Gut vorbereitet durchs Schneechaos: Die Post-Zustellung bei Eis und Schnee

Verschneite Wege und vereiste Straßen sind für die Zusteller der Deutschen Post eine echte Herausforderung. Mit der richtigen Ausrüstung, Erfahrung und Umsicht sorgen sie dafür, dass die Post auch im tiefsten Winter gut ankommt.

© Deutsche Post DHL Group | In Rottach-Egern türmte sich der Schnee in diesem Winter mancherorts mehr als mannshoch auf - da verschwindet auch mal der Briefkasten unter einer Schneedecke. Für den örtlichen Zusteller Engin Yilmazer (Mitte, mit Kunden) sind solche Verhältnisse eine Herausforderung, die er dank viel Erfahrung und der richtigen Ausrüstung gut bewältigt.

Den Zustellern der Deutschen Post verlangt ihr Job im Winter einiges ab. Pakete und Briefe sollen schließlich auch bei frostigen Temperaturen und schwierigen Witterungsverhältnissen pünktlich ankommen. Richtig schwierig wird es, bei Glatteis oder wenn außergewöhnlich viel Schnee fällt, wie jetzt im oberbayerischen Rottach-Egern. Für den dortigen Zusteller Engin Yilmazer sind solche extremen Wetterbedingungen eine große Herausforderung - aber eine, für die er gut gerüstet ist.

Engin Yilmazer ist Verbundzusteller beim Zustellstützpunkt Kreuth, idyllisch gelegen am Tegernsee und am Rande des Mangfallgebirges. Hier bringt er seit 18 Jahren die Paket- und Briefpost. Wegen seiner Höhenlage sind die Schneefälle hier häufig stark, doch in diesem Jahr hat es selbst für dortige Verhältnisse innerhalb kurzer Zeit besonders viel geschneit. Auf den Arbeitstag von Engin Yilmazer hat das deutliche Auswirkungen: "Das fängt schon damit an, dass die Lkw mit der Post morgens teilweise später im Zustellstützpunkt ankommen, weil die Straßen noch nicht überall geräumt sind", erzählt Yilmazer. Zwar sind die Kommunen in der Region auf Schnee im Winter gut eingestellt, doch die Schneepflüge kommen bei starkem Schneefall in der Nacht nicht immer hinterher und auf den vielen kleinen und engen Straßen liegt der Schnee morgens oft noch hoch. 

Für den Zusteller ist die richtige Vorbereitung deshalb umso wichtiger: Bevor er zu seiner Tour aufbricht, befreit er seinen Transporter von Schnee und Eis und zieht bei entsprechenden Bedingungen Schneeketten auf. "Ohne die geht es hier im Winter nicht", erklärt er. Nicht nur wegen der bergigen Landschaft, sondern auch wegen der Zufahrten zu den Grundstücken.

Ungeduld ist fehl am Platz

Nicht nur auf der Fahrt sind die Bedingungen beschwerlich, auch der Weg vom Auto zur Haustür oder zum Briefkasten ist für Yilmazer im Winter anspruchsvoller als gewohnt. "Das fängt schon beim Aussteigen an - oft liegt der Schnee am Straßenrand so hoch, dass ich meine Tür kaum mehr als zehn bis 15 Zentimeter weit aufmachen kann", berichtet der Zusteller. Gelegentlich sind die Briefkästen unter so viel Schnee begraben, dass der Zusteller sie erst befreien muss, bevor er seine Post einwerfen kann. Vor allem aber sind die Laufwege oft rutschig, gerade dann, wenn wie jetzt auf den Schneefall der Regen folgt und sich die verschneiten Wege in Matsch verwandeln. Deshalb müssen die Schuhe der Zusteller nicht nur zuverlässig vor Kälte, Schnee und Nässe schützen, sondern auch rutschfeste Sohlen haben. Um die Sturzgefahr zusätzlich zu reduzieren, stattet die Deutsche Post ihre Zusteller außerdem mit speziellen Schuh-Spikes aus, die über die Schuhe gezogen werden können und die auch für das Autofahren zugelassen sind. Doch selbst damit ist Vorsicht geboten. Vor vielen Jahren ist Yilmazer einmal ausgerutscht und gestürzt, hat sich zum Glück aber nicht schwer verletzt.

Schwierige Straßenverhältnisse, rutschige Gehwege: Im Winter kann alles etwas länger dauern. Dann ist Geduld gefragt, auch bei den Kunden, die auf ihre Post warten. "Unsere Kunden kennen den Winter in der Region ja selbst gut, deshalb haben sie immer viel Verständnis, wenn wir einmal etwas später dran sind", sagt Yilmazer. Auf den Straßen ist das leider etwas anders: "Es kommt schon vor, dass Leute in ihren Autos ungeduldig werden, wenn ich meinen Transporter abstelle um ein Paket zuzustellen und sie kurz warten müssen. Da wird dann auch mal gehupt oder sich lautstark beschwert", so der Zusteller. "Ich finde das ärgerlich, schließlich muss ich ja meine Arbeit machen - und auch Leute, die hupen, möchten ja trotzdem ihre Post bekommen. Wenn sich jemand aufregt, dann fahre ich eben ein Stück vor und muss dann umso weiter zurücklaufen, das kostet mich aber natürlich mehr Zeit." 

Aus der Ruhe bringen lässt sich der 54-Jährige nicht - weder von Wind und Wetter noch von Beschwerden. "Ich versuche meine Arbeit ruhig und gelassen zu erledigen. Wenn man sich Stress macht und hektisch wird, ist das Risiko viel größer, dass etwas passiert, gerade bei solchen Wetterbedingungen!", so Yilmazer. Das ist auch sein Geheimnis, um mit den Widrigkeiten des Winters zurechtzukommen: Gelassenheit, positives Denken und das richtige Maß an Entspannung als Ausgleich. "Wenn ich nach Feierabend aus der Kälte heimkomme, lege ich mich gerne erst einmal in die Badewanne, um mich aufzuwärmen und zu entspannen", erzählt der Zusteller. Den Belastungen seines Jobs ist er auch im Winter gut gewachsen, dank der richtigen Einstellung und einer optimalen Ausrüstung. Trotzdem freut sich Engin Yilmazer auf die Zeit, wenn Schnee und Matsch verschwunden sind und der Frühling den Winter ablöst.

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