27.05.2015, 10:10 MESZ

Deutsche Post DHL Group bestätigt Ergebnisziele

Nach solider Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Jahr schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Anhebung der Dividende auf 85 Cent je Aktie vor.

CEO Frank Appel: "Wir haben im letzten Jahr den Umsatz und das operative Ergebnis erneut gesteigert. Und das, obwohl die Weltwirtschaft nur verhalten gewachsen ist. Wir haben unsere Ziele erreicht und unser Versprechen gehalten."

  • Nach solider Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Jahr Anhebung der Dividende auf 85 Cent je Aktie vorgeschlagen
  • Konzern bestätigt nach moderatem Jahresauftakt 2015 kurz- und mittelfristige Ergebnisziele
  • CO2-Effizienz im Jahr 2014 um 23 Prozent gegenüber 2007 gesteigert
  • CEO Frank Appel auf der Hauptversammlung: "Mit der Strategie 2020 haben wir einen Fahrplan, wie wir uns weiter verbessern."

Frankfurt,Bonn - Der weltweit führende Post- und Logistikkonzern Deutsche Post DHL Group blickt nach einer soliden Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr und einem erwartungsgemäß moderaten Jahresauftakt 2015 weiterhin zuversichtlich in die Zukunft. Trotz des herausfordernden Markt- und Wettbewerbsumfelds und hoher Investitionen in seinen langfristigen Erfolg geht der Konzern unverändert davon aus, dass auch das laufende Jahr für Deutsche Post DHL Group ein Wachstumsjahr werden wird. Auch seine Ziele für die Folgejahre hat das Unternehmen auf der heutigen Hauptversammlung in Frankfurt am Main bestätigt.

"Wir haben im letzten Jahr den Umsatz und das operative Ergebnis erneut gesteigert. Und das, obwohl die Weltwirtschaft nur verhalten gewachsen ist. Wir haben unsere Ziele erreicht und unser Versprechen gehalten", erklärte der Vorstandsvorsitzende Frank Appel vor den Aktionären. "Für das laufende Jahr und darüber hinaus haben wir uns einiges vorgenommen. Die Weichen für unsere Strategie 2020 sind gestellt und die Prioritäten für die nächsten Jahre damit festgelegt", so Appel weiter.

Planmäßiger Start ins Geschäftsjahr 2015

Trotz des nach wie vor nur moderaten konjunkturellen Wachstums und anspruchsvoller interner Aufgaben konnte Deutsche Post DHL Group im ersten Quartal den Umsatz steigern. Das Konzernergebnis wurde dabei annähernd auf Vorjahresniveau gehalten. Wie bereits am 12. Mai bei Vorlage des Quartalsabschlusses berichtet, lag der Konzernumsatz in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres mit 14,8 Milliarden Euro um 8,8 Prozent über dem Vorjahreswert (Q1 2014: 13,6 Milliarden Euro). Bereinigt um positive Währungseffekte stiegen die Erlöse im ersten Quartal um 2,1 Prozent. Darin spiegeln sich Umsatzverbesserungen in allen vier Unternehmensbereichen wider. Insbesondere setzte sich das dynamische Erlös- und Volumenwachstum im internationalen Express- und im deutschen Paketgeschäft fort. Das operative Ergebnis des Konzerns sank im ersten Quartal leicht um 1,0 Prozent auf 720 Millionen Euro - vor allem aufgrund einer schwachen Ergebnisentwicklung bei Global Forwarding, Freight sowie planmäßigen Restrukturierungskosten bei Supply Chain.

CEO Frank Appel bestätigte nach dem moderaten Jahresauftakt die im März bekannt gegebenen Ziele für das Gesamtjahr 2015. Danach soll der operative Gewinn auf 3,05 Milliarden Euro bis 3,2 Milliarden Euro steigen. Dazu wird der Unternehmensbereich Post - eCommerce - Parcel (PeP) voraussichtlich mindestens 1,3 Milliarden Euro beitragen. Für die DHL-Divisionen wird für das Gesamtjahr 2015 unverändert ein weiterer EBIT-Anstieg auf 2,1 Milliarden Euro bis 2,25 Milliarden Euro prognostiziert. Der Konzern rechnet für 2015 mit stabilen Aufwendungen für den Bereich Corporate Center/Anderes von rund 350 Millionen Euro. Darüber hinaus geht das Unternehmen davon aus, erneut einen ausreichend hohen Free Cashflow zu generieren, um die Dividende abzudecken, die für das Geschäftsjahr 2014 gezahlt werden wird.

