11.05.2016, 07:00 MESZ

Deutsche Post DHL Group mit starker Ergebnisentwicklung im ersten Quartal 2016

Das Konzern-EBIT lag mit 873 Millionen Euro um 21,3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum; Ergebnisprognose für 2016 sowie langfristige Ziele bestätigt.

Prognose für das Gesamtjahr 2016 bekräftigt: Verbesserung des operativen Gewinns auf 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro erwartet.

  • Konzern-EBIT in den ersten drei Monaten um 21,3 Prozent auf 873 Millionen Euro gesteigert - Zuwächse in allen vier Unternehmensbereichen
  • Prognose für das Gesamtjahr 2016 bekräftigt: Verbesserung des operativen Gewinns auf 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro erwartet
  • CEO Frank Appel: "Nach dem guten Start ins laufende Jahr sind wir voll auf Kurs, unsere Ziele für 2016 zu erreichen."

Bonn - Der weltweit führende Post- und Logistikkonzern, Deutsche Post DHL Group, hat im ersten Quartal 2016 sein operatives Ergebnis deutlich gesteigert. Das Konzern-EBIT lag mit 873 Millionen Euro um 21,3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum (2015: 720 Millionen Euro). Damit setzte das Unternehmen die im vierten Quartal 2015 begonnene Ergebnisdynamik fort. Der Umsatz des Konzerns ging in den ersten drei Monaten des Jahres um 6,1 Prozent auf 13,9 Milliarden Euro zurück (2015: 14,8 Milliarden Euro). Diese Entwicklung reflektiert neben negativen Währungseffekten und niedrigeren Treibstoffzuschlägen vor allem den seit dem vierten Quartal 2015 geänderten Ausweis von Umsätzen in einem großen Kundenvertrag der Division Supply Chain. Um diese Effekte bereinigt lagen die Konzern-Erlöse im ersten Quartal um 1,4 Prozent über dem Vorjahr. Die wichtigsten Wachstumstreiber - vor allem das internationale Express- sowie das dynamische Paket- und eCommerce-Geschäft - blieben dabei auch in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres intakt.

"Wir hatten einen guten Start in das laufende Jahr. Mit einem EBIT von 873 Millionen Euro haben wir das beste erste Quartal in unserer Unternehmensgeschichte verzeichnet. Die Anstrengungen, die wir 2015 unternommen haben, um uns über alle Unternehmensbereiche hinweg für profitables Wachstum zu positionieren, zahlen sich aus. Nach dem Übergangsjahr 2015 sind wir nun voll auf Kurs, unsere Ziele für 2016 zu erreichen", sagte Frank Appel, Vorstandsvorsitzender von Deutsche Post DHL Group.

Ausblick: Ergebnisprognose für 2016 sowie langfristige Ziele bestätigt

Für das Jahr 2016 rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem moderaten Wachstum der Weltwirtschaft. Die in allen vier Unternehmensbereichen umgesetzten strategischen Maßnahmen sollen jedoch zu einer erheblichen EBIT-Steigerung im laufenden Geschäftsjahr führen. Nach einem guten ersten Quartal prognostiziert Deutsche Post DHL Group deshalb unverändert einen Anstieg des Konzern-EBIT 2016 auf 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro.

Auch an seinen Zielen über das Jahr 2016 hinaus hält das Unternehmen fest: Deutsche Post DHL Group geht weiterhin davon aus, den operativen Gewinn im Zeitraum 2013 bis 2020 um durchschnittlich mehr als 8 Prozent jährlich zu steigern (CAGR).

Erstes Quartal 2016: Profitabilität deutlich gesteigert

Die Konzernerlöse sanken in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um 6,1 Prozent auf 13,9 Milliarden Euro (2015: 14,8 Milliarden Euro). In diesem Rückgang spiegelt sich neben negativen Währungseffekten der Effekt niedrigerer Treibstoffzuschläge wider, der auf die gesunkenen Ölpreise zurückgeht. Zum anderem zeigt die Entwicklung den bereits im vergangenen Jahr kommunizierten geänderten Ausweis von Umsätzen in der Division Supply Chain infolge vertraglicher Änderungen mit dem Großkunden NHS in Großbritannien. Um diese drei Effekte bereinigt lagen die Erlöse im ersten Quartal um 1,4 Prozent über dem Vorjahr.

