Sommerzeit - Fahrradzeit: Fachfrau für Fahrräder & Co. auf Tour

  • Simone Naass ist mit ihrer mobilen Fahrradwerkstatt im Rhein-Main-Gebiet unterwegs
  • Die einzige Frau in diesem Job sorgt dafür, dass bei Postfahrrädern und E-Trikes alles rund läuft
© Deutsche Post DHL Group | Mobiler Servicewagen für Postfahrräder & Co.: Fachfrau Simone Naass ist mit ihrer mobilen Fahrradwerkstatt im Rhein-Main-Gebiet unterwegs und macht lädierte Postbikes und -trikes schnell wieder fit für die Zustellung.

Sommer, Sonne, Fahrradfahren: Nicht nur die Profi-Pedaleure bei der diesjährigen Tour de France treten seit Freitag wieder kräftig in die Pedalen, sondern auch jede Menge Urlauber, die die Sommerferien für Ausflüge mit dem Rad nutzen. Und auch die 14.300 Fahrradzusteller der Deutschen Post sind jeden Tag unterwegs Richtung Kundschaft. Wie bei den Profis der Tour de France müssen die Fahrräder, E-Bikes und E-Trikes der Frauen und Männer mit dem Posthorn stets funktionieren und dürfen nicht kaputt gehen. Wenn doch etwas passiert, muss schnell Abhilfe geschaffen und die Räder müssen fix repariert werden. Deshalb fahren hinter dem Tour-Peleton von jedem Rennstall Mannschaftswagen und Servicefahrzeuge her, um im Bedarfsfall schnell eingreifen zu können. Um eine "schnelle Eingreiftruppe" handelt es sich auch bei Simone Naass und ihren Kollegen. Denn die gelernte Zweirad-Mechanikerin für Fahrrad & Motorrad sorgt mit ihrem Team dafür, dass es zweiradtechnisch rund läuft in einer der größten Fahrradflotten des Rhein-Main-Gebiets und die Posträder und-trikes allzeit einsatzbereit sind. Genau wie bei der Tour de France, bedeutet jeder Ausfall bares Geld: Bei der Tour verliert man durch erzwungene Ausfälle schnell einige Plätze im Klassement. Wenn man bei der Deutschen Post einen der bundesweit 14.300 Fahrradbezirke nicht besetzen kann, dann leiden Qualität und Kunden. "Und genau das darf nicht passieren, denn dafür sind wir ja da", unterstreicht Simone Naass die wichtige Bedeutung ihrer Arbeit für die täglich immer wieder aufs Neue funktionierende Postzustellung.

1.050 Fahrräder an 59 Standorten

Die 50-järige gehört zum Team "MOBIS Frankfurt". Wobei das Kürzel für "Mobile Instandsetzung" steht. Denn genau darum geht es beim Job von Simone Naass, die in ihrem "früheren Leben" auch eine Ausbildung zur Chemielaborantin erfolgreich abgeschlossen und danach die Zweirad-Mechanikerin "draufgesetzt" hat. Bei der Deutschen Post hat sie vor 14 Jahren angefangen und ist über den Umweg "Zustellerin in Frankfurt-Höchst" nun schon seit einigen Jahren mit ihrer mobilen Fahrradwerkstatt unterwegs im Großraum Rhein-Main. Gemeinsam mit ihren neun Kollegen vom MOBIS-Team versorgt sie die Postleitzahlregionen "60", "61" und "63". Keine Frage, die 50-jährige kommt rum in der Rhein-Main-Region. "Heute Frankfurt, morgen Friedberg, Bad Nauheim und die Wetterau, dann Offenbach, Hanau, Gelnhausen oder Aschaffenburg, Miltenberg und später vielleicht noch hinunter bis Amorbach", skizziert Simone Naass ihr Revier. Gemeinsam betreut das mobile Montageteam von der Post aktuell rund 1.050 Fahrräder an 59 Standorten. Und es gibt noch ein Besonderheit: Die gebürtige Thüringerin, die aus Sondershausen stammt und heute in Nierstein lebt, ist bundesweit die einzige Frau unter den mobilen Fahrradmonteur:innen der Deutschen Post. 

