfts komme gut und planmäßig voran. Das von der Bundesnetzagentur in Aussicht gestellte Volumen zur Erhöhung des Briefportos würde dem Konzern Spielraum verschaffen, um den strukturell bedingten Rückgängen im Briefgeschäft zu begegnen. Höhere Preise seien die Voraussetzung für Investitionen in bessere Qualität und eine gute Bezahlung. Faire Entlohnung sei für Deutsche Post DHL Group sehr wichtig, so Appel. Denn langfristiger Erfolg am Markt gehe nur über beste Arbeitsbedingungen.

Plädoyer für Europa

Mit Blick auf den drohenden Brexit betonte Appel die Bedeutung des freien Handels und der Europäischen Union für Frieden, Wohlstand und Stabilität: "Freihandel ist gut für die Welt. Kein Land war jemals durch Abschotten oder Protektionismus erfolgreich." Deswegen setzt sich der Vorstandsvorsitzende vehement für einen stärkeren internationalen Austausch und eine noch engere Vernetzung der Welt ein. Auf den Austritt Großbritanniens aus der EU bereite sich Deutsche Post DHL Group dennoch seit Monaten intensiv vor, um für seine Kunden möglichst reibungslose Prozesse zu gewährleisten.

Eine besondere Bedeutung maß Appel den bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament bei. Die Europäische Union sei eine einzigartige Erfolgsgeschichte, die Frieden, Demokratie und den größten Binnenmarkt der Welt garantiere. Diese Werte gelte es jetzt zu schützen. "Wählen ist die beste Antwort auf Populisten", sagte Appel. "Europa schafft Stabilität in unserer Welt. Einer Welt, in der niemand die großen Probleme allein lösen wird."

Das erste Quartal 2019 ist wie erwartet ausgefallen. Der Konzern ist erneut in allen fünf Bereichen gewachsen.

Rückblick auf das Geschäftsjahr 2018 und das erste Quartal 2019

Unzufrieden, aber dennoch zuversichtlich zeigte sich Appel bei der Rückschau auf das vergangene Geschäftsjahr. Hervorzuheben sei, dass es dem Konzern auch in einem herausfordernden Umfeld gelungen ist, seinen Wachstumskurs fortzusetzen: Der Konzernumsatz stieg im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent auf 61,6 Milliarden Euro. Um Wechselkurseffekte und Portfoliomaßnahmen bereinigt betrug das Umsatzplus sogar 6,0 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) erreichte 3,2 Milliarden, was dem im Juni 2018 angepassten Ergebnisziel entsprach.

Diese Anpassung sei laut Appel nötig gewesen, da man bei PeP in der Vergangenheit einen zu starken Fokus auf den Ausbau des Marktanteiles und neue Geschäftsfelder gelegt hat und dabei Investitionen in das Kerngeschäft sowie Kosten und Erträge vernachlässigt habe. Dies habe der Konzern nun korrigiert: "Wir bündeln unsere Kraft jetzt neu für das, was unsere Aktionäre von uns erwarten. Wir transportieren, sortieren und stellen Dokumente und Waren zu. Das ist unser Auftrag. Darin sind wir die Besten. So einfach ist das."

Das erste Quartal 2019 sei wie erwartet ausgefallen. Der Konzern ist erneut in allen fünf Bereichen gewachsen. Der Konzernumsatz stieg um über 4 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis lag - getrieben von einem signifikanten positiven Einmaleffekt - mit 1,2 Milliarden Euro um 28 Prozent über dem Vorjahreswert. "Mit diesem Auftakt liegen wir voll im Plan", sagte Appel.

Dividende bleibt auf hohem Niveau

Vorstand und Aufsichtsrat haben der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2018 eine Dividende in Höhe von 1,15 Euro je Aktie vorgeschlagen. Damit bliebe die Ausschüttung gegenüber dem Vorjahr unverändert. Sollten die Aktionäre dem Vorschlag zustimmen, würde der Konzern insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro an die Anteilseigner ausschütten. Die Ausschüttungsquote läge bei 55 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses. Damit bewegt sich Deutsche Post DHL Group weiterhin in der Spanne von 40 bis 60 Prozent, die der Vorstand in der seit dem Jahr 2010 unverändert gültigen Finanzstrategie des Konzerns als Korridor gesetzt hatte. Die Auszahlung der Dividende ist für den 20. Mai 2019 vorgesehen.

Der Vorstand von Deutsche Post DHL Group feiert 50 Jahre DHL.

Erfolgreiche DHL-Divisionen

In seiner Rede schilderte Frank Appel die inzwischen 50-jährige Erfolgsgeschichte von DHL. Am 25. September 1969 gründeten Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn das Unternehmen mit der Idee, Papiere für den Versand per Luft zu verschicken. "Was damals auf der Strecke von San Francisco nach Honolulu begann, ist heute ein weltweites Geschäft mit rund 380.000 Mitarbeitern in mehr als 220 Ländern der Welt", sagte Appel.

Mit 12,1 Prozent EBIT-Marge habe die DHL-Division Express im vergangenen Jahr nicht nur im Konzern einen neuen Rekord aufgestellt, sondern auch branchenweit das beste Ergebnis abgeliefert, sagte Appel. Mit einem Fokus auf margenstarkes Geschäft und Kostendisziplin habe man außerdem in der Frachtsparte ein um fast 50 Prozent verbessertes Ergebnis erreicht. Im Bereich Supply Chain habe DHL eine neue Partnerschaft mit der chinesischen S.F. Holding geknüpft. DHL bringt hier seine Expertise und Technologie ein, S.F. Holding seine umfassende Infrastruktur und eine breite Kundenbasis in China, Hongkong und Macau. Deutsche Post DHL Group profitiere darüber hinaus von einem Mittelzufluss in Höhe von 653 Millionen Euro, sagte Appel.

Stärke durch Vielfalt und Engagement

In seiner Rede an die Aktionäre würdigte Frank Appel insbesondere den Beitrag der Mitarbeiter zum weltweiten Unternehmenserfolg von Deutsche Post DHL Group. Mit rund 550.000 Beschäftigten sei der Konzern einer der größten Arbeitgeber der Welt. Allein im vergangenen Jahr habe das Unternehmen weltweit etwa 28.000 neue Mitarbeiter eingestellt. Zudem habe das Unternehmen seit Ende 2015 mehr als 7.000 Geflüchtete ausgebildet oder beschäftigt. Die einzigartige Internationalität des Konzerns spiegele sich auch in der sehr hohen Diversität der Mitarbeiter wider. "Wir vereinen Menschen aus vielen Kulturen und mit vielen Ideen", sagte Appel in Bonn. "Unsere Vielfalt macht uns stark."

Mit ihrer Logistik-Kompetenz engagieren sich der Konzern Deutsche Post DHL Group und seine Mitarbeiter auch zum Wohle der Menschen in ihrer Umgebung, etwa in einem neu geschaffenen Zentrum für humanitäre Logistik im Nahen Osten, mit den Disaster Response Teams für humanitäre Einsätze weltweit oder mit dem Global Volunteer Day. "Unsere Leute sind stolz darauf, auch außerhalb der täglichen Arbeit zu helfen", so Appel. "Das schweißt zusammen und gibt von innen heraus Kraft."

Christina Neuffer

Themen: Wirtschafts- und Finanzkommunikation, Global Business Services, Konzernthemen

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