DHL-Boten bringen Pakete in Prenzlauer Berg mit dem Rad

Modellprojekt in Berlin gestartet

© Deutsche Post DHL Group | Der DHL Paketzusteller Nico Hilbrich und ein weiterer Kollege bringen in Prenzlauer Berg die Pakete per Cubicycle zu den Kunden.

Ein kurzer Blick auf den Handscanner verrät Nico Hilbrich die Hausnummer seines nächsten Kunden. Geräuschlos strampelt der DHL-Paketbote zur Haustür seines nächsten Kunden. Nico Hilbrich ist einer von zwei DHL-Zustellern, die seit Anfang Juni 2018 in Prenzlauer Berg Pakete emissionsfrei per Lastenfahrrad bringen. Diese neue Art der Auslieferung gehört zu einem bundesweit einmaligen Pilotprojekt namens „KoMoDo“ (Kooperative Nutzung von Mikro-Depots).

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin und der Projektkoordinator, die LogisticNetwork Consultants GmbH, entwickelten das Modellprojekt gemeinsam mit den Logistikern DHL, Hermes, UPS, GLS und DPD. Erstmals nutzen jetzt mehrere Paketdienstleister einen innerstädtischen Umschlagplatz mit Mikro-Depots, der von einem neutralen Anbieter betrieben wird, der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH (BEHALA). Die teilnehmenden Unternehmen erhalten auf der gemeinsam genutzten Fläche jeweils einen Container, in dem sie ab den Morgenstunden Sendungen lagern. Die Anlieferung, das Zwischenlagern und das Ausliefern an die Kunden übernimmt nach wie vor jeder Projektpartner eigenständig. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit fördert das Projekt im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative.

Die DHL-Paketboten stellen vom Mikrodepot aus startend in einem Radius von etwa drei Kilometern zu. „Ich fahre zwei Mal am Tag zum Container, um das Cubicycle nachzuladen“, erklärt Nico Hilbrich. Rund 120 Pakete stellt er täglich zu. Das sind etwa gleichviel wie seine Kollegen per Transporter ausliefern. „Das Beladen erinnert mich an Tetrisspielen. Damit ich viele Sendungen mitbekomme, muss ich sie gut in die Box einsortieren. Danach bin ich flott unterwegs, denn ich fahre an Staus vorbei direkt vor die Haustür meiner Kunden. Ohne Parkplatzsuche“, berichtet Nico Hilbrich von seinen ersten Erfahrungen.

Seit fünf Jahren arbeitet der Berliner als Paketzusteller bei DHL. „Beim Zustellen bin ich mein eigener Chef, ich bin an der frischen Luft, immer in Bewegung und im ständigen Kontakt mit Menschen. Das mag ich besonders an dem Job“ erzählt der 30-Jährige. Für das „KoMoDo“ Projekt hat er sich freiwillig gemeldet. „Die Umwelt schützen und den Lärm in der Stadt reduzieren, da mache ich gerne mit“, sagt er.

Den Menschen fällt das neue Cubicycle im Stadtviertel auf. Den Kunden beantwortet Nico Hilbrich bereitwillig Fragen zum Laden der Akkus über Nacht, zum ergonomischen Sitz, der Komfort und Sicherheit bietet. Dank der Einführung für sein neues Arbeitsgerät und einiger Probetouren kennt sich Nico Hilbrich gut aus. „Mithilfe der elektronischen Trittunterstützung komme ich gut voran. Der kleine Wendekreis ist angenehm und die Pakete sind in der wasserdichten Box bis zur Auslieferung geschützt“, erzählt Hilbrich. Die beiden Zustellbezirke am Prenzlauer Berg hat DHL eigens für die beiden neuen Fahrradtouren angepasst. Parallel dazu fährt ein Elektrofahrzeug, einer der 40 StreetScooter in Berlin, große Pakete wie Fahrräder oder Hundefutter durch die Stadt.

Neben den beiden Cubicycles in Berlin testet DHL derzeit auch in Stuttgart den Einsatz der Räder in der Paketzustellung. Zudem setzt die Deutsche Post DHL Group bereits rund 6000 StreetScooter in der Zustellung ein, die der Konzern in zwei Werken selbst entwickelt und baut. Sie sind seit 2013 im Einsatz. Dabei haben sie über 26 Millionen Kilometer zurückgelegt und pro Jahr rund 20.000 Tonnen CO2 eingespart. Mit diesen Transportern und den rund 12.000 E-Bikes und E-Trikes betreibt Deutsche Post DHL Group die größte E-Flotte in Deutschland, die ein wichtiger Baustein für das selbstgesetzte Klimaschutzziel des Konzerns ist: „Null Emissionen bei der Durchführung der logistischen Transporte bis 2050“.

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