Pakete aus aller Welt

Die Internationale Seepoststation in Hamburg bearbeitet alle Postsendungen, die über den Hamburger Hafen nach Deutschland gelangen oder über ihn den Transitweg nehmen. Eine Außenstelle vom Zollamt Hafencity befindet sich in dessen gleichen Räumlichkeiten in der Plöner Straße.

© Deutsche Post DHL Group/Niemzig | Postsendungen übernimmt der Fahrer der Internationalen Seepoststation vom Packbetrieb im Hamburger Hafengebiet.

Das Einmaleins der Verzollung müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Internationalen Seepoststation (ISPS) in der Plöner Straße in Hamburg genauso kennen, wie die für die Verschiffung üblichen Bezeichnungen und Papiere. Bei der ISPS werden alle Paketsendungen bearbeitet, die über den Hamburger Hafen nach Deutschland gelangen oder den Transitweg in alle europäischen, aber auch andere Länder nehmen. Briefsendungen werden von dort direkt zur weiteren Bearbeitung nach Niederaula transportiert.

© Deutsche Post DHL Group/Marion Frahm | Das Vier-Augen-Prinzip: Postmitarbeiter Frank Bohlen legt Meycel Meyer vom Zoll in der ISPS Sendungen vor.

Die Postverwaltungen aus Israel, Japan, Kanada, Südafrika und Taiwan verschicken regelmäßig ganze Containerladungen, Full Container Load, FCL, mit Postsendungen nach Hamburg. Aus Hongkong, Indien, Malaysia, Singapur, Sri Lanka und von den Philippinen kommen Teilladungen, Less than full Container Load, LCL. Neben dem Postversand befinden sich in so einem Sammelcontainer auch Handelswaren anderer externer Auftraggeber. 

Doreen Becker ist bei der ISPS für den Transport und die Containerlogistik zuständig. Sie kümmert sich um die Abwicklung mit den Postverwaltungen und Reedereien, die Verladung und den Transport aus dem Hafen. 

Sobald sich ein Schiff mit Postsendungen auf den Weg begibt, wird sie von der jeweiligen Postverwaltung des Absendelandes informiert und erhält die Postpapiere mit den Inhaltsangaben. Je nach Abfahrtshafen sind die Schiffe zwischen neun und 28 Tage unterwegs. 

Organisation von Reederei und Spedition

Für die Ankunft erhält Doreen Becker ein Avis der zuständigen Reederei. Zu diesem Termin beauftragt sie eine Spedition mit der Abholung des Containers aus dem Hafen und versorgt diese mit allen relevanten Papieren und Daten, wie die Containernummer. Für die Zollabfertigung von Postsendungen im Hamburger Hafen gibt es besondere Verfahrensabläufe. Liegt die Zollerledigung vor, kann der verplombte Container - beispielsweise vom Container Terminal Altenwerder - zur ISPS transportiert werden. Erst an der Rampe der ISPS werden die verplombten Container geöffnet, in der Station die Sendungen vom Zoll geprüft.  

Bei LCL-Postversanden wird der Sammelcontainer zu einem Packbetrieb im Hafen gefahren, dort entladen und die Postsendungen auf Rollbehälter der Deutschen Post oder Europaletten umgepackt. Über die interne Transportabteilung beauftragt Doreen Becker die Abholung der Verschiffung. Am Packbetrieb erfolgt die Übergabe an den Postfahrer. Nach der Verladung wird das Postfahrzeug durch den Postmitarbeiter verplombt und der Versand mit einem Postbegleitschein direkt zur Plöner Straße befördert.

Bei der Ankunft an der ISPS überprüft ein Zollbeamter neben der Unversehrtheit der Plombe auch die Plombennummer. Erst nach seinem "Okay" startet die Entladung.

Zollvorprüfung durch Mitarbeiter der ISPS und Gestellung beim Zoll

Dabei spielen die Mitarbeiter der ISPS eine besondere Rolle: Als verlängerter Arm des Zolls sind sie für die Zollvorprüfung geschult und achten bei den Sendungen auf die Zollformalitäten sowie Plausibilität. Sind alle Angaben auf dem Paket schlüssig, alle Transportverbote eingehalten, überschreiten gewerbliche Sendungen nicht den Wert von 22 Euro, private Geschenksendungen nicht den von 45 Euro, entfallen keine Einfuhrabgaben. Alle anderen Pakete werden dem Zoll zur weiteren Prüfung vorgelegt.

"Gewicht und Größe müssen plausibel zum angegebenen Wert passen", erläutert Zollbeamter Meycel Müller. Auf Anweisung des Zöllners dürfen Postmitarbeiter Pakete öffnen, um den Inhalt zu prüfen. "Bei uns herrscht das Vier-Augen-Prinzip", sagt er. Zollbeamter und Postmitarbeiter prüfen den Inhalt zusammen. Sendungen mit fehlender Rechnung oder anderen Unklarheiten werden zur Nachverzollung zum jeweils örtlich zuständigen Zollamt des Empfängers gesendet. Dieser wird von der Deutschen Post informiert. 

Verstöße gegen das Artenschutzgesetz, Markenfälschungen oder Sendungsinhalte, die unter das Waffenrecht fallen, werden vom Zoll geprüft und gegebenenfalls weiterverfolgt. Regelmäßig kommen Zollbeamte mit Hunden, um in der ISPS versteckte Drogen oder Bargeld in Paketen aufzuspüren.

Transitsendungen leiten die Postmitarbeiter an die jeweils zuständige Internationale Frachtstation (IFS) weiter, das ist beispielsweise die IFS im bayerischen Feucht für Sendungen nach Südosteuropa bis Griechenland. 

Die bearbeiteten Paketsendungen werden von der Internationalen Seepoststation ins Paketzentrum Allermöhe gefahren und dort in die Logistik für die nationale Verteilung überführt.

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