Der Weg eines Briefs - Teil 1: Die Reise beginnt

Heute abgeschickt, morgen da: Ein Brief, der vor der letzten angegebenen Leerungszeit in den Briefkasten geworfen wird, erreicht seinen Empfänger innerhalb Deutschlands in 94 Prozent aller Fälle bereits am nächsten Werktag. Doch was passiert eigentlich genau in der Zwischenzeit, welche Stationen muss ein Brief durchlaufen, bis er im Hausbriefkasten landet? Wir begleiten in einer dreiteiligen Serie einen Brief auf seiner Reise vom oberbayerischen Ebersberg in das baden-württembergische Bad Dürrheim.

© Deutsche Post DHL Group | Ein Brief auf Reisen: Nach dem Einwurf in den Briefkasten durchläuft er eine Vielzahl von Stationen, bis er sein Ziel erreicht.

Mittwoch, 17 Uhr, Ebersberg

Stefan Schmids Einkauf passt in eine Hosentasche: Zehn Briefmarken zu je 70 Cent hat er gerade in der Partnerfiliale Papeterie Ebersberg in seinem Wohnort gekauft. Eine der 70-Cent-Marken kommt wenig später zum Einsatz: Zuhause setzt sich Schmid an seinen Schreibtisch und verfasst einen Brief an seine Tante Elli, die im 330 Kilometer entfernte Bad Dürrheim lebt. Zu ihr hat er seit Kindertagen ein enges Verhältnis, doch aufgrund der Entfernung sieht er sie heute nur noch selten. Am liebsten kommunizieren Neffe und Tante per Brief: Elli hört nicht mehr so gut, telefonieren strengt sie deshalb sehr an. Außerdem schickt Stefan Schmid in seinen Briefen gerne das ein oder andere Foto mit. Diesmal ist es ein aktuelles Bild von seinen Kindern, aufgenommen beim Zelten vor zwei Wochen. Schmid steckt Brief und Foto in ein Kuvert, adressiert und frankiert den Umschlag und legt ihn auf den Schrank neben der Wohnungstür, um ihn am nächsten Morgen auf dem Weg zur Arbeit mitzunehmen.

Donnerstag, 8.30 Uhr, Ebersberg

Stefan Schmid ist auf dem Weg ins Büro. Den Brief an seine Tante wirft er unterwegs in den Briefkasten. Dieser wird täglich um 17:30 Uhr geleert.

Donnerstag, 13.30 Uhr, Freising

Für Gabriele Eberl beginnt der Arbeitstag mit einem ersten Blick auf ihre heutige Tour. Die Mitarbeiterin der Deutschen Post leert die Briefkästen in der Region. Zu ihrem Gebiet gehören unter anderem Ingolstadt, Freising, Eichstätt und Erding und viele kleine Orte ringsherum. Sobald sie sich informiert hat, welche Route sie heute fährt, lädt Eberl leere Kisten in ihren Kleintransporter. Darin landen später alle Briefe, die sie unterwegs aus Briefkästen abholt. Dann macht sie sich auf den Weg. 25 Standorte wird sie an diesem Nachmittag anfahren, in einer fest vorgegebenen Reihenfolge. Eine ihrer Stationen ist der Briefkasten in Ebersberg in der Altstadtpassage 6, in dem der Brief an Tante Elli wartet.

Donnerstag, 17.30 Uhr, Ebersberg

Gabriele Eberl parkt ihr Fahrzeug neben dem Briefkasten und steigt aus. Den Kasten schließt sie mit einem speziellen Schlüssel auf. Der Briefkasten ist wie immer gut gefüllt, unzählige Briefe und Postkarten landen in dem schwarzen Sack, den sie unter den Kasten gehängt hat - darunter auch der von Stefan Schmid. Während die Briefe noch aus dem Kasten fallen, kommt eine Kundin angerannt, in der Hand einen Brief, den sie noch loswerden will, bevor die Leerung abgeschlossen ist. Eberl nimmt den Brief an. Solange sie noch bei der Leerung ist, sind solche Nachzügler kein Problem.

Nachdem Eberl den Briefkasten geleert und die Post in ihren Wagen verladen hat, scannt sie mit einem Handscanner noch einen Barcode ein, der im Inneren des Kastens angebracht ist. "Der Barcode gehört zu diesem Kasten genauso wie der Barcode zur Salami im Supermarkt gehört", erklärt Gabriele Eberl. Mit dem Einscannen dokumentiert sie, wann sie diesen Kasten geleert hat.

Donnerstag, 17.45 Uhr, Freising

Gabriele Eberl ist am Ende ihrer Tour angelangt. Nach 25 Stationen, Briefkästen ebenso wie Postabholungen bei Firmen, macht sich Eberl auf den Weg ins Briefzentrum Freising. Ihr Transporter ist gut gefüllt, etwa 20.000 Briefe, schätzt Eberl, transportiert sie gerade, jede Kiste wiegt vollbepackt um die zwölf Kilo. Das Ein- und Ausladen der Kisten ist entsprechend anstrengend. Am Briefzentrum ist ihre Schicht vorbei: Dort wird die von Eberl und anderen Kollegen gebrachte Post gesammelt und eingeliefert.

Donnerstag, 18 Uhr, Freising

Die Wege von Gabriele Eberl und Stefan Schmids Brief haben sich wieder getrennt: Die Post-Mitarbeiterin ist auf dem Weg nach Hause und in ihren wohlverdienten Feierabend. Der Brief an Tante Elli hat das Briefzentrum in Freising erreicht. Was dort mit ihm passiert? Darum geht es dann im zweiten Teil dieser Serie, der im Oktober erscheint.

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