Mit dem Übersichtsplan zu den Fahrgeschäften

Dreimal im Jahr verwandelt sich das Heiligengeistfeld in Hamburg St. Pauli zum größten Jahrmarkt des Nordens und zu einem zusätzlichen Zustellgebiet für die Postbotin der Deutschen Post Monika Parbst.

© Deutsche Post DHL Group / Marion Frahm | Dreimal im Jahr ist auf dem Heiligengeistfeld Hamburger Dom - dann stellt Monika Parbst bei den dortigen Schaustellern zu

In der Waffelbäckerei wird noch sauber gemacht als Monika Parbst von der Glashüttenstraße auf den Dom einbiegt. Die breite gepflasterte Straße zwischen den Fahrgeschäften und Buden ist so gut wie leer. Lediglich einige Spediteure liefern Lebensmittel und Getränke. Bis auf ganz wenige Fußgänger, die zwischen St. Pauli und Feldstraße abkürzen, ist kaum jemand unterwegs. Von wo ab 15 Uhr der Duft gebrannter Mandeln und Schmalzgebäck auf die Straßen weht, sind die meisten Rollläden noch geschlossen. Monika Parbst ist Postbotin und seit mehr als zehn Jahren für den Bunker an der Feldstraße zuständig. Dreimal im Jahr - Frühling, Sommer und Herbst -, während der Auf- und Abbauphasen des Doms, jeden zweiten Sonnabend und, wenn der eigentliche Domzusteller im Urlaub ist, gehören auch die Schausteller auf dem Heiligengeistfeld zu ihren Kunden. Der Hamburger Dom ist das größte Volksfest im Norden und das längste Deutschlands. Entlang der 1,6 Kilometer langen Flaniermeile liegen rund 260 Adressen - Fahrgeschäfte, Gastronomiestände, Schieß- und Losbuden und viele andere und die meisten wechseln von Dom zu Dom ihre Plätze. Nur Kettenkarussell, Riesenrad und Wildwasserbahn stehen bei Frühlings-, Sommer- und Herbstdom an derselben Stelle. "Die finde ich auch so", sagt die 61-Jährige. Für die übrigen erhält die Deutsche Post einen Übersichtsplan mit den Standplätzen und -nummern vom Domreferat in der Wirtschaftsbehörde der Hansestadt.

© Deutsche Post DHL Group / Marion Frahm | Hinter den Kulissen der Fahrgeschäfte findet die Postboten die Empfänger

Blick hinter die Kulissen

Noch im Zustellstützpunkt in Altona bevor sie ihre Tour beginnt, sucht Parbst den Empfänger schon einmal auf dem Plan. Dennoch gehören ein bisschen kriminalistischer Spürsinn und Recherche dazu, auf dem 160.000 Quadratmeter großen Gelände die jeweiligen Adressen zu finden. Auf vielen Sendungen sind die Standnummern nicht vermerkt. Zahlreiche Aussteller sind miteinander verwandt, haben also den gleichen Namen. Während der Auf- und Abbauphasen sind nicht immer alle Standorte belegt. Also heißt es abzählen von den markanten Punkten, "beispielsweise fünf Standplätze links neben dem Riesenrad", beschreibt die Postbotin.

Zu den Zustellzeiten in den Vormittagsstunden haben die Buden und Fahrgeschäfte noch geschlossen. Dort kann sie die Sendungen nicht abgeben, also sucht sie hinter den Ständen nach den jeweiligen Wohnwagen. Auf einer großen Fläche hinter den Buden und Fahrgeschäften zwischen der Technik und den Konstruktion für die Fahrgeschäfte wohnen die Schausteller. "Der Dom ist eine Welt für sich. Ganz anders als der tägliche Trott", sagt Monika Parbst, die hier gern unterwegs ist. Während der Öffnungszeiten verdecken große Blumentöpfe und plakatierte Absperrungen die Zugänge zum Wohnquartier. Vormittags stehen viele von ihnen offen. 

Zweiter Zustellversuch immer inbegriffen

Nächster Anlaufpunkt für Monika Parbst ist die Wildwasserbahn "Poseidon" auf der anderen Seite des Doms. Die Postbotin kürzt ab durch das Quartier. Auch hier ist es ruhig. Die Schausteller, die Abend für Abend bis spät auf den Beinen sind, schlafen vormittags  oder nutzen die Zeit für Vorbereitungen und Reparaturen.

Neben den Autoskootern liegt die Wildwasserbahn. Feuerschalen und Wasserspiele sind noch nicht aktiviert, aber griechische Säulen und Statuen zeigen, dass Monika Parbst richtig ist. Doch erst beim zweiten Versuch kommt sie zum dahinter liegenden Gelände. Auch dort muss sie sich durchfragen, welcher Wohnwagen der richtige ist. Nicht immer gehören die Wagen auch zu den davorliegenden Standplätzen. Kommt sie mit ihrer Suche gar nicht zum Ziel, kann sie immer noch bei der Firma Otto Busch nachfragen, von der alle Schausteller Strom und Wasseranschlüsse beziehen. Ihre Techniker wissen garantiert, wo der jeweilige Wohnwagen steht. "Zur Not kann ich mir hier auch die Heimatadresse geben lassen," weiß die Postbotin. Treffen noch Sendungen ein, obwohl die Schausteller bereits abgereist sind, schickt sie sie auch zu ihnen nach Hause. Manchmal sind in der Aufbauphase auch noch nicht alle Schausteller eingetroffen, weil sie noch auf einem anderen Jahrmarkt sind. Dann nimmt Monika Parbst die Sendung wieder mit und versucht es an einem der nächsten Tage.

Deutsche Post DHL Group
Pressestelle Nord
Kaltenkirchener Str. 1
22769 Hamburg

Tel.: (040) 8558-3737
Fax: (040) 8558-3739

Twitter: @dpdhl_ham