Ein halbes Jahrhundert in Gelb

"2019 werden es 50 Jahre sein - und die schaffe ich bestimmt", ist sich Gerd Hermsen sicher. Die ersten 49 Jahre bei der Deutschen Post waren für den Zusteller vom Niederrhein eine Zeit, die zwar manchmal anstrengend, aber immer auch spannend und abwechslungsreich waren.

© Deutsche Post | Briefzusteller Gerd Hermsen

Heute ist Gerd Hermsen 63 Jahre alt und blickt auf ein Berufsleben zurück, das länger als das der meisten Arbeitnehmer ist. "Ich war 14 oder knapp 15 Jahre alt, als ich 1969 bei der Post angefangen habe", erinnert er sich. "Das war noch eine ganz andere Zeit, damals war die Post ja noch eine Behörde." Dass er deshalb auch keine heute übliche Ausbildung, beispielsweise zur Fachkraft für Kurier-, Post und Expressdienstleistungen (FKEP) abgeschlossen hat, versteht sich von selbst. "Eine derartig spezialisierte Ausbildung gab es damals gar nicht", schmunzelt er. "Ich war in der Ausbildung ein Postjungbote und nach Ende der Ausbildung ein Postschaffner - zunächst zur Anstellung". Die Ausbildung war deshalb auch umfassend. "Natürlich habe ich in der Brief- und Paketzustellung gearbeitet, aber ganz genauso im Innendienst und am Schalter. Mal in Wesel, mal in Oberhausen, an manchen Positionen drei Wochen, an anderen drei Monate ..."

1972 begann dann für den 17-Jährigen der "Ernst des Lebens" - noch weit vor der Volljährigkeit, die damals erst mit 21 Jahren erreicht wurde. "Die Arbeit war ernst zu nehmen, aber kein bitterer Ernst", erinnert sich Gerd Hermsen. Denn von Beginn an machte ihm der Beruf viel Freude: "Eine meiner ersten Tätigkeiten war die Paketzustellung. Ich war rund 15 Jahre im gleichen Bezirk unterwegs, kannte jeden Haushalt und alle Empfänger. Die Postkunden kannten mich ebenfalls - und viele kennen mich noch heute."

Ab 1989 war Gerd Hermsen als Landzusteller tätig. "Damals waren die Menschen auf dem Land fest mit ihrem Zusteller verbunden, der gehörte praktisch zur Familie. Als Neuling konnte man es schon etwas schwer haben. Aber ich hatte einen guten Einstand bei meinen Kunden, weil ich eine Geldbörse gefunden habe und diese sofort der Eigentümerin gebracht habe. Da hieß es dann, dass der Herr Hermsen ein ganz Ehrlicher sei - damit war ich sofort akzeptiert." Das gute Verhältnis zu den Postkunden während dieser Zeit freut Gerd Hermsen bis heute. "Eine ganze Straße hat an unseren Chef geschrieben und sich für meine Arbeit bedankt. Der fand das natürlich toll, hatte aber damals keine Möglichkeit, mich dafür auszuzeichnen. Schließlich hat er mir seinen privaten Kugelschreiber als Dankeschön gegeben. Das war mir mindestens genauso viel wert und den Kuli habe ich heute noch!"

Schließlich wechselte Gerd Hermsen im Jahr 2008 als Briefzusteller zurück in die Stadt Wesel. "Irgendwann braucht der Körper mehr Erholung, jetzt mache ich Altersteilzeit und kann mich trotzdem noch um meine Kunden kümmern. Das ist mir einfach wichtig." Erholung - das sind für ihn immer noch rund 13 km Fußweg täglich. "Naja", lacht er: "So bleibe ich fit!"

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