NACHHALTIGKEIT IST IN UNSERER DNA

"Die globalen Herausforderungen lösen wir nur gemeinschaftlich."

Frank Appel, Vorstandsvorsitzender

Menschen verbinden, Leben verbessern – Wie setzen wir diesen Anspruch um?

Mit unseren logistischen Dienstleistungen vernetzen wir Menschen und ermöglichen Waren- und Handelsströme bis in jeden Winkel der Erde – dies ist unser „Purpose“ (Unternehmenszweck). Mit lokalen Abgaben leisten wir einen Beitrag zum wachsenden Wohlstand, durch unsere Infrastruktur und Arbeitsplätze fördern wir die Gesellschaften indirekt. Selbstverständlich berücksichtigen wir mögliche ökologische Auswirkungen, denn soziale und ökologische Verantwortung ist bereits seit vielen Jahren gelebte Praxis in unserem Konzern. Ich bin überzeugt: Logistik schafft die Grundlage für nachhaltiges Wirtschaftswachstum.

Nachhaltigkeit braucht Veränderung.

Zunächst: 2019 war für uns ein erfolgreiches Jahr und unser Unternehmen steht auf einem wirtschaftlich starken Fundament. Damit sind wir für die Zukunft hervorragend aufgestellt. Mit der Strategie 2025 haben wir unsere Ausrichtung bestätigt und uns neue Ziele gesetzt. Geopolitische Entwicklungen und Handelseinschränkungen, die sich möglicherweise auf unser Geschäft auswirken, haben wir im Blick, und wir sind darauf vorbereitet. Auch weiterhin werden wir die Chancen nutzen, die sich aus der Globalisierung ergeben. Das boomende E-Commerce-Geschäft und der damit verbundene intensive weltweite Warenaustausch treiben unser Wachstum voran. Die bereits angestoßene Digitalisierung aller Geschäfte nimmt Fahrt auf und wird unsere Prozesse deutlich verbessern.

Nachhaltigkeit ist Teil der Strategie 2025...

Sogar ein sehr wichtiger. Nachhaltigkeit wird noch enger mit unseren drei strategischen Zielen, Arbeitgeber, Anbieter und Investment erster Wahl zu werden, verzahnt. Unsere Profitabilität wollen wir nachhaltig und kontinuierlich steigern sowie die sozialen und ökologischen Aspekte noch stärker in unserer Geschäftstätigkeit verankern. Als Unterzeichner des UN Global Compact ist dies eine konsequente und logische Fortsetzung unserer vor Jahren eingeleiteten Maßnahmen. Dabei berücksichtigen wir auch die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung. So divers unsere Geschäftsmodelle sind: Alle operativen Unternehmensbereiche und Konzernfunktionen sind sich darüber einig, dass Nachhaltigkeit gerade in unserem Logistikgeschäft ein Muss ist – und ein positives Differenzierungsmerkmal.

Logistik schafft die Grundlage für nachhaltiges Wirtschaftswachstum

Logistik ohne Digitalisierung undenkbar.

Die weltweiten Netzwerke und Prozesse beschleunigen sich. Das erfordert neue Infrastrukturen und stellt hohe Anforderungen an die digitale Sicherheit. Bestehende Jobprofile werden sich ändern und völlig neue Aufgaben entstehen. Umso wichtiger ist die ständige Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter*innen, die wir auf diesem Weg mitnehmen wollen. Bis 2025 werden wir rund 2 Mrd. € investieren, um das Kundenerlebnis, die operative Leistungsfähigkeit und selbstverständlich auch die Arbeitsbedingungen für unsere Beschäftigten zu verbessern.

Weltweit gewinnt der Klima- und Umweltschutz an Bedeutung. Zu den Verursachern von CO2-Emissionen gehört auch die Logistik.

Klar ist: Weltweit werden 14% der Treibhausgase durch den Transportsektor verursacht; unser Anteil daran beträgt 0,4%. Entgegen der öffentlichen Meinung sind der Online-Handel und das damit erhöhte Transportvolumen grundsätzlich nicht schlecht für die Umwelt. Der CO2-Fußabdruck eines normalen Pakets entspricht dem einer Drei-Kilometer- Fahrt mit dem Auto. Mit steigenden Mengen verbessert sich dieses Verhältnis zugunsten des Online-Handels. Keinesfalls möchte ich die Auswirkung unseres Geschäfts relativieren. Aber schon seit Jahrzehnten sind wir mit diesem Thema befasst.

13% unserer Fahrzeuge fahren bereits mit alternativen Antrieben

Die Anforderungen an eine nachhaltige Logistik sind heute vielfältiger.

Wir haben mit geeigneten Maßnahmen die Weichen für eine nachhaltige Logistik gestellt und gemeinsam mit unseren Stakeholdern „Energieeffizienz & Klimawandel“ sowie „Luftverschmutzung“ als Handlungsfelder identifiziert. Unser Ziel ist ehrgeizig: Bis 2050 wollen wir alle logistikbezogenen Emissionen netto auf null reduzieren. Daneben steigen die Anzahl und die Komplexität gesetzlicher Anforderungen, zum Beispiel im Bereich Zoll und Exportkontrolle. Mit unserem Compliance-Managementsystem stellen wir die Rechtskonformität unserer Transportleistungen weltweit sicher und wahren die Reputation gegenüber Kunden wie Geschäftspartnern. Gut gerüstet sind wir auch für die zunehmenden Anforderungen durch „Grüne Taxonomie“ oder Fridays-for-Future-Aktivisten an die Nachhaltigkeit unserer Geschäftstätigkeit und die damit verbundene Berichterstattung.

