13.10.2015, 14:00 MESZ

Der neue Supersektor: Automobil- und Technologiebranche verschmelzen

Der Bericht "Quiet Revolution: Convergence and the Future Automotive Supply Chain" beschreibt die Herausforderungen, mit denen der Automobilsektor konfrontiert wird.  

Automobilhersteller benötigen heute mehr Standardisierung, mehr Transparenz und ein besseres Risikomanagement entlang ihrer Lieferketten.

  • DHL-Studie beschreibt Annäherung beider Branchen durch zunehmende Produktinnovationen
  • Automobilhersteller benötigen heute mehr Standardisierung, mehr Transparenz und ein besseres Risikomanagement entlang ihrer Lieferketten

London - DHL hat heute seinen jüngsten Bericht zum Status der Automobilbranche veröffentlicht. Darin wird beschrieben, dass sich die althergebrachte Art des Wirtschaftens in der Automobilindustrie nun ändern wird. Die Branche steht vor einem revolutionären Zusammenwachsen mit dem Technologiesektor, das die Steuerung der Abläufe in der Lieferkette verändern wird. Der Report zeigt, dass der zunehmend höhere Technologieanteil bei Fahrzeugen, der durch steigende Kundenerwartungen an Produktinnovationen begünstigt wird, die Konvergenz zwischen den beiden Industrien weiter verstärkt.

Der Bericht "Quiet Revolution: Convergence and the Future Automotive Supply Chain", den Lisa Harrington, Vorsitzende der lharrington group LLC, im Auftrag von DHL verfasst hat, beschreibt die Herausforderungen und Chancen, mit denen der Automobilsektor weltweit konfrontiert wird.

Die Verschmelzung hin zu einem möglicherweise einzigen Supersektor wird mit der wachsenden Bedeutung von globalen "Mega-Lieferanten" begründet. Schließlich werden heute 82 Prozent aller Komponenten, die bei Automobilherstellen zum Einsatz kommen, von Drittfirmen bezogen. Diese zunehmende Abhängigkeit, die vor dreißig Jahren lediglich bei rund 56 Prozent lag, hat Auswirkungen auf die Hierarchie der Akteure, wobei die traditionelle Machtbasis der Original Equipment Manufacturer (OEMs) bröckelt. Die Automobilindustrie benötigt heute mehr Standardisierung, mehr Transparenz und ein besseres Risikomanagement in den Abläufen ihrer Lieferkette.

"Die alten Formen des Wirtschaftens in der Automobilindustrie ändern sich. Vorbei sind die Tage isolierter Prozesse, bei denen die Lieferantenbasis eines OEM ausschließlich der Automobilbranche angehörte", erläutert Lisa Harrington. "Ein durchschnittlicher Mittelklassewagen enthält heute etwa 40 bis 50 Systeme, die von Mikroprozessoren gesteuert werden und über zwanzig Millionen Zeilen an Programmiercodes erfordern. Eine Boeing 787 bringt es hingegen nur auf weniger als fünfzehn Millionen Codezeilen."

"Das zeigt, wie eng verbunden und damit abhängig die beiden Branchen voneinander geworden sind", bemerkt Harrington. "Während Verbraucher von immer intelligenteren und technisch fortschrittlicheren Fahrzeugen profitieren, stehen Hersteller vor der Herausforderung, dass ihre Lieferketten zunehmend komplexer und anfälliger werden. Unternehmen müssen proaktiv sein und mit Lieferanten kooperieren. Nur so können sie Supply-Chain-Praktiken sicherstellen, die für moderne Abläufe gerüstet sind und Geschäftsunterbrechungen vermeiden."

Die drei zentralen Säulen der neuen automobilen Lieferkette

Die neue automobile Lieferkette basiert daher auf drei zentralen Säulen: Standardisierung, Transparenz und Risikomanagement. Die Industrie muss darauf hinarbeiten, die physische Lieferkette und die dazugehörige Informationslieferkette zu standardisieren. Auf diese Weise können OEMs und ihre Lieferanten die Abläufe vereinfachen und damit die Gesamtkosten reduzieren. Für viele Unternehmen sind Standardisierungen ein zentrales Element auf dem Weg zur Transformation ihrer globalen Lieferkette.

Die zweite Säule, Transparenz, wird durch die neuesten Anwendungen der Informationstechnologie in den Abläufen der Lieferkette unterstützt. IT hat die Fähigkeit, Transparenz durch Analytik und Trackingsysteme zu schaffen, die jede Transaktion in der Lieferkette erfasst. Mit dieser Form der Transparenz können Unternehmen präzise verfolgen, was in ihrem weltweiten Netz bewegt wird ? zu jeder Zeit. Transparenz ermöglicht eine wirkungsvollere Strategie für das Risikomanagement, die dritte Säule, denn sie verringert Unsicherheiten in der Lieferkette.

"DHL verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Automobil- und Technologiebranche", sagt Michael Martin, Vice President Strategic Development Global Automotive, DHL Supply Chain. "Wir haben miterlebt, wie sich diese Industrien angenähert haben und aus erster Hand gesehen, zu welchen Risiken und Unsicherheiten das führen kann. Das Hinzufügen neuer Drittanbieter hat das Risikomanagement noch dringlicher und komplexer gemacht. Im Bereich technischer Zulieferungen gibt es neue Risiken durch den Wettbewerb mit anderen Industriezweigen, nicht zuletzt mit der technischen Konsumgüterindustrie. Zudem müssen Unternehmen die neuesten Lösungen für das Risikomanagement nutzen, um ihren Wettbewerbsvorsprung zu halten."

Diese Lösungen beinhalten Control-Tower-Anwendungen für die Logistikkette, die eine umfassende Transparenz und Kontrolle ermöglichen. Dazu gehören auch Tools zur Risikobewertung und -steuerung wie Resilience360 von DHL. Resilience360 ist eine Risikomanagementlösung mit deren Hilfe Unternehmen Unterbrechungen in der Lieferkette sowie globale ökologische und soziopolitische Volatilität in einen Wettbewerbsvorteil verwandeln können. Sie erhalten nicht nur einen ganzheitlichen und umfassenden Überblick über ihrer Lieferketten, sondern zudem Risikotransparenz nahezu in Echtzeit.