18.05.2016, 10:09 MESZ

Deutsche Post DHL Group bestätigt Wachstumsziele der Strategie 2020 - stabile Dividende vorgeschlagen

Auf der Hauptversammlung bestätigte der CEO Frank Appel die Prognose, den operativen Gewinn des Konzerns in diesem Jahr auf 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro zu steigern.

Konzernchef Frank Appel: "2015 war ein Jahr des Übergangs."

  • Ausschüttung von 85 Cent je Aktie vorgeschlagen
  • Deutliches Ergebniswachstum im ersten Quartal 2016
  • Meilenstein im Klimaschutz: CO2-Effizienz seit 2007 um 25 Prozent gesteigert
  • CEO Frank Appel: "Wir haben die Weichen gestellt, um unsere strategischen Ziele zu erreichen."

Bonn - Der weltweit führende Post- und Logistikkonzern, Deutsche Post DHL Group, sieht sich nach einem erfolgreichen Start ins laufende Geschäftsjahr auf gutem Weg, seine kurz- und mittelfristigen Ergebnisziele zu erreichen. Auf der Hauptversammlung in Frankfurt bestätigte der Vorstandsvorsitzende Frank Appel die Prognose, den operativen Gewinn des Konzerns in diesem Jahr auf 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro zu steigern. Nach dem Übergangsjahr 2015, in dem Deutsche Post DHL Group in allen Unternehmensbereichen die Basis für langfristig profitables Wachstum geschaffen hat, zeigen sich zunehmend Erfolge dieser Anstrengungen. So hat das Unternehmen den Ausbau seines europäischen Paketnetzes weiter vorangetrieben und profitiert nun in noch stärkerem Maße vom dynamisch wachsenden E-Commerce. Im Expressgeschäft hat das Unternehmen weiter in die Erneuerung seiner Flugzeugflotte und den Ausbau seiner globalen Drehkreuze investiert und baut seine Marktposition auf der Basis einer weltweit einzigartigen Infrastruktur weiter aus. Der Unternehmensbereich Global Forwarding, Freight verzeichnet nach einem herausfordernden Jahr wieder steigende Gewinne, der Turnaround in der Sparte zeigt signifikante Fortschritte. In der Division Supply Chain trägt das Optimierungsprogramm, das in diesem Jahr fortgeführt wird, zunehmend Früchte.

"Wir haben im vergangenen Jahr viele Weichen neu gestellt, um unsere strategischen Ziele zu erreichen", so Appel vor den Aktionären. "2015 war ein Jahr des Übergangs, in dem wir hart daran gearbeitet haben, uns so aufzustellen, dass wir Wachstumschancen optimal nutzen können. Unser erfolgreicher Jahresauftakt bestätigt diesen Kurs."

Zweistelliges EBIT-Wachstum im ersten Quartal

Das Konzern-EBIT stieg von Januar bis März 2016 gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Fünftel (+21,3 Prozent) auf 873 Millionen Euro. Damit hat das Unternehmen das beste erste Quartal der Unternehmensgeschichte verzeichnet, nachdem das operative Ergebnis bereits im Schlussquartal 2015 einen Rekord erreicht hatte. Zu dem deutlichen Anstieg im Auftaktquartal 2016 haben alle vier Unternehmensbereiche beigetragen. Die wichtigsten Wachstumstreiber des Konzerns waren auch zu Jahresbeginn intakt. Insbesondere das Paketgeschäft im In- und Ausland wächst weiter rasant, getrieben vom dynamischen Online-Handel, ebenso wie das Geschäft der Division Express mit zeitgenauen internationalen Sendungen (TDI).

Nach dem guten ersten Quartal bestätigte Appel auf der Hauptversammlung erneut die Finanzziele für das Gesamtjahr 2016. Alle Geschäfte seien auf Kurs, betonte er. Zum operativen Gewinn des Konzerns in Höhe von 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro sollen der Unternehmensbereich Post - eCommerce - Parcel (PeP) mehr als 1,3 Milliarden Euro und die DHL-Divisionen Express, Global Forwarding, Freight und Supply Chain insgesamt 2,45 bis 2,75 Milliarden Euro beitragen.

Aktienrückkauf und stabiler Dividendenvorschlag

Ausgehend von seiner starken Bilanz- und Cashflow-Position und in Erwartung einer weiteren Verbesserung der operativen Geschäftsentwicklung hat Deutsche Post DHL Group im März ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu 1 Milliarde Euro gestartet. Bis zum Tag der Hauptversammlung hat das Unternehmen bereits rund 4 Millionen Aktien im Volumen von fast 100 Millionen Euro erworben.

