05.03.2018, 11:00 MEZ

95% der Unternehmen noch nicht in der Lage, Vorteile der Digitalisierung für Supply Chains voll auszuschöpfen

 

DHL hat heute seine neuesten Untersuchungsergebnisse zur Digitalisierung in der Supply Chain veröffentlicht.

 

Der Report zeigt, dass sich neue Technologien und Lösungen in einem rasanten Tempo entwickeln und die Industrie gleich an mehreren Fronten umkrempeln - wobei besonders Lieferketten nur schwer mithalten können.

  • Robotik der nächsten Generation, KI, AVs, Blockchain, Big Data Analytics und Sensoren krempeln die traditionelle Supply Chain um
  • Neue Technologien entwickeln sich so rasant, dass Schritthalten für Unternehmen schwierig ist
  • Mehr als 75% erkennen potenzielle Vorteile von Informationstechnologie zur Kostenreduzierung, scheitern jedoch bei Implementierung an internen Hürden

Bonn - DHL hat heute seine neuesten Untersuchungsergebnisse zur Digitalisierung in der Supply Chain veröffentlicht. Der Report zeigt, dass sich neue Technologien und Lösungen in einem rasanten Tempo entwickeln und die Industrie gleich an mehreren Fronten umkrempeln - wobei besonders Lieferketten nur schwer mithalten können. Eine Befragung von fast 350 Supply Chain- und Operations-Experten zeigt, dass 95% der Befragten die potentiellen Vorteile, die physische, informationelle und analytische Innovationen bieten, nicht voll ausschöpfen.

"Digitalisierung und die Supply Chain: Wo stehen wir und was kommt als nächstes?" heißt der neueste Report von Lisa Harrington, Präsidentin der Iharrington group LLC. Die von DHL in Auftrag gegebene Untersuchung betrachtet, wie die Industrie mit dem sich schnell verändernden und disruptiven Umfeld umgeht, das durch die zunehmende Digitalisierung der Lieferketten entsteht. Robotik der nächsten Generation, KI, AVs, Blockchain, Big Data Analytics und Sensoren sind nur einige Technologien, die Unternehmen heute zur Integration in ihre Betriebsabläufe und Supply Chain-Strategien bedenken müssen.

Unter allen Befragten gaben 73% Big Data Analytics als eine der wichtigsten Informations- und Analyselösungen an, in die ihr Unternehmen investiert. Damit liegt Big Data noch vor Technologien wie cloudbasierten Anwendungen, die von 63% benannt wurden sowie Internet of Things (IoT), das 54% Personen angaben. Blockchain wurde von 51% Befragten genannt, gefolgt von Machine Learning bei 46% und Sharing Economy bei nur 34%. Bei physischer Hardware lag die Präferenz klar bei Robotik. Diese wurde von 63% der Umfrageteilnehmer als die wichtigste physische Technologie eingestuft, noch vor AVs mit 40%, 3D-Druck mit 33% und Augmented Reality sowie Drohnen mit 28%.  

"Es steht außer Frage, dass die Digitalisierung einen enormen Einfluss auf Lieferketten sowie Betriebsabläufe auf der ganzen Welt hat und dies auch so bleiben wird. Unternehmen sehen sich mit einer wachsenden Zahl an Optionen konfrontiert, da fortlaufend neue Produkte und Anwendungen auf den Markt kommen und sich verstärkt in der Industrie durchsetzen. Eine zielgerichtete Strategie zur Digitalisierung der Lieferkette ist dabei unerlässlich, um einerseits die neuen technologischen Möglichkeiten für sich selbst zu bewerten und um andererseits einen Weg zu finden, die Vorteile bestmöglich nutzbar zu machen, und so der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein", so Lisa Harrington, Präsidentin der lharrington group LLC.

Langsam wagen sich Unternehmen in die unbekannten Tiefen der Digitalisierung vor, wobei 39% der Befragten berichten, dass sie eine oder mehrere eigene Informations- oder Analyselösungen entwickeln. Lediglich 31% setzen dabei auf physische Anwendungen. Die Gründe für das langsame Tempo sind symptomatisch für traditionelle, organisatorische Veränderungsszenarien. Bei Hardware-Technologie-Anwendungen gaben 68% der Supply Chain- und Operations-Experten an, dass die Zuverlässigkeit eines der größten Probleme sei, während 65% von Widerständen gegenüber Veränderungen in ihren Organisationen sprachen, gefolgt von einem unzureichenden oder zu langem Return on Investment bei 64%. Im Bereich der Informations- und Analyselösungen nannten 78% der Befragten, dass veraltete Prozesse oder Systeme das größte Hindernis darstellen, dicht gefolgt von einem Mangel an spezifischer Fachkompetenz bei 70%.

Für Unternehmen ist es von entscheidender Bedeutung, Prozesse zu digitalisieren, um den ständig wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, die Effizienz und Flexibilität zu steigern und die Kundenzufriedenheit zu verbessern. Die Ergebnisse der Untersuchung werden auch intern genutzt, um die Digitalisierungsstrategie von DHL Supply Chain weiter zu schärfen. Mit einer klaren Vision und einem umfassenden Portfolio an Schlüsseltechnologien, hat sich DHL bereits auf die Reise der Digitalisierung begeben und konzentriert seine Aktivitäten und Investitionen auf Innovationen, die das Potenzial haben, um echte unternehmerische Herausforderungen zu lösen und neue Möglichkeiten zu ergründen. So nutzt DHL beispielsweise bereits Augmented Realitiy in Warenhäusern, um die Effizienz in der Kommissionierung zu steigern. Zudem verbessern Lagerroboter die Kommissionierzeiten und unterstützen Mitarbeiter bei repetitiven Aufgaben, wie dem Verpacken. Software-Roboter (Robotik-Prozessautomatisierung) übernehmen ausgewählte Backoffice-Prozesse. Im Rahmen von Internet-of-Things-Anwendungen versorgen innovative Sensoren Kunden mit Echtzeit-Informationen über den Standort und den Zustand ihrer Waren.

"Die Supply Chain Industrie befindet sich an einem Wendepunkt. Die traditionelle Systematik wird durch neue Hardwaretechnologien sowie Informations- und Analyselösungen in nie dagewesener Form in Frage gestellt. Technologie bietet beträchtliche Möglichkeiten, Kosten zu senken und die Rentabilität zu steigern. Doch gleichzeitig bedeutet sie auch, dass Unternehmen, dies es versäumen sich diesen Herausforderungen und Risiken zu stellen, abgehängt werden. Unsere Kunden erwarten im zunehmenden Maße von uns, dass wir sie in dieser Zeit des Umbruchs nicht nur begleiten, sondern richtungsweisend vorausgehen", so José F. Nava, Chief Development Officer, DHL Supply Chain.  

Ein Beispiel, wie DHL Zukunftstechnologien untersucht, bietet das Thema Blockchain. Gemeinsam mit Accenture testet DHL ein Verfahren, dass die Fälschung von Arzneimitteln, durch die laut Interpol jährlich Millionen Menschen sterben, verhindern soll. In dieser Studie wird die Blockchain über ein Track-and-Trace Serialisierungssystem in die pharmazeutische Lieferkette integriert. Auf diese Weise kann für jede Einheit einer pharmazeutischen Sendung ein eindeutiger Identifikator erfasst werden, während sie sich entlang der Lieferkette bewegt. Diese Technologie steht noch am Anfang, ist aber bereits sehr vielversprechend und bietet spannende Möglichkeiten für Kundenanwendungen.

Sabine Hartmann

Themen: DHL Supply Chain, Innovationsthemen

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