Selbstgemachte Trostspender: Die Herzkissen-Aktion im Briefzentrum Ulm

Ehrenamtliches Engagement bei der Deutschen Post: Mit selbstgenähten Herzkissen machten Mitarbeiterinnen im Briefzentrum Ulm Krebspatienten eine Freude.

© Deutsche Post DHL Group | Nähspaß im Briefzentrum Ulm: Die Herzkissenaktion von Maria Fritz (5. v.l.) fand bei ihren Kolleginnen großen Anklang.

Wo normalerweise Arbeitsbesprechungen stattfinden, surren an einem Montag Anfang Mai zwei Nähmaschinen ohne Pause, daneben wird zugeschnitten, gestopft und vernäht: Mitarbeiterinnen des Briefzentrums Ulm haben sich im Rahmen des Global Volunteer Days der Deutschen Post im Besprechungszimmer getroffen, um Herzkissen für die Patientinnen und Patienten der Onkologie im Bundeswehrkrankenhaus Ulm herzustellen.

© Deutsche Post DHL Group | 57 bunte Herzkissen kamen für die Onkologie des Ulmer Universitätsklinikums zusammen. Die Stoffe brachten die Mitarbeiterinnen selbst mit, die Kosten für das Füllmaterial übernahm die Deutsche Post.

Die Initiatorin der Aktion heißt Maria Fritz. Seit über 20 Jahren ist das Nähen ihr Hobby, in ihrer Patchwork-Gruppe trifft sie sich regelmäßig mit anderen Frauen, um gemeinsam zu nähen. Aus dieser Gruppe heraus entstand schon vor 14 Jahren die erste Spendenaktion: Die Gruppe begann damals, kleine Stoffdecken für die Frühchen der Kinderstation im Universitätsklinikum Ulm zu nähen. Einige Jahre später entdeckte die Gruppe die Herzkissen, die auf die Idee einer dänischen Krankenschwester zurückgehen: Dank ihrer besonderen Form eines Herzens mit zwei verlängerten "Ohren" lassen sie sich gut unter den Arm klemmen und können so Schmerzen nach Brustkrebsoperationen lindern helfen und den Druck auf die Operationsnarbe beim Liegen reduzieren. "Außerdem sollen sie in der schweren Zeit natürlich Trost spenden", sagt Maria Fritz. Ihre Patchwork-Gruppe hat mittlerweile etliche dieser Kissen genäht und verschenkt - zum Beispiel an Brustkrebspatientinnen und -patienten im Krankenhaus Ehingen, aber auch an das Hospiz Biberach. Die Rückmeldungen sind immer positiv, die Menschen freuen sich über die kleine Aufmerksamkeit und über die bunten Trostspender. 

Die Stoffe für die Kissen bringen die Frauen meistens selbst mit: Häufig sind es Stoffreste, aber auch gut erhaltene Bettwäsche oder Hemden, die ausgedient haben, kommen zum Einsatz. Das Füllmaterial bezahlen Maria Fritz und die anderen Mitglieder allerdings immer aus der eigenen Tasche - und das ist in der benötigten Qualität nicht ganz billig, schließlich müssen die Kissen waschbar, hygienisch und bequem sein. "Damit sie ihre stützende Funktion behalten und zugleich nicht zu hart sind, ist es wichtig, dass nicht zu viel oder zu wenig Füllmaterial verwendet wird", erklärt Maria Fritz. Genau 170 Gramm Füllung müssen es pro Kissen sein, deshalb wird jedes Herzkissen vor dem Zunähen noch einmal gewogen. "Ein Kilo Füllmaterial kostet etwa neun Euro", so Maria Fritz, "das reicht für gerade einmal fünfeinhalb Kissen." 

Positive Resonanz

Weil sie aber möglichst vielen Menschen eine Freude machen wollte, bat Maria Fritz ihren Arbeitgeber, der Deutschen Post, um Unterstützung. "Ich wusste ja, dass die Post immer wieder soziale Projekte fördert, deshalb habe ich einfach bei der zuständigen Kollegin angefragt", erzählt Maria Fritz. Die Kollegin war sofort begeistert, gemeinsam planten beide eine entsprechende Aktion. Das Geld für das Füllmaterial stellte die Deutsche Post aus dem Topf für den Global Volunteer Day zur Verfügung, mit dem das Unternehmen weltweit ehrenamtliches Engagement der Mitarbeiter unterstützt und fördert. Mit einem Aufruf im Briefzentrum bat Maria Fritz anschließend um Stoffspenden - und natürlich um tatkräftige Unterstützung beim Nähen. Erfahrung an der Nähmaschine war dafür nicht unbedingt notwendig: Auch beim Zuschneiden der Stoffe oder beim Stopfen der Kissen waren fleißige Hände gefragt. "Wir haben den Termin extra auf einen Montag gelegt, damit auch die Zustellkräfte eine Chance haben, mitzumachen, denn da sind ihre Touren meist etwas kürzer", erzählt Maria Fritz. Vier Stunden lang stand der Besprechungsraum zur Verfügung, zehn Kolleginnen machten mit. Unter ihnen war auch eine Mitarbeiterin, die selbst einmal im Krankenhaus ein solches Kissen bekommen hatte: Sie hatte sich damals sehr über den Trostspender gefreut und wollte nun etwas zurückgeben. 

Am Ende waren 57 bunte Herzkissen entstanden, die einige Tage später von der Nähgruppe aus dem Briefzentrum an die Stationsleitung der Onkologie des Bundeswehrkrankenhauses übergeben wurden - mit positiver Resonanz: "Die Kissen sind bei den Patienten sehr gut angekommen, sie haben sich sehr darüber gefreut", berichtet Maria Fritz. Schon im Herbst will sie die nächste Herzkissenaktion organisieren, ein benachbartes Briefzentrum hat bereits Interesse bekundet. Am liebsten würde Maria Fritz daraus ein regelmäßiges Projekt machen. "Die Rückmeldungen von Patienten und Angehörigen sind eine große Motivation, weiterzumachen", sagt sie. "Und natürlich macht es eine Menge Spaß!"

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