Vor dem Hintergrund der unverändert robusten operativen Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2015 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vor, die Dividende mit 0,85 Euro je Aktie stabil zu halten. Damit würde der Konzern eine Gesamtsumme von 1,03 Milliarden Euro ausschütten. Bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis spiegelt dieser Vorschlag eine Ausschüttungsquote von 46 Prozent wider. Damit bewegt sich das Unternehmen weiterhin in der Spanne von 40 bis 60 Prozent, die im Jahr 2010 als Zielkorridor gesetzt worden war.

"Strategie 2020" als Kompass für die künftige Entwicklung

Vor den Aktionären ging Konzernchef Appel zudem ausführlich auf die mittel- bis langfristigen geschäftlichen Perspektiven von Deutsche Post DHL Group ein. "Unser Kompass ist unsere Strategie 2020. Sie gibt die Ziele für zukünftiges Wachstum vor. Der Kurs für ein erfolgreiches 2016 und darüber hinaus ist gesetzt", sagte Appel. Das gilt für die internationale Expansion des erfolgreichen Paketgeschäfts und die Investitionen in die globale Express-Infrastruktur ebenso wie für das Optimierungsprogramm bei DHL Supply Chain und die IT-Erneuerung in der Frachtsparte.

In den drei Grundannahmen der "Strategie 2020" sieht sich das Unternehmen weiter bestärkt: Erstens sei der Logistikmarkt eine attraktive Industrie, sowohl im Heimatmarkt Deutschland als auch auf globaler Ebene, so Appel. Zweitens sei Qualität die Basis für langfristig stabile Kundenbeziehungen. Der Anspruch von Deutsche Post DHL Group, Qualitätsführer der Branche zu sein, zahle darauf ein. Drittens sei der Konzern in seinen Märkten sehr gut positioniert, erläuterte Appel. Mit einer einzigartigen globalen Infrastruktur und weltweit rund 500.000 engagierten Mitarbeitern hat der Konzern ein gesundes Fundament für nachhaltiges organisches Wachstum geschaffen. "Wir sind in nahezu allen Bereichen der Logistik unbestrittene Nummer 1. Das wollen wir auch in Zukunft bleiben - und wir sind erfolgreich unterwegs", sagte Appel.

So nutzt Deutsche Post DHL Group etwa das in Deutschland erworbene Know-how im Paketgeschäft für den Ausbau seines Zustellnetzes in Europa. Mit Skandinavien und den baltischen Republiken ist das Unternehmen inzwischen in 16 europäischen Ländern präsent. Auch über Europa hinaus werden vor dem Hintergrund des dynamisch wachsenden Online-Handels neue Märkte erschlossen - wie etwa in Thailand zu Beginn des Jahres. Mit Paketshops und Packstationen schafft das Unternehmen in vielen Regionen überhaupt erst die logistischen Grundlagen, auf denen sich ein dynamischer Online-Handel entwickeln kann.

Die strategischen Initiativen und Investitionen in allen Unternehmensbereichen sollen sich in den kommenden Jahren, wie angekündigt, auch verstärkt in den Ergebnissen niederschlagen. Appel wiederholte vor den Aktionären das Ziel, den operativen Gewinn bis 2020 um durchschnittlich mehr als 8 Prozent pro Jahr zu steigern (CAGR).

Unternehmensverantwortung als Teil der täglichen Arbeit

Für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg von Deutsche Post DHL Group sind nicht allein finanzielle Kenngrößen entscheidend. Vielmehr ist verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln ein ebenso essenzieller Bestandteil sowohl des operativen Geschäfts als auch der strategischen Planung. So verbindet das Unternehmen und die Vereinten Nationen seit nunmehr zehn Jahren eine enge Partnerschaft. Die Kooperation zielt darauf ab, bei Naturkatastrophen schnell und unkompliziert logistische Hilfe zu leisten. Zuletzt waren Mitarbeiter des Disaster Response Teams von DHL nach dem verheerenden Erdbeben in Ecuador direkt vor Ort im Einsatz. Auf der Hauptversammlung hob Frank Appel zudem das Projekt "Flüchtlingshilfe - Gemeinsam handeln!" hervor. Für die gemeinsame Aktion des Konzerns und seiner Mitarbeiter hat Deutsche Post DHL Group vor wenigen Wochen den Deutschen CSR Preis gewonnen. "Die Hilfsbereitschaft unserer Mitarbeiter ist enorm", sagte Appel mit Blick auf die 13.000 Mitarbeiter, die sich in ihrer Freizeit in der Flüchtlingshilfe engagieren. "Ich bin stolz auf alle, die voller Leidenschaft - neben der täglichen Arbeit - bei der Sache sind."

