Ein Beruf, viele Rollen: Als Qualitätsmanager bei der Deutschen Post

Uwe Scharf ist ein echter Allrounder: Er ist Ansprechpartner, Coach, Konflikt- und Problemlöser, er kontrolliert, zertifiziert und macht Inventur. Außerdem ist er ausgebildeter Sicherheitsbeauftragter und Ersthelfer. Alle diese Aufgaben sind Teil seines Berufsprofils: Uwe Scharf ist Qualitätsmanager bei der Deutschen Post in der Niederlassung Nürnberg - und er liebt seinen Beruf gerade wegen seiner Vielseitigkeit.

© Deutsche Post DHL Group | Auch die Inventur von DHL Packstationen zählt zu Uwe Scharfs Aufgaben.

Der Arbeitstag des Qualitätsmanagers beginnt im Morgengrauen: Gegen vier Uhr morgens steht Uwe Scharf in der Regel auf, um fünf Uhr erledigt er bereits den ersten Teil seiner Arbeit im Home Office: den Tagesreport. Dafür prüft er an seinem Computer, ob am Vortag Paketsendungen in die Zustellung gegangen sind, über die ein Auslieferungsbeleg fehlt, etwa weil der Zusteller vergessen hat, die Annahme durch den Kunden quittieren zu lassen. Solche Fälle mailt er direkt an den Zustellstützpunkt und bittet um eine Nachdokumentation, die er über die Sendungsverfolgung selbst kontrolliert. Ist er mit dem Tagesreport fertig, macht sich Scharf auf den Weg zu einem Zustellstützpunkt (ZSP). Das Gebiet, das er betreut, umfasst drei ZSPLs, also Zustellstützpunkte mit Leitungsfunktion, denen wiederum 13 ZSPs zugeordnet sind - von Heilsbronn über Fürth bis Allersberg. Scharf versucht, alle diese ZSPs möglichst im gleichen Turnus zu besuchen. Entsprechend viel ist er unterwegs: Etwa 30.000 Kilometer legt er pro Jahr mit seinem Dienstwagen zurück.

© Deutsche Post DHL Group | Bei seinem Besuch im Zustellstützpunkt prüft Uwe Scharf unter anderem, ob die Nachsendemerkkarten korrekt sind. Sie zeigen an, dass der Kunde, dessen Post in diesem Fach liegt, einen aktiven Nachsendeauftrag hat.

Ist Scharf im ZSP angekommen, ist es sein Job zu prüfen, ob alles so läuft wie es soll - Qualitätssicherung eben. Ausgerüstet mit einer umfangreichen Checkliste sieht er sich dazu ganz genau um: Läuft der Betrieb rund, sind alle Geräte funktionsfähig? Ist im Fuhrpark des ZSP alles in Ordnung, die Transporter oder Fahrräder einsatzbereit? Ist die Postfachanlage korrekt beschriftet? Auch den Kollegen, die im ZSP ihre Zustelltour vorbereiten, muss er über die Schulter schauen. Am Ende seines Besuchs hat Scharf eine Menge Häkchen auf seiner Liste gemacht. Aber er kontrolliert nicht nur, er ist auch Ansprechpartner der Kollegen vor Ort. Wenn etwa ein ZSP neue Drucker bekommt, erklärt er, wie sich Papierstaus vermeiden lassen. Wenn eine neue Software für die Handscanner verfügbar ist, installiert er das Update auf den Geräten und schult die Zusteller in ihrer Verwendung. Wenn es vor Ort ein Problem gibt, zum Beispiel mit den Laufzeiten, führt er Dienstunterrichte durch, um den Kollegen vor Ort zu helfen. Und die Kollegen wissen, dass er als Ansprechpartner so gut wie immer für sie telefonisch erreichbar ist - selbst nach Feierabend können sie ihn im Notfall anrufen.

