28.04.2017, 12:08 MESZ

Vorstandsvorsitzender Frank Appel auf der Hauptversammlung: "Wir gestalten die Zukunft der Logistik"

Auf der Hauptversammlung bestätigte Frank Appel das Ziel, den operativen Gewinn des Konzerns in diesem Jahr auf rund 3,75 Milliarden Euro zu steigern.

"2016 war für uns ein sehr gutes Jahr. Und wir haben eine klare Vorstellung, wie die Zukunft der Logistik aussieht", erklärte der Vorstandsvorsitzende Frank Appel auf der Hauptversammlung in Bochum am 28. April.

  • Konzern schließt 2016 mit Rekordergebnis ab: Ausschüttung soll auf 1,05 Euro je Aktie steigen
  • Ergebnisziele für das laufende Jahr und darüber hinaus bestätigt
  • CO2-Ziel für 2020 vorzeitig erreicht; Logistik soll bis 2050 vollständig emissionsfrei werden
  • Digitalisierung, Innovationen und E-Commerce als Wachstumsmotor

Bochum,Bonn - ach dem Rekordjahr 2016 blickt der weltweit führende Post- und Logistikkonzern, Deutsche Post DHL Group, mit Zuversicht in die Zukunft. "2016 war für uns ein sehr gutes Jahr. Und wir haben eine klare Vorstellung, wie die Zukunft der Logistik aussieht. Wir investieren in den Ausbau unseres Netzes und in Technologie. Wir arbeiten fokussiert und vernetzt - und wir wachsen weiter", erklärte der Vorstandsvorsitzende Frank Appel auf der Hauptversammlung in Bochum am 28. April. Zugleich bestätigte er die ehrgeizigen Ziele des Konzerns. So soll der operative Gewinn im laufenden Geschäftsjahr von 3,5 Milliarden Euro auf rund 3,75 Milliarden Euro gesteigert werden. Das mittelfristige Ziel des Unternehmens, das EBIT im Zeitraum 2013 bis 2020 um durchschnittlich mehr als 8 Prozent jährlich zu steigern, bestätigte Appel ebenfalls.

Vor den Aktionären äußerte sich Frank Appel optimistisch, dass sich der Welthandel trotz zunehmend protektionistischer Tendenzen weiterhin positiv entwickeln werde. "Welthandel sorgt für Wohlstand, Wohlstand sorgt für Frieden", sagte Appel in Bochum. "Deshalb brauchen wir nicht weniger Globalisierung, sondern mehr - und das jetzt und langfristig." Deutsche Post DHL Group verbinde Menschen und Märkte auf der ganzen Welt und werde auch in Zukunft ein Botschafter des freien Handels und globalen Austauschs sein. Die Logistik sei das "Rückgrat des globalen Handels". Ohne sie sei eine globale Teamarbeit nicht möglich. Vor diesem Hintergrund sieht Appel Deutsche Post DHL Group als globalen Branchenführer hervorragend positioniert: "Von allen Logistikern haben wir die stärkste globale Präsenz. Wir haben das breiteste Angebot und die längste Erfahrung. Wir wissen, wie Logistik geht und haben als Marktführer eine klare Vorstellung, wie unsere Branche weiter zum globalen Wohlstand beitragen kann", erklärte der Vorstandsvorsitzende.

Vorreiter bei klimafreundlicher Logistik - Ziel: Bis 2050 emissionsfrei

Einen positiven Beitrag möchte Deutsche Post DHL Group auch zum Klimaschutz leisten. Im Hinblick darauf hat der Konzern seine selbstgesteckten Ziele übertroffen und einen wichtigen Meilenstein erreicht, erläuterte Appel: Bereits im Jahr 2008 hatte sich das Unternehmen vorgenommen, die CO2-Effizienz bis 2020 im Vergleich zu 2007 um 30 Prozent zu verbessern. "Dieses Ziel haben wir schon 2016 erreicht, also vier Jahre vor der Zeit. Darauf sind wir stolz. Aber jetzt geht es mit großen Schritten weiter." Bis zum Jahr 2050 strebt Deutsche Post DHL Group an, die Emissionen aus der Logistik vollständig auf null zu reduzieren.