Immer wichtiger: E-Bikes und E-Trikes

Von den 1.050 Fahrrädern die Simone Naass und ihre Kollegen in Schuss halten, sind bereits 700 mit Elektronantrieb ausgestattet und nur noch 350 konventionelle Postfahrräder ohne elektronische Trittunterstützung. "Das ist einer der Hauptunterschiede zu früher, denn das Verhältnis der E-Fahrräder und -Trikes  zu Postbikes hat sich ins Gegenteil verkehrt", erklärt Naass. Diese Elektrifizierung der postalischen Fahrradflotte lässt sich auch an den bundesweiten Zahlen ablesen: Von den rund 29.200 Fahrrädern, die die Deutsche Post in Deutschland einsetzt, sind nur noch etwa 9.700 klassische Fahrräder. Die Mehrheit sind E-Bikes (ca. 7.000) und E-Trikes (ca. 12.500). Gerade in Innenstädten, mit teilweise sehr herausfordernden Platz- und Parkverhältnissen, ist die Zustellung von Briefpost und kleinen Paketen per E-Bike und E-Trike immer häufiger eine Alternative. Aufgrund ihrer hohen Zuladungskapazität ermöglichen besonders E-Trikes  auch die Mitnahme von kleinen Paketen, Päckchen und warentragenden Briefsendungen. Und auch in ökologischer Hinsicht punkten die E-Dreiräder von der Post. Denn mit den umweltfreundlichen E-Bikes und E-Trikes lässt sich beim täglichen Stop an Go in Innenstädten  CO2 einsparen. Und zwar in beträchtlichem Umfang, wie das Jahr 2021 eindrucksvoll gezeigt hat: Im vergangenen Jahr haben Postzusteller:innen per E-Bike und E-Trike bundesweit insgesamt 63 Millionen kleine Pakete CO2-frei zu den Empfänger:innen transportiert. Dadurch konnte das Unternehmen bei der Zustellung kleinformatiger warentragender Sendungen in der Briefzustellung etwa 4.600 Tonnen CO2 einsparen. 

Täglich mehr als 20 Reparaturen

"Elektrofahrräder und E-Trikes sind gut für unseren Betrieb und für unsere Umwelt, aber für uns Mechaniker:innen auch eine Herausforderung. Denn die Instandsetzung kann deutlich komplizierter sein als früher und länger dauern. Wir reparieren 13 unterschiedliche Modelle verschiedener Hersteller und verbauen mehr als 1.000 verschiedene Ersatzteile", merkt Simone Naass an. Überhaupt sind sie und ihre Kollegen gut ausgelastet. In diesem Jahr hat das MOBIS-Team Frankfurt schon knapp 3.000 Reparaturaufträge abgearbeitet. "Im Schnitt erreichen uns täglich 20 bis 22 neue Reparaturmeldungen, denen wir sofort nachgehen", rechnet die Mechanikerin vor. Trotz gestiegener Herausforderungen mag die Mutter einer Tochter ihre Arbeit: "Ich bin draußen und nicht in einer Werkstatt, komme viel rum, lerne viele unserer Zusteller:innen persönlich kennen und bin einfach gerne an der frischen Luft." Und: "Während meiner Lehre habe ich auf einer Messe tatsächlich mal jemanden von der Tour de France kennengelernt. Da wäre ich gerne mal als Mechanikerin mitgefahren, hat sich dann aber leider doch nicht ergeben." Immerhin betreut Simone Naass bei der Deutschen Post das deutlich größere Starterfeld: während bei der diesjährigen Tour gerade mal 176 Fahrer am Start sind, starten bei der Deutschen Post jeden Tag 14.300 Zusteller:innen.

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