Wie ist eigentlich so ein Musikerleben?

In einer "Künstlerstunde" bringt Deutsche Post DHL Group benachteiligte junge Menschen mit Musikern des Gewandhausorchesters ins Gespräch.

© Deutsche Post DHL Group/Michael Lindner | "Künstlerstunde DHL/Teach First" im Januar 2019 in der Elphi in Hamburg

Auf dem Platz an der Pauke hat Read Al Aboudy richtig Herzklopfen, und das, obwohl kein einziger Zuschauer im Saal der "Elphi" ist. Allein die Vorstellung, er würde vor ausverkauftem Haus spielen, macht ihn nervös.

Vor gut einer Stunde sind Read sowie zehn Klassenkameradinnen und -kameraden mit ihrer Lehrkraft Sarah Pätz aus Kiel an der Hamburger Elbphilharmonie eingetroffen. Gemeinsam haben sie sich das imposante Gebäude angesehen, sind zur Plattform hinaufgefahren und haben die Aussicht auf Hafen und City genossen. Nun stehen sie im Orchestergraben des Konzerthauses. In wenigen Stunden wird hier das Gewandhausorchester aus Leipzig spielen. Doch zuvor haben die Jugendlichen noch die Gelegenheit, mit zwei Musikerinnen zu diskutieren.  

© Deutsche Post DHL Group/Michael Lindner | Read Al Aboudy spürt sich am Platz an der Pauke ein

Ermöglicht wird ihnen dieses Treffen durch das gleich zweifache Engagement von Deutsche Post DHL Group. Das größte Transport- und Logistikunternehmen der Welt ist seit 2009 offizieller Logistikpartner des traditionsreichen Leipziger Orchesters. Ebenfalls seit 2009 ist Deutsche Post DHL Group Hauptförderer der gemeinnützigen Bildungsorganisation Teach First Deutschland. Aus der Verknüpfung des Sponsorings mit dem Konzernprogramm Go Teach entstand die Künstlerstunde "Meet the Artists", zu der DHL, Teach First und das Gewandhausorchester auf Tourneen einlädt. Sie soll benachteiligten jungen Menschen Zugang zu klassischer Musik ermöglichen und ihnen Einblicke in das Leben von Musikern geben.

Mit Musikern im Gespräch

Wie der 19-jährige Syrer Read Al Aboudy sind auch die anderen Schülerinnen und Schüler aus ihrer Heimat geflohen. Sajad Shirzad und Mahdi Parssa beispielsweise stammen aus Afghanistan, Wanda Kheder aus dem Irak, andere kommen aus Syrien oder der Türkei. Gemeinsam besuchen sie die Ausbildungsvorbereitende Klasse des Regionalen Berufsbildungszentrums (RBZ) am Schützenpark in Kiel. Ihr Schwerpunkt liegt bei Gesundheit und Ernährung. In diesem Jahr können sie einen ersten allgemeingültigen Schulabschluss erlangen und erhalten berufliche Orientierung. "Einige von ihnen waren bereits in ihrer Heimat in der Gastronomie tätig", erklärt Sarah Pätz. Sie ist sogenannte Fellow und arbeitet mit jugendlichen Flüchtlingen zwei Jahre als zusätzliche Lehrkraft in Vollzeit an der RBZ in Kiel, finanziert durch Teach First Deutschland. Der Ausflug nach Hamburg ist eine gute Möglichkeit für die 15- bis 22-Jährigen, auch ihre Deutschkenntnisse zu verbessern.

Musik- und Fragestunde

In einem separaten Raum in der Elbphilharmonie erhalten sie ein kleines Privatkonzert der beiden Musikerinnen des Gewandhausorchesters Bernadette Wundrak und Andrea Pleß. Auf ihren Violinen spielen sie Stücke von Bach, Mozart, Telemann, Bruni und Igudesman. Ganz verzaubert lauscht Wanda Kheder dem Spiel der Künstlerinnen. "Bei Musik spürt man wie das Leben läuft", sagt die 22-Jährige im Anschluss. "Wenn ich die Augen schließe, weiß ich, was ich richtig und falsch gemacht habe."

Zwischen den Stücken erfahren die Jugendlichen mehr über die Musik, das Orchester, die Instrumente und was es bedeutet, in einem Orchester mit über 190 Musikern aus 21 Ländern zu spielen. "Unsere gemeinsame Sprache ist die Musik", sagt Bernadette Wundrak. 

Nach der Stunde haben die Musikerinnen Read Al Aboudys ganze Hochachtung. "Es ist etwas ganz anderes, ein Instrument als Hobby oder beruflich zu spielen", sagt Read bewundernd. Er mag klassische Musik. Gerne würde er einmal ein Konzert besuchen. 

Schnell ist die Künstlerstunde vorüber und die Musikerinnen müssen sich auf das abendliche Konzert konzentrieren. Den Kopf voll neuer Eindrücke und weiterer deutscher Ausdrücke machen sich die Schülerinnen und Schüler aus Kiel auf den Rückweg. Gerade als sie das Konzerthaus verlassen, fährt der Lkw von DHL in die Seitenstraße bei der Elphi. Gleich im Anschluss an den Auftritt in Hamburg werden die Instrumente wieder verladen und zum nächsten Spielort transportiert. Das Gewandhausorchester spielt am nächsten Abend in Paris.

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