"Strategie 2020" im Fokus

Das laufende Geschäftsjahr markiert für den Konzern den Übergang von der erfolgreichen "Strategie 2015" zu der neuen "Strategie 2020". Diese stellt eine evolutionäre Weiterentwicklung dar und stützt sich auf drei Säulen: Fokussierung auf die vorhandenen Stärken, Steigerung der Qualität durch bessere Vernetzung und die Erschließung neuer Wachstumsfelder. Strategische Priorität haben dabei der boomende E-Commerce und die globalen Wachstumsmärkte. So treibt der Konzern bei PeP die weitere Internationalisierung des Paketgeschäfts voran, das besonders vom dynamischen Wachstum des Onlinehandels profitiert. "Wir wollen der globale Marktführer für Logistik rund um E-Commerce sein", betonte Appel. Um dieses Ziel zu erreichen, wird das deutsche Erfolgsmodell von DHL Paket auf andere Märkte ausgeweitet. Der Unternehmensbereich DHL Express investiert weiterhin stark in den Erhalt und Ausbau seines globalen Netzwerks, vorrangig in Schwellenländern und Wachstumsregionen, um seine führende Marktposition weiter auszubauen.

In allen vier Divisionen schafft Deutsche Post DHL Group jetzt die Voraussetzungen für den Erfolg der Strategie 2020 - mit hohen Investitionen in die optimale Aufstellung, auch zu Lasten kurzfristiger Gewinnsteigerungen. Eine wichtige Maßnahme in diesem Zusammenhang ist die Neuausrichtung bei DHL Global Forwarding, Freight, die erhebliche Aufwendungen erfordert und Ressourcen bindet. Die bisherigen Ergebnisse des Transformationsprozesses werden, wie bereits bei der Vorlage der Quartalszahlen angekündigt, nun sorgfältig geprüft. An der Notwendigkeit und an der Fortsetzung der Neuausrichtung ließ Appel, der den Bereich seit Ende April in Personalunion führt, vor den Aktionären aber keinen Zweifel. Auch im Bereich DHL Supply Chain werden jetzt die Weichen für künftiges Wachstum gestellt - auch wenn es sich hier nicht um eine grundlegende Transformation handelt. Das dort laufende Optimierungsprogramm zielt vor allem auf die verstärkte Standardisierung von Prozessen, eine höhere Effizienz und die bessere Nutzung von Skaleneffekten im globalen Geschäft.

Die umfangreichen internen Veränderungen und Zukunftsinvestitionen werden das Ergebniswachstum des Konzerns im laufenden Jahr dämpfen. Für die Folgejahre erwartet Deutsche Post DHL Group jedoch wieder eine deutlich dynamischere Ergebnisentwicklung. Für 2016 prognostiziert das Unternehmen unverändert einen EBIT-Anstieg auf 3,4 Milliarden Euro bis 3,7 Milliarden Euro. Im Zeitraum von 2013 bis 2020, dem Zieljahr der neuen Strategie, soll das operative Ergebnis um durchschnittlich mehr als 8 Prozent jährlich steigen.

"Mit der Strategie 2020 haben wir einen Fahrplan, wie wir uns weiter verbessern und organisch wachsen", resümierte Appel und bekräftigte den klaren Anspruch, den der Konzern damit verbindet: "Wenn Menschen an Logistik denken, dann sollen sie an Deutsche Post DHL Group denken."

Unternehmensverantwortung als Grundlage für langfristigen Erfolg

Für den Konzern ist verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln weiterhin ein wichtiger wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Als Logistikunternehmen schafft Deutsche Post DHL Group Vernetzung und ermöglicht globalen Handel. "Wir erbringen Leistungen, ohne die eine moderne Gesellschaft nicht auskommt. Wir sind Teil dieser Welt. Deshalb helfen wir mit, sie zu erhalten und zu verbessern", erklärte Frank Appel.