Das Konzern-EBIT stieg im Auftaktquartal signifikant um 21,3 Prozent auf 873 Millionen Euro (2015: 720 Millionen Euro). Zu dieser positiven Entwicklung haben alle vier Unternehmensbereiche beigetragen. Das operative Ergebnis in der Division Post - eCommerce - Parcel kletterte um 3,3 Prozent auf 412 Millionen Euro (2015: 399 Millionen Euro). Die DHL-Divisionen verzeichneten insgesamt eine Steigerung um 32,8 Prozent auf 534 Millionen Euro (2015: 402 Millionen Euro). Dazu hat Express mit einer Verbesserung um 7,5 Prozent auf 357 Millionen Euro beigetragen. Bei Global Forwarding, Freight erhöhte sich das EBIT von 17 auf 51 Millionen Euro, bei Supply Chain von 53 auf 127 Millionen Euro.

Aufgrund der gestiegenen operativen Ertragskraft und geringerer Steueraufwendungen stieg der Konzerngewinn im ersten Quartal um 29,1 Prozent auf 639 Millionen Euro (2015: 495 Millionen Euro). Analog dazu erhöhte sich das unverwässerte Ergebnis je Aktie von 41 Euro-Cent im vergangen Jahr auf 53 Euro-Cent in 2016.

Investitionen: Konzern stärkt Wachstumsbasis mit höheren Investitionen

Deutsche Post DHL Group hat im ersten Quartal 2016 erneut kräftig investiert, um die Basis für den zukünftigen Erfolg weiter zu stärken. Insgesamt stiegen die Investitionsausgaben in den ersten drei Monaten um 50 Prozent auf 411 Millionen Euro (2015: 274 Millionen Euro). Der Schwerpunkt lag dabei auf der Positionierung der Gruppe für zukünftiges profitables Wachstum in allen vier Unternehmensbereichen. So hat der Konzern unter anderem den Ausbau seiner nationalen und internationalen Paket-Infrastruktur weiter vorangetrieben und in der Express-Division die Flugzeugflotte modernisiert sowie die globalen und regionalen Drehkreuze erweitert.

Cashflow: Saisonal übliche Entwicklung

Der Free Cash Flow des Konzerns lag im ersten Quartal bei minus 700 Millionen Euro (2015: minus 377 Millionen Euro). Darin spiegelt sich zum einen die übliche saisonale Entwicklung wider: Zum Jahresbeginn belastet regelmäßig die jährliche Vorauszahlung für die Beamtenpensionen an die Bundesanstalt für Post und Telekommunikation den Mittelabfluss des Unternehmens, die in diesem Jahr 517 Millionen Euro betrug. Zum anderen reflektiert der Rückgang des Free Cash Flow im Vorjahresvergleich leicht höhere Investitionszahlungen (Net Cash Capex) und Phaseneffekte im Working Capital.

Post - eCommerce - Parcel: Weiterhin starkes Wachstum im Paketgeschäft

Der Umsatz im Bereich Post - eCommerce - Parcel ist im ersten Quartal um 2,4 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro gestiegen (2015: 4,1 Milliarden Euro). Davon entfielen 1,7 Milliarden Euro auf den Bereich eCommerce - Parcel, der weiter dynamisch gewachsen ist und im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 Prozent zugelegt hat. Diese Verbesserung setzt sich aus einem Umsatzplus von 6,9 Prozent bei Parcel Germany, 13,9 Prozent bei Parcel Europe und 11,6 Prozent bei eCommerce zusammen. Die positive Entwicklung zeigt einmal mehr, dass Deutsche Post DHL Group von der erfolgreichen Positionierung als Markt- und Innovationsführer im wachstumsstarken E-Commerce profitiert.