Um dieses ambitionierte Fernziel umzusetzen, verfolgt der Konzern zunächst vier konkrete Teilziele, die bis 2025 erreicht werden sollen. So soll die CO2-Effizienz gegenüber 2007 um 50 Prozent verbessert werden. Der Ausstoß lokaler Luftschadstoffe soll weiter reduziert werden, indem die eigene Zustellung und Abholung zu 70 Prozent mit umweltfreundlichen Konzepten wie Fahrradzustellung oder Elektromobilität durchgeführt werden. Darüber hinaus soll der Anteil des Umsatzes, der grüne Lösungen beinhaltet, auf über 50 Prozent gesteigert werden. Außerdem will der Konzern 80 Prozent seiner weltweit rund 510.000 Mitarbeiter im Rahmen spezieller GoGreen-Trainings in Umweltthemen einbinden und gemeinsam mit Partnern jährlich 1 Million Bäume pflanzen. Damit trage der Konzern Deutsche Post DHL Group seinen Teil dazu bei, die Erderwärmung auf weniger als 2°C zu begrenzen, erläuterte Appel in Bochum.

Logistik neu denken: Marktführer in einer digitalisierten Welt

Darüber hinaus bekräftigte Appel den Anspruch des Konzerns, auch in einer digitalisierten Welt Maßstäbe zu setzen. Langfristig würden vor allem die Unternehmen erfolgreich sein, die den Wandel als Chance begreifen und neue Technologien intelligent nutzen. Deutsche Post DHL Group gehe in vielen Bereichen voran. Mit dem Test des DHL Paketkopters habe das Unternehmen seine Innovationsfähigkeit bewiesen. Die Division Supply Chain teste sehr erfolgreich den Einsatz von Robotern, um Lagerarbeiter zu entlasten. Die Frachtsparte habe den virtuellen Marktplatz Saloodo! gestartet, auf dem Angebot und Nachfrage nach Transporten zusammengeführt werden. "Neue Technologien bieten Chancen für den nächsten Schritt. Sie machen Dinge einfacher und produktiver - für unsere Kunden und für uns selbst", so Appel.

E-Commerce-Logistik bietet Wachstumschancen in allen Divisionen

Mit der "Strategie 2020" hat der Konzern alle Geschäftsbereiche darauf ausgerichtet, konsequent Wachstumschancen zu erschließen, insbesondere durch die anhaltende positive Dynamik im Online-Handel. Von der Auftragsabwicklung, über die Lagerhaltung bis zur grenzüberschreitenden Zustellung: Deutsche Post DHL Group bildet mit ihren vier Divisionen die gesamte Lieferkette ab.

Appel bekräftigte den Anspruch des Unternehmens, Marktführer in der E-Commerce-Logistik zu sein. Dafür investiere das Unternehmen weiter kontinuierlich in den Ausbau und die Modernisierung seiner Infrastruktur. So werde auf dem ehemaligen Opel-Gelände in Bochum ein weiteres "Paketzentrum der Superlative" mit einer Kapazität von bis zu 50.000 Sendungen pro Stunde entstehen, kündigte Appel an. 600 neue Arbeitsplätze seien geplant. Mit dem Start der Bauarbeiten sei im Sommer zu rechnen. Bereits im Juni 2016 hatte der Konzern ein Paketzentrum dieser Größe im südhessischen Obertshausen in Betrieb genommen und dort ebenfalls 600 neue Stellen geschaffen.

Dabei ist eine moderne und leistungsfähige Paket-Infrastruktur die Basis, um Produkte und Dienstleistungen zielgerichtet für die Bedürfnisse des boomenden Onlinehandels weiterzuentwickeln. So bietet das Unternehmen seit kurzem Geschäftskunden in Deutschland ab 50 Sendungen pro Tag den neuen Service DHL Paket Prio an. Bei diesem Produkt wird die Zustellung bereits am nächsten Werktag garantiert - mit einer Geld-zurück-Garantie. Nach einer Einführungsphase in Leipzig, Würzburg und Nürnberg soll der Service langfristig flächendeckend in Deutschland verfügbar sein.