Um einen wertvollen Beitrag für Umwelt und Gesellschaft zu leisten, setzt der Konzern gezielt seine Kernkompetenzen ein. So hat Deutsche Post DHL Group den Anspruch, bis 2020 seine CO2-Effizienz einschließlich der für den Konzern tätigen Subunternehmer um insgesamt 30 Prozent zu verbessern. Zum Beispiel durch den Einsatz neuer moderner Fahr- und Flugzeuge konnte das Unternehmen diesem Ziel im abgelaufenen Jahr 2014 ein entscheidendes Stück näher kommen: die CO2-Effizienz hat sich um 23 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 2007 verbessert.

Daneben engagiert sich Deutsche Post DHL Group weiter in internationalen Bildungs- und Hilfsorganisationen, wie "Teach For All" und SOS-Kinderdörfer. Ihre logistischen Erfahrungen und Fähigkeiten nutzen DHL-Experten als Teil der DHL Disaster Response Teams (DRT) bei der Bewältigung von Katastrophen weltweit. Seit 2005 waren die Teams bereits mehr als 30 Mal im Einsatz. Zuletzt koordinierten sie die eintreffenden Hilfsleistungen am internationalen Flughafen in Nepal nach den verheerenden Erdbeben in dem Land.

Rückblick 2014: Abermals Steigerung bei Umsatz und operativem Ergebnis

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 zeigte sich der Vorstandsvorsitzende zufrieden. Die Umsatzerlöse des Konzerns erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent auf 56,6 Milliarden Euro; dazu trugen alle vier Unternehmensbereiche bei. Organisch stieg der Konzernumsatz 2014 sogar um 4,2 Prozent. In dieser Entwicklung spiegelte sich vor allem das stetige Volumen- und Umsatzwachstum im internationalen Expressgeschäft sowie im deutschen Paketgeschäft wider. Das Konzern-EBIT stieg um 3,5 Prozent oder 100 Millionen Euro auf 2,97 Milliarden Euro. Damit lag der operative Gewinn im Gesamtjahr 2014 im Zielkorridor von 2,9 Milliarden Euro bis 3,1 Milliarden Euro. Der EBIT-Beitrag des Bereichs Post - eCommerce - Parcel (PeP) lag, wie prognostiziert, bei 1,3 Milliarden Euro. Die DHL-Divisionen steuerten ein EBIT von 2,02 Milliarden Euro bei.

Bedingt durch Einmaleffekte in den Vorjahresergebnissen und eine höhere Steuerquote von 15,5 Prozent (2013: 14,0 Prozent) sank der Konzerngewinn im Geschäftsjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr leicht von 2,09 Milliarden Euro auf 2,07 Milliarden Euro. Analog dazu ging das unverwässerte Ergebnis je Aktie von 1,73 Euro im Vorjahr auf 1,71 Euro zurück; unter Berücksichtigung aller Einmaleffekte hätte das unverwässerte Ergebnis je Aktie 2013 bei 1,64 Euro gelegen.

Erhöhung der Dividende um 6 Prozent vorgeschlagen

Vor dem Hintergrund der soliden Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2014 und der Zuversicht hinsichtlich der weiteren Perspektiven des Konzerns schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der heutigen Hauptversammlung eine Dividende von 0,85 Euro je Aktie vor, eine Erhöhung um 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die vorgeschlagene Dividende entspricht einer Ausschüttungsquote von 50 Prozent des Nettogewinns. Die Quote liegt damit genau in der Mitte des kommunizierten Zielkorridors von 40 bis 60 Prozent.

Wahlvorschlag für den Aufsichtsrat

Auf der Tagesordnung des Aktionärstreffens steht zudem die Wahl eines Aufsichtsratsmitglieds. Die Amtszeit von Roland Oetker, Geschäftsführender Gesellschafter der ROI Verwaltungsgesellschaft mbH, endet mit Ablauf der diesjährigen Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat schlägt vor, Herrn Oetker für eine weitere Amtsperiode als Vertreter der Aktionäre zum Mitglied des Gremiums zu wählen.