23.02.2015, 11:00 MEZ

DHL erweitert Risikomanagement-Tool Resilience360 um neue Funktionen

Unternehmen können mit den neuen Funktionen ihre Lieferkette visualisieren und den Status ihres Sendungsbestands weltweit abrufen.

Resilience360 ist eine durchgängige Risikomanagement-Plattform für Lieferketten, die Kunden nahezu in Echtzeit über weltweite Störfälle und Gefahren für ihre globalen Lieferketten informiert.

  • Routendarstellung, länderspezifische Risikoanalysen und globaler Störbericht nun in Transportmanagement-Systeme integrierbar
  • Studie "Next-gen LLP: Driving new business value in an unpredictable world" bestätigt Bedarf an solchen Lösungen

London,Bonn - DHL erweitert die branchenführende Risikomanagement-Lösung Resilience360 um neue Funktionen. Es handelt sich um eine durchgängige Risikomanagement-Plattform für Lieferketten, die Kunden nahezu in Echtzeit über weltweite Störfälle und Gefahren für ihre globalen Lieferketten informiert. Unternehmen können somit möglichen Betriebsausfällen vorgreifen, beziehungsweise diese minimieren. Resilience360 wurde von DHL entwickelt und vor einem Jahr eingeführt, es handelt sich um das erste Produkt dieser Art in der Branche.

Resilience360 wird bereits von Kunden in Asien, Europa und auf dem amerikanischen Kontinent eingesetzt. Am intensivsten wird es in der Automobilbranche genutzt, gefolgt von der Chemieindustrie, Life Sciences und dem Technologiesektor.

Tobias Larsson, Leiter des DHL Resilience-Teams bei DHL Customer Solutions & Innovation, erklärt: "Supply-Chain-Organisationen in Unternehmen arbeiten oftmals isoliert und eher regional, sie sind daher selten länder- und standortübergreifend vernetzt. Somit fehlt ihnen häufig der Überblick, und ihre Kontrollfunktion endet meistens an den Grenzen des eigenen Einsatzbereichs. Das mag im Alltagsgeschäft funktionieren, aber wenn der Krisenfall eintritt, kann dies zum Problem werden."

Integriert in das eigene Transport-Managementsystem, können Unternehmen mit den neuen Funktionen von Resilience360 nun ihre Lieferkette visualisieren und den Status ihres gesamten Sendungsbestands weltweit abrufen. Zusammenhänge zwischen Sendungsverlauf und Störungsfällen lassen sich leichter herstellen und somit die Bereiche identifizieren, die potentiell korrektive Maßnahmen erfordern. Außerdem bietet eine neue, landesspezifische Risikoseite eine Übersicht über lieferkettenrelevante Risikowerte und Störtrends. Dazu erhalten Abonnenten wöchentlich einen kostenlosen Newsletter ("360° INSIGHTS") zu lieferkettenbezogenen Risikodaten, inklusive eines globalen Störberichts.

Christian Weber, Technology and Innovation, Siemens Power and Gas, hierzu: "Ein Teil unserer Arbeit im Bereich Technologie und Innovation bei Siemens Power and Gas besteht darin, innovative Trends in der Logistikbranche zu untersuchen. Wir glauben, dass ein IT-gestütztes Risikomanagement-System für Lieferketten, wie Resilience360, großes Kosteneinsparpotenzial hat und haben in DHL einen kompetenten Partner für die Pilotierung dieses neuen Lösungsansatzes gefunden."

Neue Studie kennzeichnet Herausforderungen in der Lieferkette

Die neuen Zusatzfunktionen von Resilience360 kommen zu einem Zeitpunkt, in dem die Globalisierungswelle schlanke, gleichzeitig komplexe und stark miteinander verflochtene Lieferketten hervorbringt, in denen ein Disruptionsrisiko größer ist als je zuvor. Das belegt auch die Studie "Next-gen LLP: Driving new business value in an unpredictable world", in der beschrieben wird, wie Lieferkettenmanager gemeinsam mit einem sogenannten Lead-Logistics-Provider (LLP) nach alternativen Lösungen suchen. Diese Partnerschaften gehen über die Dienstleistungen transaktionsbasierter Logistikanbieter der Vergangenheit hinaus und reichen bis zu strategischen Partnerschaften, die mittels integrierter Lösungen und technologischen Fähigkeiten Wettbewerbsvorteile und Wachstum generieren.

Lisa Harrington, Präsidentin der lharrington group LLC, hat den Bericht in Zusammenarbeit mit DHL erstellt, um Herausforderungen und Entwicklungen zu identifizieren, die für Betreiber und Nutzer von Lieferketten weltweit gleichermaßen relevant sind. Harrington hierzu: "Ein scheinbar kleines Vorkommnis oder ein Ausfall in einer Region kann und wird sich schnell zu einer ausgewachsenen Betriebsstörung über den halben Globus hinweg auswachsen. Der Kostenaufwand, die Komplexität und das Fachwissen, die für Abwehrstrategien erforderlich sind, können für Unternehmen mit begrenzten personellen und finanziellen Mitteln große Herausforderungen mit sich bringen. Gleichzeitig sind sie aber aufgrund des Wettbewerbsdrucks von größter Wichtigkeit. Dieser Sachverhalt verstärkt die Tendenz, das Thema Lieferkettenmanagement strategischer anzugehen, einschließlich des Next-gen LLP-Modells."

Störfall-Monitoring bietet Wettbewerbsvorteile

Ereignisse wie die Ausfälle durch die Russland-Sanktionen und die Ebola-Krise wurden von Resilience360 in 2014 erfasst, ebenso wie die Beeinträchtigungen durch die Aschewolke des isländischen Vulkans Bardarbunga. Aufgrund der Unberechenbarkeit des Vulkans gab es jedoch häufig Warnmeldungen mit unterschiedlichem Schweregrad. Trotzdem versetzten die nahezu in Echtzeit bereitgestellten Informationen und die globale Mapping-Vorrichtung von Resilience360 Kunden in die Lage, Folgestörungen in der Lieferkette zu antizipieren und abzuwenden, zum Beispiel bei Flugausfällen in anderen Regionen.

Peter Schonefeld, Leiter Supply Chain Management bei Schmitz Cargobull, ergänzt: "Mit Resilience360 erhalten wir einen besseren Überblick über unsere komplette Lieferkette. Wir möchten diese Sicht nun auf unsere wichtigsten Zulieferer sowie unsere ausgehenden Lieferketten ausdehnen. Mit der Integration der Störfall-Monitoring-Funktion in unsere Liefer- und Zustellprozesse sind wir in der Lage, Ereignisse zu antizipieren und Störfälle zu vermeiden. Dadurch können wir noch vor der Konkurrenz auf alternative Ressourcen zurückgreifen, um die Bearbeitung der Kundenbestellung abzusichern."