Weiteres Wachstum verspricht außerdem das internationale Paketgeschäft. Auch hier baut der Konzern sein Netzwerk weiter aus, um vom boomenden Onlinehandel zu profitieren. Der Aufbau der "Vereinten Paketnationen von Europa" schreitet zügig voran. DHL Parcel Europe sei inzwischen in 22 Ländern tätig. Und auch außerhalb Europas erschließe sich der Konzern lukrative E-Commerce-Märkte. So startete DHL eCommerce kürzlich in Malaysia und in Chile. Mit dem richtigen Logistikpartner mache der Onlinehandel das tägliche Leben der Menschen leichter, kommentierte Appel: "Deutsche Post DHL Group ist ein solcher Partner."

Innovationsführer der Logistik in der Elektromobilität

Auch in Sachen Elektromobilität geht Deutsche Post DHL Group als Innovationsführer der Logistikbranche voran. Seit 2013 produziert das Unternehmen mit dem StreetScooter ein eigenes, auf die Bedürfnisse der Paketboten abgestimmtes Lieferfahrzeug mit umweltfreundlichem Elektroantrieb. Schon heute betreibt Deutsche Post DHL Group mit rund 2.500 StreetScootern die größte kommerzielle E-Flotte in Deutschland. Bis Ende des Jahres soll die Anzahl der selbst produzierten Elektrofahrzeuge mindestens verdoppelt werden.

In Bochum betonte Vorstandschef Frank Appel, StreetScooter-Fahrzeuge nun auch an externe Kunden zu verkaufen, etwa an kommunale Betriebe und strategische Partner. Dazu wird der Konzern bis Jahresende seine Produktionskapazität von derzeit 10.000 auf dann 20.000 Einheiten kräftig ausbauen. Mit diesen Investitionen untermauere Deutsche Post DHL Group ihren Anspruch, Motor der Elektromobilität zu sein und Marktführer in der grünen Logistik zu werden.

Rückblick auf das Rekordjahr 2016

Sehr zufrieden zeigte sich der Vorstandschef mit den Ergebnissen im abgelaufenen Geschäftsjahr. "2016 war ein Rekordjahr", sagte Appel. "Wir haben viel erreicht. Wir haben erfolgreich in Wachstum investiert, an unseren Prozessen gearbeitet und neue Produkte auf den Markt gebracht. All dies trug Früchte und hat das Ergebnis verbessert." Der operative Gewinn (EBIT) des Konzerns stieg um 45 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Das ausgegebene Ergebnisziel für 2016 wurde damit erreicht. Mit einem EBIT von 1,11 Milliarden Euro im Schlussquartal verzeichnete der Konzern zudem das operativ beste Vierteljahr seiner Geschichte.

Besonders erfreut zeigte sich Appel, dass alle Unternehmensbereiche zu dieser positiven Entwicklung beigetragen haben. So erzielte der Bereich Post - eCommerce - Parcel (PeP) das beste Ergebnis seit 2008, DHL Express und Supply Chain verzeichneten Margenzuwächse und Rekordergebnisse. Auch die Division Global Forwarding, Freight konnte sich in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld deutlich verbessern.

Höchster Dividendenvorschlag der Unternehmensgeschichte

Vor dem Hintergrund der erfolgreichen Geschäftsentwicklung schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vor, die Dividende auf 1,05 Euro je Aktie zu erhöhen. Vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre wäre dies die höchste Dividende seit dem Börsengang im Jahr 2000. Der Konzern würde somit eine Gesamtsumme von 1,271 Milliarden Euro ausschütten. Bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis spiegelt dieser Vorschlag eine Ausschüttungsquote von 48,2 Prozent wider. Damit bewegt sich das Unternehmen weiterhin in der Spanne von 40 bis 60 Prozent, die der Vorstand im Jahr 2010 als Zielkorridor gesetzt hat. Die Dividende wird am 4. Mai 2017 ausgezahlt.

Christina Neuffer

Themen: Wirtschafts- und Finanzkommunikation, Global Business Services

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