Sammler werden zu Jägern im Nationalpark Harz

Erlebnis Briefmarken Team der Deutschen Post präsentierte im Juli und August 2018 zwei neue Sondermarken in Sachsen-Anhalt

© Deutsche Post | Stefan Sievert und Dieter Stephan des Erlebnis Briefmarken Team der Deutschen Post haben die 70-Cent-Briefmarke "Harz Bergfichtenurwald" bereits in der historischen Schmalspurbahn auf dem Weg auf die Bergspitze verkauft.

Diesen Anfahrtsweg zu einer Sonderpostfiliale hat Dieter Stephan besonders genossen, "weil er zu den ungewöhnlichsten Strecken gehörte, die ich in meinem Job bislang zurückgelegt habe". Auf Schienen, an Bord der historischen Schmalspurbahn, erreichten der Leiter des Erlebnis Briefmarken Teams Nord der Deutschen Post und sein Kollege am 9. August 2018 den Brocken, den höchsten Gipfel im Harz, wo sie  Philatelisten und Naturliebhabern sogar zwei Sonderpoststempel samt der neu in Umlauf gekommenen 70-Cent-Briefmarke "Harz Bergfichtenurwald" aushändigen konnten. Grund: Der Erstausgabetag des jüngsten Postwertzeichens der Reihe "Wildes Deutschland" fiel zusammen mit einem Jubiläum bei der Brockenbahn.

Je ein Stempel würdigte den Nationalpark Harz und die Harzer Schmalspurbahnen (HSB). Letztere feierten den 100. Geburtstag ihrer Malletdampflok, die dem Anlass entsprechend vor den Sonderzug gespannt worden war. Weil sie normalerweise auf flachen Strecken zum Einsatz kommt statt am Berg, bekam die schwarzglänzende Jubilarin Unterstützung: "Der Sonderzug wurde am Ende von einer zweiten Lok im so genannten Schubverband auf den Brocken geschoben", berichtet Dieter Stephan, "ein Ereignis, das überhaupt erst zwei- oder dreimal in der Geschichte der HSB vorkam." Vormittags hatten er und sein Kollege ihren gelben Transporter am Bahnhof Wernigerode abgestellt und den mobilen Schalter sowie alles Material, das sie für die Sonderpostfiliale auf dem 1141 Meter hohen Brocken benötigten, in den Gepäckwagen des Sonderzugs geladen. Von dort ging es bergauf, exakt durch jene Landschaft, die den Reisenden dann auch auf der Sonderbriefmarke begegnete: den Bergfichtenurwald Harz.

Der Unterschied zu einem "normalen", einem Wirtschaftswald, bestehe darin, "dass man die Natur machen lässt. Fällt ein Baum um, bleibt er liegen. Kein Förster greift ein, stattdessen führt ein Ranger Aufsicht, dass die Landschaft unberührt bleibt". Drum passe der Bergfichtenurwald Harz im wahrsten Sinne des Wortes "natürlich" in die Postwertzeichenreihe "Wildes Deutschland", findet Dieter Stephan. Dass Naturschutz vielen Menschen ein Anliegen ist, bemerkte er sowohl bei den Besuchern der Sonderpostfiliale, als auch bei denjenigen geladenen Gästen, die den Erstausgabe-Termin versäumten: "Von einigen, die terminbedingt absagen mussten bekam ich die Bitte, einen Ersttagbrief vorzuhalten." Auch Einheimische lösten ein Zugticket und reihten sich später, nach ihrer Ankunft im Goethesaal des Brockenhotels, in die Schlange vor der Sonderpostfiliale ein, um einen der limitierten Sonderbriefumschläge mit Stempel und der neuen 70-Cent-Marke zu ergattern. Susanne Graul aus der Abteilung Postwertzeichenmanagement der Deutschen Post übergab die Sondermarke sowie die beiden Stempel an Vertreter der Nationalparkverwaltung und der HSB.

Bereits am 12. Juli 2018 erwartete das Erlebnis Briefmarken Team ein großer Bahnhof in Sachsen-Anhalt, allerdings ohne, dass dafür Schienenfahrzeuge zum Einsatz kamen. An dem Erstausgabetag der Sondermarke "Gartenteich Dessau-Wörlitz" strömten rund 1000 Menschen in die von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgewiesene Anlage. Der Ansturm verblüffte sogar Routinier Dieter Stephan, "zumal es an dem Tag in Strömen gegossen hat. Der Regen schreckte die Philatelisten aber nicht ab", erinnert er sich. Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff, bekennender Philatelist, war zur Präsentation des Postwertzeichens nach Wörlitz gekommen.

Im historischen Küchengebäude des Wörlitzer Schlosses hielt das Team der Deutschen Post neben den Postwertzeichen einen Sonderstempel bereit, der die Pappeln der Rousseau-Insel zeigte. Die Briefmarke "Gartenteich Dessau-Wörlitz" ist eine Panoramamarke, bestehend aus zwei Einzelmarken zu je 45 Cent. Zusammen ergeben sie das so genannte Toleranzmotiv. Gemeint ist der Blick über den Wörlitzer See auf die Synagoge, die Kirche Sankt Petri und das Schloss. Die Marke ist sowohl einzeln für den Versand von Postkarten innerhalb Deutschlands einsetzbar als auch im Panoramaformat: Wenn die Sendung ins Ausland geht, kostet das Porto einer Postkarte oder eines Standardbriefs 90 Cent.

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