Einmalig eineiig: Sachsens Zwillings-Zustellerinnen

Sandra und Kristin Gutmann arbeiten beide für die Deutsche Post - doch nur bei der Dienstkleidung tragen sie wirklich dasselbe Outfit / Mit einem Ferienjob um 3 Uhr morgens fing alles an

© Deutsche Post DHL Group | Sandra und Kristin Gutmann sind Zustellerinnen bei der Deutschen Post - und sie sind eineiige Zwillingsschwestern.

Sie sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Nicht nur, weil die jungen Frauen gerade dieselbe Kleidung tragen, ihre Dienstkleidung: Sandra und Kristin Gutmann sind Zustellerinnen bei der Deutschen Post - und sie sind eineiige Zwillingsschwestern. Unter ihren Kollegen macht das die Sächsinnen einmalig. Beim genauen Hinsehen lässt sich aber durchaus feststellen, welche von beiden man vor sich hat: Kristins Haare sind länger, Sandra verrät ihr Faible für schönes Makeup. So oder so, die Kunden können sich auf Unverwechselbarkeit in der Zustellung verlassen.

© Deutsche Post DHL Group | Einen anderen Posten bei der Deutschen Post als in der Zustellung können sich die jungen Frauen nicht vorstellen.

Gelernt haben die Schwestern in Zwickau und sich schon mal gegenseitig bei den Touren ergänzt. Vor einem halben Jahr aber verließ Kristin ihre Heimatstadt und bringt nun im 40 Kilometer entfernten Plauen die Post, während Schwester Sandra, die übrigens fünf Minuten vor dem jüngeren Zwilling Kristin zur Welt kam, als Verbundzustellerin den Westsachsen die Treue hält. "Krissis" Ortswechsel hatte aber auch mit Treue zu tun: Sie ist zu ihrem Freund gezogen. Er ist Paketzusteller bei der Deutschen Post DHL Gruppe - und ihn gibt es nur einmal. "Dabei haben wir früher davon geträumt, Zwillingsmänner zu heiraten, mit ihnen in je eine Doppelhaushälfte zu ziehen und selbst Zwillinge zu kriegen", scherzt das Duo. Um gleich darauf sachlich nachzusetzen: "Aber in unserer Familie überspringt das immer eine Generation." 

Tatsache: Ihre Oma ist mit eineiigen Zwillings-Geschwistern aufgewachsen, ohne selbst Zwilling zu sein. Ihre Mutter hat keinen Zwilling. Sandra und Kristin stellen sich folglich eher auf Zwillings-Enkelinnen oder -Enkel ein. Eine Familientradition setzen die 27-Jährigen direkt von den Eltern fort: Arbeiten bei der Deutschen Post. Ihre Mutter ist im Personalwesen am Standort Zwickau tätig, der Vater war Abteilungsleiter. Er ist in Rente. Auch der ältere Bruder der Zwillinge lernte Zusteller. Er lebt heute in Österreich. Sandra und Kristin zog es gleichfalls hinaus in die Welt. Auf Kuba absolvierten sie ein Auslandssemester während des Wirtschaftsstudiums. Beide haben denselben Abschluss. In Kanada jobbten sie zwischen Bachelor und Master, "und wir hatten nicht vor, dauerhaft nach Sachsen zurückzugehen", fasst Sandra zusammen. In den Semesterferien aber nutzten sie die Chance, sich als Minijobberinnen am Zustellstützpunkt Zwickau etwas Geld dazuzuverdienen. "Wir wollten auf eigenen Beinen stehen und trotzdem flexible Arbeitszeiten haben, das ließ sich prima verbinden. Bei der Post stimmt die Bezahlung und die Freiheit stimmt auch", benennt Sandra den größten Vorteil ihres Arbeitsgebers. Angefangen hatten die Zwillinge damit, "morgens die Sendungen im Zustellstützpunkt vorzusortieren, da mussten wir um 3 Uhr anfangen, das war schon krass früh." Mit einem Augenzwinkern in Richtung ihrer Schwester ergänzt sie: "Krissi hat das eingefädelt und wie immer, wenn sie etwas anfängt, ziehe ich mit." Sandra, bei den Kollegen "Sunni", schildert ihre Schwester als "die strukturiertere" des sympathischen Sachsen-Doppels. "Sie hat wirklich immer ihren Kalender dabei und vergisst keinen Termin." Sich selbst beschreibt sie als "besser, um zwanglos mit Menschen ins Gespräch zu kommen". Die Zwillinge schlüpfen aber nicht täglich ins Zustelleroutfit. Als Abrufkräfte bei der Deutschen Post sind sie inzwischen fest eingesetzt und haben unbefristete Verträge, planen ihre Dienste aber wochenweise im Voraus und können sie sich flexibel einteilen. Somit können Sie sich an freien Tagen auf ihr neu gegründetes Marketing-Netzwerk für Naturkosmetik konzentrieren.

Vom zwillingstypischen Rollentausch, um andere hinters Licht zu führen wie im Erich-Kästner-Klassiker "Das doppelte Lottchen", berichten Sandra und Kristin Gutmann, wenn die Rede auf ihre Schulzeit kommt. Damals waren die Haare der Mädchen noch gleichlang gewesen und den Leberfleck am rechten Auge, den Krissi als Unterscheidungsmerkmal anführt, kannten nur Insider. Der Sportlehrer war offenbar keiner. Bei einem sportlichen Wettkampf in der Grundschule überreichte er Sandra einmal die Leichtathletik-Ehrenurkunde ihrer Schwester, während Kristin mit der - für Sunni bestimmten - Teilnehmerurkunde abgespeist wurde. Einer der wenigen Tage, auf den Zwillingsknatsch folgte. Ansonsten gebe es keine Misstöne, wie beide versichern. "Seitdem Krissi in Plauen wohnt, sehen wir uns trotzdem mindestens einmal pro Woche und telefonieren täglich", fügt Sandra an. "Dass sie weiter weg zieht, würde ich allerdings nicht wollen." Wie zur Bestätigung wiegelt der jüngere Zwilling ab. Kristin Gutmann fühlt sich wohl im sächsischen Vogtland, wo sie vor allem innerstädtische Touren in der Briefzustellung mit ihrem gelben Dienstfahrrad erledigt. Ohne verwechselt zu werden. "Einmal kam ich mit einem Kunden ins Gespräch und erwähnte, dass ich eine eineiige Zwillingsschwester habe. Der war richtig erstaunt. Dann stellte er mir die fast gleich aussehenden Katzenbabies seiner Katze vor und fragte, ob ich nicht jemanden kennen würde, der sie adoptieren will." Die beiden Zwillings-Miezen sind nun Mitbewohnerinnen von Sandra und Kristin Gutman.

Einen anderen Posten bei der Deutschen Post als in der Zustellung können sich die jungen Frauen nicht vorstellen. Obwohl ihnen das Wirtschaftsstudium den Weg ebnen würde. "Bewegung und viel an der frischen Luft sein, das ist prima", sind sich die Schwestern einig. Im Gegensatz zum Job tragen beide privat übrigens nicht dieselbe Kleidung.

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