Post für Deutschlands größten Campingplatz

Auf einem Campingplatz ticken die Uhren etwas langsamer. Viele Menschen machen hier Urlaub, andere fühlen sich so wohl, dass sie gleich dauerhaft in einem Wohnwagen ihr Zuhause einrichten. Der größte Campingplatz Deutschlands befindet sich auf der Grav-Insel in Wesel. Hier gibt es sogar einen eigenen Postboten: Peter Gerwers.

© Deutsche Post | Peter Gerwers verteilt Post in der Briefkastenanlage.

"Es ist schon eine eigene Welt, in mancher Hinsicht wie eine kleine Stadt", schmunzelt der 56-jährige. Seit 2009 ist er als Verbundzusteller für die Bewohner des Campingplatzes da, bringt Briefpost, Päckchen und Pakete und hat während dieser Zeit die Anlage wachsen sehen. Etwa 3.000 Stellplätze für Dauercamper befinden sich auf dem riesigen Areal. "Durchschnittlich bringe ich täglich 300 bis 500 Sendungen zum Campingplatz Grav-Insel."

Viele dieser Sendungen werden in den über 200 Briefkästen der Camper zugestellt. Diese befinden sich zentral an der Pforte des Geländes. Auch Ablagefächer für die Briefpost sind dort vorhanden. Peter Gerwers sagt: "Das ist eine gute Einrichtung und eigentlich die einzig praktikable. Auf dem mehr als 40 Kilometer langen Wegenetz von Grav-Insel ist Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben, sodass ich mit meinem Transporter dort viel zu lange unterwegs wäre." Und außerdem: "In den Sommerferien oder beispielsweise zu Pfingsten sind bis zu 30.000 Menschen auf dem Campingplatz - da wäre an ein Durchkommen gar nicht mehr zu denken!"

Für die täglich anfallenden Paketsendungen liegen in den meisten Fällen Ablageverträge zwischen der Deutschen Post DHL Group und den Empfängern vor, damit diese an der Pforte der Anlage deponiert werden dürfen. "Wenn das nicht der Fall ist, oder auch etwa bei Einschreiben, hinterlege ich eine Abholbenachrichtigung, damit die Empfänger ihre Sendungen bei der Filiale in Empfang nehmen können", bestätigt Peter Gerwers.

Probleme mit der Zustellung kennt er eigentlich nicht. "Einmal hatten wir allerdings Rhein-Hochwasser. Damals wurde der Zufahrtsweg zur Halbinsel überspült und wir hätten möglicherweise nicht zum Campingplatz gelangen können. Aber wir hatten Glück und konnten mit unserem Bulli zur Anlage und alle Sendungen zustellen. Diese Zuverlässigkeit erwarten die Campingplatz-Bewohner selbstverständlich genauso, wie alle anderen Postkunden!"

Wenn nicht gerade Hochbetrieb auf dem Platz herrscht, ist das Miteinander unter den Bewohnern gutnachbarschaftlich. "Ich wohne selbst nicht weit entfernt", sagt Peter Gerwers. "Man kennt sich, man ist oft per 'Du' - und von kleinen alltäglichen Differenzen einmal abgesehen, also etwa wie hoch die Hecke ist, ist das Zusammenleben in Grav-Insel offensichtlich einfach nett!". Und das, obwohl viele unterschiedliche Charaktere und Lebensentwürfe hier vereint sind. "Manche mögen die Ungezwungenheit, andere sehen die finanziellen Vorteile, es gibt Ehepaare und Familien, Senioren und Kinder ... es ist ein Abbild der Gesellschaft." Eine Gesellschaft, die noch weiterwächst. Denn der Stadtrat in Wesel diskutiert gerade, ob es möglich sein wird, auf dem Campingplatz den Erstwohnsitz anzumelden.

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