Exemplarisch für die hohe unternehmerische Verantwortung sind auch die Fortschritte des Logistikkonzerns bei seinen Bestrebungen, die CO2-Effizienz bis 2020 um 30 Prozent zu steigern (ausgehend vom Basisjahr 2007). Im vergangenen Jahr konnte bereits die 25 Prozent-Marke erreicht werden. Weitere Fortschritte erhofft sich das Unternehmen von der CO2-freien Zustellung und der Elektromobilität. Dazu hat der Konzern mit dem StreetScooter ein eigenes Elektrofahrzeug entwickelt, das im laufenden Jahr mit 2.000 Fahrzeugen in die Serienproduktion geht.

Mit Projekten wie dem StreetScooter oder der Anwendung neuester Roboter- und Automationstechnologie baut Deutsche Post DHL Group ihre Innovationsführerschaft in der Branche weiter aus. "Als Pionier der Logistik gestalten wir die Zukunft dieser Branche entscheidend mit", sagte Appel.

Rückblick 2015: Jahr des Übergangs

Bedingt durch die strategischen Weichenstellungen am Übergang zur "Strategie 2020" war das zurückliegende Geschäftsjahr 2015 für Deutsche Post DHL Group von zahlreichen Herausforderungen geprägt. Es sei kein einfaches Jahr gewesen, sagte CEO Frank Appel. "Wir mussten Hürden überwinden, aber das hat uns nicht aufgehalten." Der Konzern konnte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent auf 59,2 Milliarden Euro steigern. Das Konzern-EBIT betrug 2,41 Milliarden Euro (2014: 2,97 Milliarden Euro). Die angepasste Ergebnisprognose von mindestens 2,4 Milliarden Euro wurde damit erreicht. Der EBIT-Beitrag des Bereichs PeP lag bei 1,1 Milliarden Euro (2014: 1,3 Milliarden Euro). Die DHL-Divisionen erwirtschafteten einen operativen Gewinn von 1,66 Milliarden Euro (2014: 2,02 Milliarden Euro). Damit lagen beide Kennziffern im Rahmen der im Oktober kommunizierten Erwartungen.

Der Rückgang des Konzern-EBIT im Vorjahresvergleich um 554 Millionen Euro reflektiert in erster Linie einmalige Sonderbelastungen, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte verbuchte Einmaleffekte im Zusammenhang mit der IT-Erneuerung in der Frachtsparte. Auch der 52-tägige Streik der Postbeschäftigten in Deutschland hat das Konzernergebnis belastet. Dass das operative Geschäft uneingeschränkt intakt ist, belegte unter anderem die starke Entwicklung in den Monaten Oktober bis Dezember, in denen der Konzern das höchste Quartals-EBIT in der Unternehmensgeschichte (ohne Postbank) erzielt hat. Eine sehr starke Entwicklung verbuchte das Unternehmen zudem zum Jahresende beim Free Cashflow. Dieser stieg auf 1,72 Milliarden Euro (2014: 1,35 Milliarden Euro).

Wahlvorschläge für den Aufsichtsrat

Auf der Tagesordnung des Aktionärstreffens steht zudem die Wahl von vier Mitgliedern des Aufsichtsrats. Ingrid Deltenre, Generaldirektorin der Europäischen Rundfunkunion (EBU), und Dr. Nikolaus von Bomhard, Vorsitzender des Vorstands der Münchner Rückversicherungs-Gesellschaft AG, sollen neu in das Kontrollgremium gewählt werden. Nach Ablauf ihrer Bestellung werden Thomas Kunz und Elmar Toime aus dem Gremium ausscheiden.

Die Amtszeiten von Prof. Dr.-Ing. Katja Windt, Geschäftsführerin der Jacobs University Bremen GmbH, und Werner Gatzer, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, enden ebenfalls mit Ablauf der heutigen Hauptversammlung. Sie stehen für eine weitere Amtsperiode als Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat zur Wahl.