Vom Koch in Aleppo zum Paketzusteller in Nürnberg

Wisam Hossen Mohamed Ali kam 2015 auf der Flucht vor dem Krieg aus dem syrischen Aleppo nach Deutschland. Heute wohnt der junge Syrer in Fürth und arbeitet seit über einem Jahr erfolgreich als Paketzusteller bei DHL in Nürnberg. Damit ist er einer von mehr als 1.700 Geflüchteten, die bei Deutsche Post DHL Group eine Beschäftigung gefunden haben.

© Deutsche Post DHL Group | Wisam Hossen Mohamed Ali kam 2015 aus Aleppo nach Deutschland. Seit 2017 arbeitet der frühere Koch als Paketzusteller bei DHL in Nürnberg.

In Syrien war Wisam Hossen Mohamed Ali Koch in einem teuren Restaurant, das Filialen in Saudi-Arabien, Dubai und der Türkei hat, seine Kunden aber mit einer sehr westlichen Küche lockt: "Unsere Spezialität war die amerikanische Küche, ich habe als Koch vor allem Burger und andere Gerichte vom Grill zubereitet", erzählt der 25-Jährige. Als er 2015 hier ankam, konnte er noch kein Wort Deutsch. Inzwischen kommt der junge Syrer mit der Sprache gut zurecht. Das meiste hat er sich selbst beigebracht, vor allem durch den Kontakt zu Deutschen: Bevor er zu DHL kam, half er eine Weile in einem syrischen Restaurant in der Küche aus. Der Besitzer konnte kein Deutsch, deshalb musste Hossen Mohamed Ali für ihn mit deutschen Kunden sprechen. Dabei halfen ihm andere Sprachkenntnisse: "Ich konnte schon in Syrien gut Englisch", erklärt er. "Meine Englischkenntnisse haben das Deutschlernen für mich leichter gemacht."

Von Anfang an wollte Hossen Mohamed Ali in Deutschland unbedingt eine feste Arbeit finden. "Ich wollte auf keinen Fall nur zuhause herumsitzen", sagt er. Als ein Freund ihm 2017 erzählte, dass DHL in Nürnberg noch Mitarbeiter suchte, bewarb er sich sofort. Schon nach einer Woche kam die Zusage. Hossen Mohamed Ali fand sich schnell in die Arbeit bei DHL ein und bald stand fest, dass sein Vorgesetzter ihn unbedingt behalten wollte. Inzwischen ist der junge Syrer seit einem Jahr und drei Monaten bei DHL, er hat einen festen Arbeitsvertrag und ist als Paketzusteller in der Nürnberger Südstadt unterwegs.

Wisam Hossen Mohamed Ali hat sich in Deutschland längst eingelebt, aber als er hier ankam, war der Unterschied zu seiner Heimat Syrien für ihn riesig. Im Vergleich seien vor allem die Arbeitsbedingungen in Deutschland sehr gut, erzählt der Zusteller: "In Syrien bin ich während meiner Ausbildung morgens um sieben in die Universität gegangen, war mittags nur kurz zum Essen zuhause und habe anschließend bis 24 Uhr gearbeitet." In Deutschland ist das undenkbar - zum Glück. 

Bei DHL arbeiten Menschen aus vielen unterschiedlichen Ländern. Hossen Mohamed Ali ist nicht der einzige Geflüchtete und auch nicht der einzige Syrer in seinem Depot. Das ist kein Zufall: Deutsche Post DHL Group hat 2015 eine Initiative ins Leben gerufen, um die berufliche Integration Geflüchteter voranzubringen - mit Erfolg: 2018 hatten deutschlandweit bereits mehr als 1.700 Geflüchtete eine Beschäftigung im Unternehmen gefunden, mehreren Tausend konnte darüber hinaus im Rahmen von Praktika und anderen Maßnahmen ein Einblick in die Arbeitswelt gegeben werden. 

Hossen Mohamed Ali versteht sich bestens mit seinen Kollegen. "Die Arbeit im Team funktioniert hier sehr gut", erzählt er. Und auch zu seinen Kunden hat er ein gutes Verhältnis. "Die meisten Kunden sind wirklich freundlich und der Kontakt mit den Menschen macht mir Spaß", so der Zusteller. Am besten gefällt ihm an seiner Arbeit aber das Autofahren. Seinen deutschen Führerschein hat er erst seit zwei Jahren, doch in Syrien hat er vor seiner Zeit als Koch auch schon als Lkw-Fahrer gearbeitet. Das Fahren macht ihm Spaß, auch wenn er hier nicht im Lkw, sondern im Kleintransporter unterwegs ist.

Natürlich ist die Arbeit bisweilen auch anstrengend, besonders dann, wenn die Paketmengen nach oben schnellen, wie in der Adventszeit. "Die Zeit um Weihnachten war wirklich verrückt", erzählt Hossen Mohamed Ali, er muss lachen, wenn er daran zurückdenkt, welche Mengen in dieser Zeit zu bearbeiten waren. Um Stress zu vermeiden, hat er sein eigenes Rezept: "Arbeitsbeginn ist bei mir eigentlich um 7:30, aber ich schaue, dass ich immer spätestens um sieben Uhr da bin, damit ich mit meiner Arbeit in Ruhe anfangen kann", erzählt er. 

Beruflich läuft es für Wisam Hossen Mohamed Ali gerade bestens, privat hat er noch einen großen Wunsch: Demnächst will er seine syrische Verlobte heiraten und hofft, dass sie dann zu ihm nach Deutschland kommen kann.

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