Unsere Fortschritte im Umweltbereich.

Unter anderem konnten wir die Energieeffizienz gegenüber 2007 um weitere zwei Prozentpunkte auf 35% steigern. Diese Entwicklung haben wir vor allem durch Verbesserungen im Seefrachtgeschäft und in den Straßentransporten erzielt. Auch die stärkere Nutzung von Ökostrom in unseren Gebäuden hatte einen Anteil daran. Außerdem haben wir vier neue Flugzeuge als Ersatz für ältere Maschinen in Betrieb genommen. Diese werden rund 18% weniger CO2-Emissionen verursachen und zur Treibstoff- und Emissionseffizienz beitragen. Inzwischen umfasst unsere Straßenflotte mehr als 13.000 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Die größte Herausforderung liegt derzeit im Mittel- und Langstreckenbereich, für den der E- Antrieb noch keine alternative Lösung darstellt. Hier benötigen wir meiner Meinung nach eine rasche Bereitstellung von nachhaltig produzierten synthetischen Kraftstoffen als Lösung.

"Top Employer und Great Place to Work bestätigen: Wir sind bevorzugter Arbeitgeber unserer Branche.“

Lösungen findet man nur im Dialog.

Ein Erfolg 2019: Unsere seit Jahren vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den beiden großen internationalen Gewerkschaftsbündnissen UNI und ITF und den damit verbundenen regelmäßigen Dialog werden wir fortführen. Offen gestanden ist es herausfordernd, über kulturelle, regionale und gesetzliche Unterschiede hinweg ein gemeinsames Verständnis für die Achtung der Menschenrechte zu erzielen. Deshalb befindet sich unsere HR-Organisation dazu im kontinuierlichen Dialog mit allen relevanten Stakeholdern.

Was haben wir als Arbeitgeber noch erreicht?

Mit rund 550.000 Beschäftigten sind wir einer der größten Arbeitgeber in der Transport- und Logistikbranche. Untrügliches Zeichen unserer wirtschaftlichen Stärke ist das jährliche Durchschnittswachstum unserer Belegschaft um 2,5%, das unseres Personalaufwands sogar um 2,8% seit 2015. Zum wiederholten Male wurden wir von Top Employer und Great Place to Work ausgezeichnet. Auch die gestiegenen Zustimmungsquoten unserer konzernweiten Mitarbeiterbefragung bestätigen unsere Ausrichtung.

Wie beeinflusst das Thema Diversity unsere Aufgabe als Arbeitgeber?

Vor allem positiv! Die Vielfalt unserer Beschäftigten sehen wir als einen wesentlichen Erfolgsfaktor. Ihre unterschiedlichen Erfahrungen – persönlich, kulturell und intellektuell – machen sie zu einem starken Bindeglied für unsere Kunden. Allein in unserer Zentrale in Bonn beschäftigen wir Menschen aus 175 Nationen. 2019 konnten wir rund 4.200 Geflüchtete in ein Beschäftigungsverhältnis und rund 90 in eine Ausbildung übernehmen. Mit der Strategie 2025 haben wir uns zum ersten Mal ein globales Ziel für Frauen im Management gesetzt: Bis 2025 wollen wir den Anteil von derzeit 22% auf 30% verbessern.

Ehrenamtliches Engagement der Beschäftigten bleibt ein wichtiger Faktor.

Hier manifestiert sich unser „Purpose“ besonders deutlich. Mit unseren Corporate-Citizenship-Maßnahmen bieten wir unseren Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, sich zu entfalten und ihre Kompetenzen zum Wohl der Gesellschaft einzusetzen. Unsere Netzwerke und unsere Leistungsfähigkeit stellen wir pro bono zum Beispiel für humanitäre Einsätze nach Naturkatastrophen zur Verfügung. Allein 2019 haben sich über 114.000 Beschäftigte in etwa 3.100 lokalen Projekten engagiert.

Blicken wir gemeinsam in die Zukunft

Schon mit kleinen Veränderungen im täglichen Handeln kann jede einzelne Person einen Beitrag für Umwelt und Gesellschaft leisten. Gleichwohl werden für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen globale Lösungen gebraucht. Ein gemeinsames Vorgehen schafft einheitliche Rahmenbedingungen, verhindert Wettbewerbsverzerrungen. Als Beispiel greife ich noch einmal die nachhaltigen synthetischen Kraftstoffe auf. Gerade im Lufttransport könnten sie zur Reduzierung der Treibhausgase beitragen, wenn sie bereits marktfähig wären. Daher werden wir uns noch intensiver in Initiativen engagieren und industrieübergreifend den Austausch stärken, um hier eine globale Strategie und Standards zu entwickeln. Denn eins ist klar: Nur mit vereinten Kräften erreichen wir in allen Bereichen wirklich nachhaltigen Fortschritt.

Dr. Frank Appel

Vorstandsvorsitzender