Vom Zusteller zum Qualitätsmanager

Hat er im ZSP alles erledigt, steigt Uwe Scharf wieder in sein Auto und steuert einen anderen ZSP an, um dort seine nächste Aufgabe anzupacken: Die Unterwegsprüfung. Dabei besucht er einen Zusteller oder eine Zustellerin während der Tour und kontrolliert, ob auch hier alles seine Ordnung hat. "Ich prüfe zum Beispiel, dass alle Sicherheitsanforderungen erfüllt werden, dass etwa die Paketboten ihre Ladung korrekt gesichert haben und sich während der Fahrt anschnallen", so Scharf. Auch für die Briefzusteller gibt es wichtige Vorgaben. So muss Scharf zum Beispiel darauf achten, ob der Datenschutz während der Zustellung gewährleistet ist: "Wenn ein Zusteller sein Fahrrad abstellt, um zu den Briefkästen zu gehen, muss er dafür sorgen, dass die Post sichtgeschützt ist und keiner im Vorbeigehen die Adressen lesen kann", erklärt Scharf. Die Kontrollen finden natürlich unangemeldet statt, trotzdem hat Scharf ein gutes Verhältnis zu seinen Kolleginnen und Kollegen. Auch, weil er 1986 selbst als Zusteller bei der Deutschen Post angefangen hat und den Alltag in der Zustellung kennt. "Die Kollegen wissen, was ich erwarte", so Scharf. "Wenn es ein Problem gibt, dann besprechen wir das gemeinsam und finden eine Lösung, aber größere Schnitzer kommen zum Glück so gut wie nie vor." Auch regelmäßige Rückkehrkontrollen zählen zu Scharfs Aufgaben, denn auch wenn die Zusteller von ihrer Tour zurück in den ZSP kommen, soll alles optimal laufen - zum Beispiel die Abrechnung, wenn Nachnahmesendungen zugestellt wurden. 

Besuche und Kontrollen nehmen einen Großteil von Uwe Scharfs Arbeitszeit in Anspruch, aber sein Aufgabengebiet umfasst noch einiges mehr. So ist er zum Beispiel für die Inventur der Packstationen in seinem Bereich zuständig. Mindestens zweimal im Jahre soll in jeder der gelben Stationen Inventur durchgeführt werden. Dabei prüft Scharf unter anderem, ob die leeren Fächer auch wirklich leer sind und ob die Station funktioniert, wie sie soll. Außerdem macht er bei dieser Gelegenheit auch gleich Unterweisungen für neue Kolleginnen und Kollegen, denen er erklärt, wie sie die Packstationen korrekt füllen und leeren. 

Das Gesamtpaket stimmt

Und sogar der Kontakt mit Kunden gehört zu Scharfs Stellenprofil. Er wird zum Beispiel um Unterstützung gebeten, wenn es Probleme mit Hundehaltern gibt, die ihre Hunde zur besten Zustellzeit frei laufen lassen und den Zustellkräften damit das Leben schwer machen. Wenn sich durch ein freundliches Anschreiben nichts ändert, schlägt Scharfs Stunde. Dann sucht er das direkte Gespräch und versucht, gemeinsam mit den Kunden eine Lösung zu finden, die für alle akzeptabel ist. Neben all diesen Aufgaben ist Uwe Scharf auch noch geschulter Ersthelfer und Sicherheitsbeauftragter. Er nimmt in dieser Funktion an vielen Sitzungen teil und berät Kollegen zu Themen der Unfallvermeidung, dazu gehört die richtige Ladungssicherung ebenso wie das Tragen von Sicherheitsschuhen im Lagerbereich oder die Anschnallpflicht. 

Für manch einen wäre die riesige Bandbreite an Aufgaben eine Belastung - Uwe Scharf liebt seinen Beruf gerade deswegen, und das seit über zehn Jahren. Er hat dabei nicht einmal einen Lieblingsbereich: "Es ist einfach das Gesamtpaket, das stimmt", so Scharf. Gerade freut er sich, dass er in Kürze mal wieder einen Theorietag für neue Zustellkräfte abhalten kann. Das Konzept dafür hat er gemeinsam mit einem Kollegen entwickelt, bis vor ein paar Monaten unterrichtete er selbst. Inzwischen springt Scharf nur noch ab und zu ein, als Vertretung oder wenn eine Gruppe so groß ist, dass sie geteilt werden muss. Umso mehr Spaß macht ihm das Unterrichten als gelegentliche Abwechslung - in einem Job, der an Abwechslung auch sonst nicht gerade arm ist.

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