Im Bereich Post gingen die Erlöse leicht um 1,2 Prozent auf 2,53 Milliarden Euro zurück (2015: 2,56 Milliarden Euro), wobei das erste Quartal 2016 einen Arbeitstag weniger umfasste als der Vorjahreszeitraum. Die Briefpreiserhöhung zum Jahresanfang hat die strukturell bedingten Volumenrückgänge in den Bereichen Brief Kommunikation und Dialog Marketing sowie den Arbeitstag-Effekt nahezu ausgeglichen.

Das operative Ergebnis im Unternehmensbereich PeP stieg um 3,3 Prozent auf 412 Millionen Euro (2015: 399 Millionen Euro). Die Volumenrückgänge bei Post und die erheblichen Investitionen in die Expansion des eCommerce - Parcel-Geschäfts konnten durch das anhaltende Wachstum im Paketgeschäft sowie die Briefpreiserhöhung im Januar mehr als ausgeglichen werden.

Express: Positiver Umsatz- und Ergebnistrend setzt sich fort

Der Unternehmensbereich Express konnte auch im ersten Quartal seine seit Jahren anhaltende positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung fortsetzen. Die Erlöse lagen mit 3,25 Milliarden Euro um 0,3 Prozent über dem Vorjahreswert (2015: 3,24 Milliarden Euro); um negative Währungseffekte und niedrigere Treibstoffzuschläge bereinigt lag der Anstieg bei 6,1 Prozent. Haupttreiber für die anhaltend positive Entwicklung von Express war das erneut starke Wachstum im Geschäft mit zeitgenauen internationalen Sendungen (TDI): Hier stieg das Volumen im ersten Quartal um 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zudem erzielte Express weitere Verbesserungen beim Ertragsmanagement.

Das EBIT des Unternehmensbereichs legte im Auftaktquartal um 7,5 Prozent auf 357 Millionen Euro zu (2015: 332 Millionen Euro), wobei negative Währungseffekte einen noch stärkeren Anstieg verhindert haben. Die operative Marge verbesserte sich auf 11,0 Prozent (2015: 10,2 Prozent).

Global Forwarding, Freight: Deutliche Verbesserung der operativen Entwicklung

Die Erlöse im Unternehmensbereich Global Forwarding, Freight sanken im ersten Quartal 2016 um 12,2 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro (2015: 3,8 Milliarden Euro); um negative Währungseffekte bereinigt lag der Umsatz um 9,3 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Neben dem schwachen Marktumfeld war vor allem die selektivere Marktstrategie der Division für den Umsatzrückgang verantwortlich.

Ungeachtet dessen hat sich das operative Ergebnis von 17 Millionen Euro im ersten Quartal 2015 auf 51 Millionen Euro im Auftaktquartal 2016 erhöht. Die damit deutlich gestiegene Rentabilität des Geschäfts zeigt klar die positiven Auswirkungen der im vergangenen Jahr eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der operativen Performance bei Global Forwarding, Freight.

Supply Chain: Starker EBIT-Anstieg

Der Umsatz im Unternehmensbereich Supply Chain ist im Auftaktquartal um 13,9 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro gesunken (2014: 3,9 Milliarden Euro); um negative Währungseffekte bereinigt lagen die Erlöse um 10,1 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Berücksichtigt man darüber hinaus noch den negativen Effekt der im letzten Jahr kommunizierten Änderung von Umsatzausweisen infolge geänderter Vertragsbedingungen mit dem UK National Health Service (NHS) in Großbritannien lag der Umsatz um 2,4 Prozent über dem Vorjahr. Das Neugeschäft von Supply Chain entwickelte sich weiterhin positiv: Der Unternehmensbereich hat im ersten Quartal zusätzliche Verträge mit Neu- und Bestandskunden in Höhe von rund 276 Millionen Euro abgeschlossen.

Das EBIT des Bereichs hat sich von 53 Millionen Euro im ersten Quartal 2015 auf 127 Millionen Euro im Auftaktquartal 2016 verbessert. Dieses Ergebnis enthält Erträge aus Immobilientransaktionen, die aber teilweise durch angefallene Restrukturierungskosten kompensiert worden sind.